Zugunglück in Biberach mit drei Toten weist tragische Parallele zu ICE-Vorfall auf

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Bereits 2024 war während des Hochwassers ein ICE in Baden-Württemberg entgleist. Auch das Unglück vom letzten Sonntag wurde durch Hangrutsch verursacht.

Biberach/Schwäbisch Gmünd - Im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg kam es am Sonntag zu einem schweren Zugunglück mit drei Todesopfern und mehr als 40 Verletzten, als ein Regionalzug aus den Schienen sprang. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler steht die Katastrophe in Verbindung mit heftigen Unwettern in der Gegend. Vermutlich führte intensiver Regen dazu, dass ein Abwasserkanal überlief und das austretende Wasser eine Hangrutschung an der Böschung verursachte. Der Regionalzug durchfuhr offenbar diesen Erdrutschbereich und kam wenige Meter weiter von den Gleisen ab.

Und die Unwetter-Gefahr im Süden ist längst nicht vorbei – neue Erdrutsche und Überschwemmungen sind laut Meteorologe Dominik Jung weiter möglich.

Das aktuelle Unglück reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein: Schon im vergangenen Sommer 2024 war ein ICE-Zug entgleist, nachdem starke Niederschläge einen Berghang zum Rutschen gebracht hatten.

Parallelen zum ICE-Unfall bei Schwäbisch Gmünd vor einem Jahr

Zu Beginn des Juni 2024 galt in großen Bereichen Baden-Württembergs die höchste Warnstufe. Anwohner und Rettungskräfte bekämpften Überschwemmungen und mussten sich zusätzlich mit Schaulustigen auseinandersetzen, die die Rettungs- und Säuberungsmaßnahmen störten.

Beinahe übersehen wurde damals, dass am 2. Juni zwei Waggons eines ICE-Zugs nahe Schwäbisch Gmünd von den Schienen sprangen. Auslöser war ein 30 Meter breiter Hang, der rutschte. Die 185 Fahrgäste blieben unverletzt und kamen glimpflich davon. Der betroffene ICE 510 befand sich auf der Fahrt von Köln in Richtung München.

Wetterbedingte Erdrutsche: Bekanntes Phänomen wird häufiger

Störungen im Schienenverkehr durch heftige Regenfälle sind ein weit verbreitetes Problem: Regelmäßig werden auch kleinere Bahnlinien von überfluteten Gleisen oder Erdrutschen und daraus resultierenden Entgleisungen betroffen. Dieses Phänomen ist seit Jahrzehnten dokumentiert und tritt ebenso im Straßenverkehr auf. Aufgrund zunehmender Extremwetterereignisse und vorher ausgedörrter Erdschichten als Folge des Klimawandels treten solche Vorfälle jedoch immer öfter auf. Wissenschaftler sagen voraus, dass insbesondere in den Alpen manche Täler auf mittlere Sicht nicht mehr bewohnbar sein werden.

Bei dem schweren Zug-Unglück im Landkreis Biberach kommen drei Menschen ums Leben.
Bei dem schweren Zug-Unglück im Landkreis Biberach kommen drei Menschen ums Leben. © dpa

Die Bahnstrecke des 2024er Unglücks konnte bereits am Unfalltag für eingleisigen Verkehr wieder geöffnet werden. Damals war die Verbindung zwischen Aalen und Stuttgart betroffen. Bezüglich des Sonntags-Unglücks laufen die Untersuchungen zum exakten Ablauf noch: Spurensicherer arbeiten am Unfallort. Außerdem soll der Fahrtenschreiber analysiert werden. Unklar bleibt, ob der Fahrtenschreiber bereits aus dem Regionalexpress geborgen werden konnte. Ebenso steht noch nicht fest, wann der betroffene Streckenabschnitt wieder befahren werden kann.

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