Deutschland, Frankreich, Spanien: Wie Länder ihr BIP vom CO2-Ausstoß entkoppeln

Entkopplung oder auch „Decoupling“ heißt: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes wächst, während die CO2-Emissionen entweder sinken (absolute Entkopplung) oder zumindest langsamer steigen als die Wirtschaft (relative Entkopplung). Das Gegenteil – Emissionen steigen schneller als das BIP – wird als „Kopplung“ bezeichnet.

Wachsen und gleichzeitig CO2 reduzieren

Die Studie „10 Years Post-Paris: How emissions decoupling has progressed globally“ vom „Energy & Climate Intelligence Unit“ hat die Entwicklungen in 113 Ländern untersucht. Diese decken 97 Prozent des globalen BIP und 93 Prozent der weltweiten Emissionen ab. Basierend auf den neuesten Daten des Global Carbon Budget 2025 klassifiziert die Studie, wie sich Emissionen und Wirtschaft seit 2005 entwickelt haben. 

Die Kernbotschaft: Zwar steigen die globalen CO2-Emissionen insgesamt noch, doch ein wachsender Teil der Weltwirtschaft schafft es bereits, zu wachsen und gleichzeitig den Ausstoß zu senken – oder zumindest deutlich langsamer steigen zu lassen. 

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Entkopplung gelingt auch bei großen Emittenten

Im Jahrzehnt vor dem Pariser Abkommen (2005–2014) hatten bereits 32 Länder eine absolute Entkopplung erreicht, 35 weitere eine relative. Im Jahrzehnt danach (2015–2023) stieg die Zahl der Länder mit absoluter Entkopplung auf 43, die mit relativer Entkopplung auf 40.

Heute kommen Länder, die absolut entkoppelt haben, auf rund 46 Prozent des globalen BIP und rund 36 Prozent der globalen Emissionen. Insgesamt sind bereits 92 Prozent des weltweiten BIP und 89 Prozent der Emissionen in Ländern angesiedelt, die entweder relativ oder absolut entkoppelt sind.

Besonders auffällig: Viele Länder, die früher noch stark gekoppelt waren – also Emissionen schneller wachsen ließen als ihre Wirtschaft – haben den Sprung geschafft. Der Trend zeigt sich nicht nur in reichen Industriestaaten, sondern auch bei großen Emittenten in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.

Wer macht es besonders gut?

Die Studie teilt die Länder in drei Gruppen ein:

  • „Consistent Decouplers“ (dauerhaft absolute Entkoppler in beiden Zeiträumen): Darunter fast ganz West- und Nordeuropa, u.a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Belgien, Niederlande, Österreich und Polen.
  • „Improvers“ (deutliche Verbesserung nach Paris): Unter anderem die Schweiz, Italien, Griechenland, Portugal und Belarus.
  • „Reversals“ (Rückfall): Nur wenige, etwa Lettland, Litauen und Slowenien.


Besonders starke prozentuale Emissionssenken bei gleichzeitigem Wachstum verzeichneten Norwegen, die Schweiz und Großbritannien. Die Analyse verwendet bewusst verbrauchsbasierte Emissionen (consumption-based), um den Vorwurf des „Offshoring“ zu entkräften – also dass reiche Länder ihre Emissionen einfach in Entwicklungs- und Schwellenländer auslagern.

Positiver langfristiger Trend beim Entkoppeln

Einige wenige Länder sind zurückgefallen, vor allem dort, wo die Industrialisierung rasant voranschreitet oder das Wirtschaftswachstum stagniert. Jährliche Schwankungen – etwa durch die Corona-Pandemie 2020 – haben einzelne Staaten vorübergehend in andere Kategorien rutschen lassen. Längerfristig jedoch ist der Trend eindeutig: Die Entkopplung breitet sich aus und umfasst einen immer größeren Anteil der Weltwirtschaft.

„Die Entkopplung ist mittlerweile die Norm und keine Ausnahme mehr, und der Anteil der Weltwirtschaft, der Emissionen im absoluten Sinne entkoppelt, nimmt stetig zu“, betont Simon Land, Mitautor der ECIU-Studie.