Unbekannte haben im sogenannten Amperl-Gewässer bei Ottershausen gewütet. Dadurch gefährden sie ein Fischzuchtprojekt, das zum Ziel hat, den Huchen nach Jahrzehnten wieder in der Amper anzusiedeln.
Haimhausen – Der Huchen ist ein heimischer Speisefisch, der auf der Roten Liste Deutschland als bedrohte Art verzeichnet ist. In der Amper gilt er seit den 1950er-Jahren als ausgestorben. Die Fischerfreunde Haimhausen, der Fischereiverein Petri Heil Dachau sowie die Fachberatung für Fischerei Oberbayern bemühen sich seit geraumer Zeit gemeinsam, am sogenannten Amperl in der Nähe des Heiglweihers bei Ottershausen eine neue Huchen-Population aufzubauen und die Fische wieder in der Amper einzusetzen. Das mit viel Hingabe und Aufwand betriebene Projekt ist nun gefährdet. Unbekannte haben am Amperl den Versuchsaufbau komplett zerstört.
200 Hucheneier einfach aufs Ufer gekippt
Es ist unfassbar: Die Eindringlinge machten Materialien kaputt und rissen den Netzeimer, der 200 Hucheneier enthielt, heraus und kippten die Eier aufs trockene Ufer, wo sie verendeten. Zudem stahlen sie zwei Temperaturlogger.
Wann sich die Tat ereignet hat, ist nicht bekannt. Der materielle Schaden liegt bei knapp 1000 Euro. Doch das ist für die Fischereivereine und die Fachberatung gar nicht so wichtig. Vielmehr: „Besonders bedauerlich ist der Diebstahl der zwei Temperaturlogger, die für das Projekt von großer Bedeutung waren“, sagt Friedrich Göbl, der als Fachberater Fischerei im Bezirk Oberbayern das Projekt „Huchen“ betreut. „Die Messgeräte waren entscheidend, um die Temperaturverhältnisse im Gewässer zu überwachen und die Lebensbedingungen für den Huchen zu analysieren. Die seit November gesammelten Daten sind durch den Diebstahl nun unwiederbringlich verloren“, so Göbl weiter. Denn man könne sie nicht mehr „rekonstruieren“.
Dabei waren die Verantwortlichen des Projekts zuversichtlich, den Huchen, der auch unter dem Namen Donaulachs bekannt ist, wieder in der Amper anzusiedeln. „Einige der für den Huchen kritischen Umweltbedingungen wie die Wasserqualität haben sich in den letzten 25 Jahren erheblich verbessert. Daher hat die beabsichtigte Wiederansiedlung realistische Erfolgsaussichten, zumal in der Isar, in die die Amper mündet, wieder ein selbsttragender Bestand vorkommt“, erklärt Göbl. „Für die Wiederansiedlung in der Amper ist ein Grundbestand an starken, adulten Fischen notwendig, der über dieses Pilotprojekt geschaffen werden soll.“
Fischer hoffen nun auf bereits eingesetzte Huchen
Im Rahmen des Projekts, so ist auf der Homepage der Fischerfreunde Haimhausen nachzulesen, wurden bereits Huchen mit einer durchschnittlichen Größe von 50 Zentimetern und einem Gewicht von 1,3 Kilogramm eingesetzt. Bleibt zu hoffen, dass Exemplare davon überleben werden. Das Projekt wird vorerst über drei Jahre laufen.
Was die nahe Zukunft angeht, hoffen die Projektbetreiber Folgendes: „Die Temperaturlogger sind mit dem Eigentümer-Namen gekennzeichnet. Alle Beteiligten würden sich sehr freuen, wenn zumindest diese den Weg zurück zum Eigentümer finden würden – auch anonym über den Postkasten des ersten Vorsitzenden der Fischerfreunde Haimhausen“, so Monika Gürtler, die Schriftführerin der Fischerfreunde Haimhausen.