Klingbeil im Dachauer Festzelt: Der Bundesminister im „Realitätscheck“

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Eine Mahnung aus dem Jahr 1848: OB Hartmann überreicht Lars Klingbeil ein Erinnerungsgeschenk aus dem Stadtarchiv. © Eine Mahnung aus dem Jahr 1848: OB Hartmann überreicht Lars Klingbeil ein Erinnerungsgeschenk aus dem Stadtarchiv.

SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat bei seinem Auftritt beim politischen Volksfestdienstag in Dachau über die „Berliner Bubble“ und die „peinliche“ Bahn gesprochen. Seine wichtigste Botschaft aber lautete dennoch: Bleiben wir optimistisch!

Dachau – Lars Klingbeil aus der niedersächsischen Kleinstadt Munster hat Herausforderungen noch nie gescheut. Aus einfachen Verhältnissen stammend, brachte er es zum Vizekanzler und Bundesfinanzminister. Er traute sich, beim Aachener Karnevalsverein eine Büttenrede zu halten und bekam dafür den „Orden wider den tierischen Ernst“. Was soll da noch kommen? Klar, die „nächste Steigerung: Ich halte eine ordentliche Bierzeltrede in Bayern“!

Am Dienstag bekam er dazu auf Einladung der Dachauer SPD die Chance. Und trotz nationaler wie internationaler Krisen machte sich der 47-Jährige auf den Weg nach Dachau, um dort über Gerechtigkeit zu sprechen und über die Notwendigkeit, Deutschland von den Fesseln seiner Bürokratie zu befreien.

Die Probleme sind bekannt, jetzt muss gehandelt werden

Klingbeil, der selbst über viele Jahre als Kreisrat in seiner Heimat politisch aktiv war und sich dort regelmäßig den „Realitätscheck“ abgeholt hat, gab zu, dass viele Politiker in ihrer „Berliner Bubble“ säßen und von bequemen Bürostühlen aus Pläne wie die „Rente mit 70“ schmiedeten. „Fahrt mal im Land rum und sagt das den Dachdeckern und Erzieherinnen“, empfahl der SPD-Mann seinen Kollegen.

Apropos rumfahren: „Vor 30 Jahren hatten wir in Deutschland eine Infrastruktur, auf die waren wir stolz. Heute kriege ich schon Applaus, wenn ich sage, ich bin mit dem Zug gekommen und der war einigermaßen pünktlich. Das ist doch peinlich!“

An mangelndem Problembewusstsein mangelte es dem Minister also nicht. Wie genau er das Land wieder auf Kurs bringen will, verriet er allerdings auch nicht. Er beließ es dabei zu versprechen: „Es passiert was, wir treiben Dinge voran!“ Deutschland sei ein „großartiges, tolles Land“. Alles, was es im Moment brauche, sei: „Mehr Zuversicht. Denn wir können was!“

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