Simone Brunner aus Rumeltshausen besteht ihre Prüfung mit der Traumnote 1,0 und ist jetzt Forstwirtin.
Simone Brunner aus Rumeltshausen hat ihre Ausbildung zur Forstwirtin als einzige Absolventin in Bayern mit einem Schnitt von 1,0 abgeschlossen. Diese Traumnote gab es laut einer Pressemitteilung des zu den Bayerischen Staatsforsten gehörenden Forstbetriebs München schon seit zehn Jahren nicht mehr. „Damit schreibt sie ein Stück Prüfungsgeschichte“, lobt die Behörde. Die stolze Absolventin erklärt ihren Erfolg ganz bescheiden so: „Mich hat es einfach schon immer in Richtung Wald gezogen!“
Elterliche Landwirtschaft
Tatsächlich wuchs die 25-Jährige bereits von klein auf, durch die elterliche Landwirtschaft mit Wald, mit dem Thema Forstwirtschaft auf. Nach ihrem Abitur entschied sie sich aber zunächst für eine kaufmännische Ausbildung, anschließend arbeitete sie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Nebenbei ließ sie sich vom bayerischen Waldbesitzerverband zur „Waldprinzessin“ küren. Von 2022 bis 2024 fungierte sie damit, stets mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen und einer Krone auf dem Kopf, als sehr fachkundige Botschafterin des Waldes. Früh gelangte Simone Brunner so zur Erkenntnis: „An der Arbeit im Wald schätze ich am meisten die Natur und den Teamgeist unter den Kollegen.“ Man ist aufeinander angewiesen und sieht nach getaner Arbeit, was man geschafft hat.
Dennoch war die junge Frau vor ihren Abschlussprüfungen „sehr aufgeregt“, wie sie zugibt. Die Nervosität habe sich aber schnell gelegt. Der Wald habe sie für diese Stresssituation das Entscheidende gelehrt: „Ruhe und Konzentration.“ Damit schaffte sie es sogar, trotz einer Grippe mit 40 Grad Fieber zur praktischen Prüfung nicht nur anzutreten, sondern diese Prüfung auch mit Bravour zu bestehen. „Holzernte, Pflanzenschutz und Jugendpflege“ lauteten die Aufgaben, die sie trotz Schnupfennase souverän meisterte.
Forstbetriebsleiter Emil Hudler ist entsprechend stolz – im speziellen auf Simone Brunner, aber auch auf seine übrigen Azubis: „Diese Leistungen zeigen, wie gut und professionell die Ausbildung bei den Bayerischen Staatsforsten funktioniert – und wie motiviert unser forstlicher Nachwuchs ist!“
Simone Brunner hat nun eine Festanstellung als Forstwirtin im Forstbetrieb München. Sie ist besonders für das Pflanzen und die Pflege der Bäume sowie für die Holzernte zuständig.
Laut den Bayerischen Staatsforsten bestanden von den insgesamt 136 Prüflingen sieben Frauen die diesjährige Abschlussprüfung. Simone Brunner ist dieses Ungleichgewicht bewusst, es gebe immer noch viele Vorurteile gegenüber Frauen. „Ich komme aber gut mit den Burschen und Männern aus, da muss man dann auch einfach mal zurückreden. Was Männer mit Kraft schaffen, machen Frauen mit Köpfchen und Technik.“ Die perfekte Mischung also für gelungenes Teamwork. Simone Brunner würde sich daher freuen, wenn andere Frauen ihre Liebe zum Wald teilen würden. Bei Interesse sollten sie es einfach mal „ausprobieren“!
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