Die Dachauer Volksfestbilanz 2025 fällt weitgehend positiv aus. 250 000 Besucher strömten auf die Festwiese, konsumierten fleißig und feierten friedlich.
Dachau – „Dieses Jahr wollten wir es einfach mal wissen“, sagt Volksfest-Chef Tobias Schneider. Hatte man in den vergangenen Jahren noch mühsam den Hektoliter-Verbrauch genommen, diesen zu den Schätzungen der Wirte ins Verhältnis gesetzt und das Ganze noch mit „unserem Bauchgefühl“ multipliziert, installierte die Stadt in diesem Jahr an allen Eingängen zur Ludwig-Thoma-Wiese ein Laserzählsystem. Dessen amtliches Ergebnis: Rund 250 000 besuchten an den vergangenen zehn Tagen das Dachauer Volksfest. Der besucherstärkste Tag dabei war der Donnerstag vor Maria Himmelfahrt mit 30 000 Gästen.
Regionaler traditioneller Charakter
Für Schneider und seine Kollegen im Rathaus ist dies eine sehr gute Nachricht. Aus Dachau und gut einem 50-Kilometer-Umkreis kamen die Besucher. „Wir sind super zufrieden, es war heuer wieder ganz, ganz toll“, so Schneider. Der Dachauer Ansatz, ein Volksfest mit „regionalem, traditionellem Charakter“ zu veranstalten, sei wieder einmal voll aufgegangen.
Die Polizei ist ebenfalls zufrieden. Klar, sagt Sprecherin Luisa Schlager, habe es „veranstaltungstypische Straftaten“ gegeben, wie Körperverletzungen, Beleidigungen, Bedrohungen, „aber es war nichts aus der Reihe“. Dank der Videoüberwachung hätten Schlägereien oftmals schon im Ansatz verhindert werden können, die Securitydienste an den Eingängen hätten mit ihren Taschenkontrollen ebenfalls zur Sicherheit der Gäste beigetragen. Auch positiv: „Letztes Jahr sind im Umfeld des Volksfests viele Radl geklaut worden. Stand jetzt sind es viel weniger Anzeigen.“
Schausteller-Sprecher Paul Tille schließt sich dem Kanon der Zufriedenen an. Dank der „guten Bewachung“, auch mittels Videokameras, sei der Festplatz in Dachau „sehr sicher“ und damit familienfreundlich. Das Rahmenprogramm mit dem Kinderfestzug habe heuer zudem für guten Umsatz gesorgt. Was die Besucher nach seiner Meinung honorierten: „Dass wir die Preise nicht erhöht haben.“
Tilles Fruchtspieß etwa habe weiterhin 6 Euro gekostet, wie im Vorjahr, obwohl sowohl die Schokolade, als auch die Erdbeeren deutlich teurer geworden seien. „Die Leute schauen auf ihr Geld“, sagt Tille. „Die zahlen nicht jeden Preis, nur weil es das Volksfest ist.“
Besucher zahlen nicht jeden Preis
Christian Hefele, Wirt des Schweiger-Festzelts, kann diesen Trend bestätigen. Seine vergünstigten Mittagsgerichte „waren immer alle weg“! Manfred Schendzielorz, rechte Hand von Festwirt Ludwig Rettinger im großen Festzelt, sieht es ähnlich. Den Gästen sei, vor allem bei den Speisen, ein gutes „Preis-Leistungs-Verhältnis“ wichtig.
Das einzige, was den Wirten und Schaustellern die Bilanz, zumindest an den ersten fünf Volksfesttagen, ein wenig verhagelte, war ausgerechnet das schöne Wetter. „Es war schon sehr heiß. Da gehen die Leute untertags lieber baden“, sagt Schweiger-Wirt Hefele. Andrea Schneider, Wirtin des s‘Ziegler-Festzelts, stellte ebenfalls fest: „Durch die Hitze geht alles einfach später los.“
Doch die Besucher kamen nicht nur später, sie konsumierten auch anders. Im großen Festzelt war laut Zelt-Manager Schendzielorz das alkoholfreie Augustiner „der Renner“. In Anna-Maria Fahrenschons „Weißbiergarten“ war das alkoholfreie Franzikaner-Weißbier so nachgefragt, „dass wir nachbestellen mussten“. Und in Andrea Schneiders Partyzelt war „mit Abstand, mit absolutem Abstand“ die Weinschorle das am meisten bestellte Getränk. Harte Spirituosen dagegen seien deutlich weniger getrunken worden. Schneider meint: „Wenn‘s drinnen 45 Grad hat, da kommt sogar unsere Jugend an ihre Grenzen.“
Mittel gegen hohe Temperaturen
Die Wirte machen sich denn auch schon Gedanken, wie sie in Zukunft den heißen Sommern begegnen können. Christian Hefele etwa überlegt, seine Gäste über ein Gebläse abzukühlen. Auch Andrea Schneider kündigt an, sich „etwas überlegen“ zu wollen.
Eine, die es perfekt getroffen hat, war die Weißbiergarten-Wirtin Anna-Maria Fahrenschon. Ihr luftiger Biergarten und das Weißbierkarussell erwiesen sich als Publikumsmagnet. Fahrenschons Fazit nach Jahr eins in Dachau lautet denn auch: „Ich bin super zufrieden!“ Selbst an heißen Abenden, mit immer noch 30 Grad, sei es „herrlich und traumhaft“ gewesen, in ihrem Biergarten zu sitzen. Die Entscheidung, sich um den Volksfest-Standort auf der Thomawiese zu bewerben, habe sie daher „keine Sekunde bereut“.
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