Während Xi in Peking militärische Macht zur Schau stellt, stehen Putin und Kim demonstrativ an seiner Seite – Trump reagiert empört.
Peking – Chinas Staatschef Xi Jinping empfing den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Anlass war der 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. Bei einer Militärparade betonte Xi, dass die Menschheit „erneut vor einer Wahl zwischen Frieden oder Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel“ stehe. China werde „fest auf der richtigen Seite der Geschichte“ stehen. Donald Trump äußerte Kritik an diesem Treffen und vermutete eine Verschwörung.
Auf seiner Plattform Truth Social wandte sich der US-Präsident an Xi: „Bitte richten Sie Wladimir Putin und Kim Jong-un meine herzlichsten Grüße aus, während Sie sich gegen die Vereinigten Staaten von Amerika verschwören“. China und die USA waren im Zweiten Weltkrieg Verbündete gegen Japan. Viele Amerikaner seien für Chinas Sieg und Ruhm gestorben, erinnerte Trump. Er frage sich, ob Xi die umfangreiche Unterstützung der USA erwähnen werde, die China half, „seine Freiheit vor einem sehr unfreundlichen ausländischen Eindringling zu sichern“, so der US-Präsident weiter.
Chinas Geschichte im Zweiten Weltkrieg
1937 griff Japan China an. Der Krieg dauerte bis 1945 an und forderte Millionen Menschenleben. Trotz gegenseitigen Misstrauens kämpften Nationalisten und Kommunisten gemeinsam gegen die japanische Invasion. Nach dem Ende des Krieges entbrannte der Bürgerkrieg zwischen diesen beiden Gruppen erneut. 1949 errichteten die Kommunisten die Volksrepublik China, nachdem sie den Bürgerkrieg für sich entschieden hatten. Die Nationalisten zogen sich daraufhin nach Taiwan zurück. Da die Volksrepublik im Jahr 1945 noch nicht existierte, kritisieren viele, insbesondere Taiwan, Chinas Bestrebungen, sich heute als zentralen Akteur des damaligen Krieges darzustellen. Peking hingegen sieht Taiwan als „abtrünnige Provinz“.
Trump gibt sich mit Blick auf Chinas Militär gelassen
Während der Parade präsentierte China seine Waffentechnologien. Dazu gehörten unbemannte Kampfjets, Unterwasser-Drohnen und die mobile Laserwaffe LY-1, die gegen kleinere Drohnen und Lenkwaffen eingesetzt werden kann. Auch „loyal wingman“-Drohnen, die bemannte Kampfflugzeuge unterstützen, wurden gezeigt. Diese könnten aus Jets wie dem J-20, einem chinesischen Tarnkappenflugzeug, gesteuert werden.
Hyperschallraketen vom Typ YJ und Interkontinentalraketen der DF-Serie, die mit Atomsprengköpfen das US-amerikanische Festland oder Europa erreichen können, waren ebenfalls Teil der Präsentation. Tausende Soldaten marschierten durch Peking. Noch am Dienstag (2. September) hatte Trump in einem Radiointerview erklärt, er mache sich angesichts der Nähe von China und Russland „überhaupt keine Sorgen“ und ergänzte: „Wir haben mit Abstand die stärkste Armee der Welt und sie würden niemals ihr Militär gegen uns einsetzen.“
Putin war bereits vor der Militärparade für den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) nach China gereist. Sein Aufenthalt dauerte insgesamt vier Tage und umfasste zahlreiche Themen und Treffen. Beobachter bezeichneten dies als ungewöhnlich intensiv für einen Staatsbesuch. Auch der Kreml sprach von einem „beispiellosen“ Besuch. Bei dem SOZ-Treffen ging es um nicht weniger als die Schaffung einer neuen Weltordnung: Diese soll multipolar und „gerechter“ sein, hieß es – also die Vorherrschaft der USA beenden und dem globalen Süden mehr Einfluss verleihen.