Zwei alte Bauernregeln zum Valentinstag widersprechen sich eindeutig, gleichzeitig passen sie aber erstaunlich gut zur aktuellen Wetterlage.
Der 14. Februar, Valentinstag, gilt seit Jahrhunderten als wichtiger Lostag. Bauern nutzten ihn früher, um den Verlauf des Spätwinters und den Start in den Frühling oder „Lenz“ zu deuten. Zwei alte Sprüche, beide am selben Datum verankert, scheinen sich jedoch zu widersprechen – und passen doch erstaunlich gut zur aktuellen Großwetterlage.
Die erste Regel besagt: „Kalter Valentin, früher Lenzbeginn.“ Sie verspricht nach einem frostigen 14. Februar einen frühen Frühling. Die zweite Version klingt völlig anders: „Friert es am Valentinstag, bleibt der Winter noch lange hart.“ Also: Frost hält den Winter fest, und der Frühling rückt in die Ferne. Und genau das trifft die aktuell unvorhersehbare Wetterlage erstaunlich gut. Denn Bauernregeln ersetzen zwar keine Prognosen, doch sie erzählen davon, wie Menschen seit Jahrhunderten versuchten, das Wetter zu verstehen. Und manchmal treffen alte Beobachtungen sehr genau den Nerv der Zeit.
Zwischen Spätwinter und Frühlingshauch: Warum beide Regeln recht haben könnten
Deutschland steckt seit Wochen in einer markanten Luftmassengrenze. Im Süden mildere Temperaturen, im Norden und Osten frostige Luft. Dazwischen drückt ein Tief auf dem Atlantik gegen ein Blockadehoch über Skandinavien. Eine Wetterlage, die sich festfahren oder plötzlich kippen kann. Das ECMWF‑Modell rechnet ab dem 9. Februar mit hoher Frostwahrscheinlichkeit, in Teilen Norddeutschlands mit bis zu 95 Prozent Sicherheit. Bis zum 12. Februar könnte die Kälte auch Westen und Süden erfassen. Genau in dieser Phase – zwischen dem 11. und 14. Februar – droht der Polarwirbel in zwei Teile zu zerfallen. Je nach Verlauf strömt dann arktische Kaltluft direkt nach Mitteleuropa.
Meteorologe Dominik Jung erklärt das frostige Szenario gegenüber t-online : „Für unsere Breiten würde dies ein winterliches Szenario begünstigen, mit unterdurchschnittlichen Temperaturen, verbreitetem Frost und – je nach genauer Strömung – auch mit Schnee.“ Solche Lagen seien stabil und könnten „mehrere Tage bis Wochen“ anhalten. Das entspricht ziemlich genau der zweiten Bauernregel: Frost am Valentinstag, Frost noch lange danach.
Doch das Gegenteil ist ebenso möglich. Stabilisiert sich der Polarwirbel, setzen sich Tiefdruckgebiete über dem Atlantik durch. Milder Südwestwind würde dann vom 13. bis 16. Februar Temperaturen von 8 bis 14 Grad bringen. Mancherorts sogar bis zu 16 Grad. Ein rascher Sprung in den Lenz – ganz im Sinne der ersten Regel. Im Februar gibt es übrigens ein weiteres Duo von Bauernregeln, die sich gegenseitig perfekt ergänzen.
Bauernregeln entstanden lange vor Satellitendaten, Höhenkarten und Klimamodellen. Sie beruhten auf Beobachtung, Erfahrung und lokalen Mustern. Dass sie sich widersprechen, ist selten Zufall. Es zeigt vielmehr: Früher wussten Menschen schon, dass der Februar eine Übergangszeit ist. Ein Monat, dessen Mitte oft entscheidet, ob der Winter noch einmal ausholt oder der Frühling schneller zurückkehrt. Beides ist meteorologisch begründet – und deshalb passen ausgerechnet diese widersprüchlichen Sprüche in diesem Jahr überraschend gut zusammen. Was kommt, nachdem es stürmt und schneit? Diese Bauernregeln geben Ausblick auf den Frühling.