Nach der spektakulären Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in einer nächtlichen Militäraktion verschärfen die USA ihren Kurs gegen das südamerikanische Land weiter. Die US-Küstenwache und Spezialeinheiten haben im Atlantik zwei Öltanker, die mit Venezuela in Verbindung stehen, gestoppt - einen davon unter russischer Flagge.
USA stoppen Öl-Tanker
Die „Marinera“, früher „Bella-1“, war Wochen lang vor den US-Behörden geflohen und hatte sogar die Flagge gewechselt und eine russische Fahne auf den Rumpf gemalt. Schließlich wurde sie in nordatlantischen Gewässern zwischen Schottland und Island von US-Einheiten gestellt. US-Vizepräsident JD Vance sprach im Sender Fox News von einem „Fake-Russentanker“, der versucht habe, das Sanktionsregime zu umgehen.
Parallel dazu fing die US-Küstenwache die „M Sophia“ mit venezolanischem Öl nahe der Küste Südamerikas ab, so „Reuters“.
„Wir kontrollieren die Energie“ - Washington will Ölströme bestimmen
Die USA werfen den Tankern vor, Teil einer „Schattenflotte“ zu sein, die sanktioniertes Öl aus Venezuela, Russland und Iran schmuggelt. Stephen Miller aus dem Weißen Haus formulierte die Forderung klar: „Die einzige maritime Energie, die erlaubt ist, ist die, die mit amerikanischem Recht und nationaler Sicherheit im Einklang steht“, so „Reuters“.
Vance machte deutlich, wie weit der Anspruch Washingtons geht: „Wir kontrollieren die Energie-Ressourcen, und wir sagen dem Regime: Ihr dürft das Öl verkaufen, solange ihr Amerikas nationale Interessen bedient“. So wolle man „enormen Druck ausüben, ohne ein einziges amerikanisches Leben zu riskieren“, sagte er laut „AP“.
Trump will venezolanisches Öl verkaufen und das Geld verwalten
Trump kündigte an, die USA würden zwischen 30 und 50 Millionen Barrel venezolanischen Öls raffinieren und verkaufen - Öl, das wegen US-Sanktionen bislang blockiert war. Dafür wolle Washington Sanktionen „selektiv zurückfahren“, erklärte das Energieministerium laut „AP“.
Die Einnahmen sollen in von den USA kontrollierten Konten bei internationalen Banken landen und „nach Ermessen“ der US-Regierung an Bevölkerung in den USA und Venezuela verteilt werden.
Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigte Verhandlungen mit den USA und sprach von „rein kommerziellen“ Geschäften, die beiden Seiten nutzen sollten, so „AP“.
Scharfe Kritik aus China - und Unbehagen bei Verbündeten
China, wichtigster Käufer venezolanischen Öls, reagierte empört. Der „unverschämte Einsatz von Gewalt“ und die Forderung, Venezuela solle seine Ölressourcen nach dem Prinzip „Amerika zuerst“ verwalten, seien „typische Schikane“ und verstießen gegen das Völkerrecht, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning laut „Reuters“.
Auch in den USA selbst regt sich Widerstand. Der demokratische Senator Chris Murphy warf der Regierung vor, Venezuela „mit vorgehaltener Waffe“ das Öl stehlen zu wollen, um so dauerhaft Einfluss auf das Land zu sichern, so „Reuters“.
Währenddessen bleibt die Lage vor Ort angespannt: Maduros Verbündete halten sich an der Macht, und Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez versucht, zwischen scharfer Rhetorik gegenüber Washington und der Öffnung für Geschäfte mit den USA zu balancieren.