Britische Armee am Limit: Kann Starmer seine Versprechen an die Ukraine halten?

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat der Ukraine Unterstützung zugesagt, doch wie belastbar diese Zusagen tatsächlich sind, bleibt fraglich. Gemeinsam mit Frankreich plant Großbritannien, Soldaten in die Ukraine zu schicken, um ein mögliches Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine abzusichern. 

Während Frankreich bereits angekündigt hat, „mehrere Tausend“ Soldaten bereitzustellen, hält sich Starmer mit konkreten Zahlen zurück. Kritiker werfen ihm vor, wichtige Details zu verschweigen. 

Die britische Armee ist laut „Politico“ ohnehin stark ausgelastet: Laut Verteidigungsministerium sind nur knapp 100.000 Soldaten einsatzbereit. Experten warnen, dass ein Einsatz in der Ukraine die ohnehin geschwächten Streitkräfte überfordern könnte.

Britische Soldaten üben Rückzug unter Beschuss während der Übung „Steadfast Dart“ am 17. Februar 2025 in Smârdan, Rumänien.
Britische Soldaten üben Rückzug unter Beschuss während der Übung „Steadfast Dart“ am 17. Februar 2025 in Smârdan, Rumänien. Andrei Pungovschi/Getty Images

Unklare Einsatzregeln bei einem Angriff Russlands

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Einsatzregeln für britische Soldaten. Starmer hat bisher nicht erklärt, wie die Truppen reagieren sollen, falls Russland erneut angreift. Militär-Experten wie Richard Shirreff, ein ehemaliger Nato-Kommandeur, betonen, dass eine Friedensmission nur dann glaubwürdig sei, wenn die Soldaten bereit seien, sich im Ernstfall zu verteidigen. 

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte Zweifel an den Versprechen der internationalen Partner. Er fordert verbindliche Zusagen, dass die Ukraine im Falle eines Angriffs geschützt wird.  

Großbritannien kämpft mit finanziellen und militärischen Problemen

Die Versprechen von Starmer stehen zudem im Kontext der begrenzten finanziellen und wirtschaftlichen Ressourcen Großbritanniens. Die britische Armee ist laut dem „Telegraph“ so klein wie seit über 200 Jahren nicht mehr, und viele Soldaten sind gesundheitlich nicht einsatzfähig. 

Kritiker bemängeln außerdem, dass Starmer keine klaren Pläne vorgelegt hat, wie er die Verteidigungsausgaben erhöhen will. Ohne mehr Geld und eine klare Strategie könnten seine Zusagen an die Ukraine ins Leere laufen.