Tragischer Held von Crans-Montana: Türsteher rettet Gäste aus Flammen - und stirbt

Bei der Feuer-Katastrophe von Crans-Montana wurden einige Menschen zu echten Helden, indem sie Leben retteten. Der 55-jährige Paolo zog beispielsweise ein Dutzend Leute aus den Flammen, erlitt dabei aber eine Rauchvergiftung. Die andere Seite dieses Einsatzes ist die Gefahr, der sich die Menschen aussetzen. So auch ein Türsteher der Bar "Le Constellation". Der 31-jährige Serbe kam bei der Rettung anderer Betroffener ums Leben. Das berichten serbische Medien. 

Zunächst hatte er nach Ausbrechen des Feuers zahlreiche Gäste ins Freie geschoben und war dann noch einmal zurück in die brennende Bar gegangen, um weitere Menschen zu retten. Das bestätigt unter anderem eine Frau aus Frankreich, die an diesem Abend den Flammen entkam. Bis zuletzt hatten Angehörige die Hoffnung, dass er noch am Leben ist, weil sein Handy auch nach der Katastrophe erreichbar war. Sein Tod ist aber mittlerweile bestätigt.

500-seitiger Entwurf: Ausgerechnet jetzt arbeitet Schweiz an Brandschutz-Lockerungen

12.45 Uhr: Mehrere Tage nach der Feuer-Katastrophe in der Bar "Le Constellation" steht die Frage nach dem Brandschutz weiter im Fokus. War dieser ausreichend? 

Ausgerechnet jetzt wird bekannt, dass die Schweiz an einer Totalrevision des Brandschutzrechts arbeitet. Laut "Blick" legte die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) einen knapp 500-seitigen Entwurf für neue Brandschutzvorschriften vor, die im gesamten Land gelten sollen. Für die Umsetzung wären aber Kantone und Gemeinden zuständig.

Insgesamt 24 Todesopfer identifiziert - darunter drei Minderjährige aus Italien

09.04 Uhr: Mittlerweile sind 24 Todesopfer aus der Silvesternacht identifiziert und an ihre Familien übergeben worden. Das berichtet "Blick". Demnach befinden sich Schweizerinnen und Schweizer im Alter zwischen 15 und 31 Jahren unter den Opfern. Zudem ein Rumäne (†18), ein Franzose (†39) und ein Türke (†18).

Wie "Rai News" berichtet sind zudem drei minderjährige Personen aus Italien Opfer der Brand-Katastrophe geworden. Darunter befinden sich der 16-jährige Giovanni Tamburi aus Bologna, der 16-jährige Emanuele Galeppini, ein in Dubai lebender Golfer aus Genua und der 16-jährige Achille Barosi aus Mailand. Ihre Familien wurden von den Schweizer Behörden benachrichtigt.

Bei der Feuerkatastrophe in der Bar "Le Constellation" verloren mindestens 40 Menschen ihr Leben.

Arthur (16) starb in Inferno - seine Mutter trauert in bewegender Rede

08.50 Uhr: Mittlerweile wurden acht Todesopfer identifiziert. Dabei handelte es sich allesamt um Personen aus der Schweiz im Alter von 16 bis 20 Jahren. 

Unter den Opfern befindet sich auch der 18-jährige Arthur. "Unser Arthur ist nun aufgebrochen, um im Paradies zu feiern", sagt die Mutter in einem Video, das dem Sender "BFMTV" vorliegt. "Wir können nun trauern, da wir wissen, dass er in Frieden ruht."

Bürgermeister: "Bei der Kontrolle von Bars gab es keine lasche Haltung"

07.43 Uhr: In der Schweiz müssen öffentlich zugängliche Gebäude einmal pro Jahr kontrolliert werden. Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana stellt sich nun die Frage, ob die Gemeinde dieser Aufgabe nachgekommen ist. Dabei sorgt ausgerechnet eine Aussage des Barbetreibers für Aufsehen. "Wir wurden in zehn Jahren dreimal kontrolliert", sagte Jacques Moretti gegenüber "24 heures". 

Sollte dies stimmen, wäre die Gemeinde ihrer Pflicht nicht nachgekommen. Bislang gibt es keine Stellungnahmen dazu von den Behörden, alle nötigen Unterlagen seien der zuständigen Staatsanwaltschaft übergeben worden. Bürgermeister Nicolas Féraud indes betont gegenüber dem Radiosender "RTS": "Bei der Kontrolle von Bars gab es bei der Gemeinde Crans-Montana keine lasche Haltung." Sollte es doch zu Versäumnissen gekommens sein, könnten auch die Verantwortlichen der Gemeinde ins Visier der Justiz geraten.