Trump weigert sich, NATO-Austritt auszuschließen. Seine Grönland-Ambitionen spalten das Bündnis. Europäische Verbündete reagieren alarmiert.
Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, dass er einen Austritt aus der NATO, um Grönland zu erwerben, nicht ausschließe, und bekräftigte damit seine Pläne, das Gebiet zu annektieren.
Als ihn ein Reporter während eines Pressetermins im Oval Office fragte, ob er bereit wäre, die NATO zu verlassen, antwortete Trump: „Nun, ich werde Ihnen nicht sagen, wozu ich bereit bin. Aber Grönland ist sehr wichtig für die nationale Sicherheit, auch für Dänemark. Es gibt nichts, was Dänemark tun kann, wenn Russland oder China Grönland besetzen wollen.“
„Aber wir können alles tun. Das haben Sie letzte Woche an Venezuela gemerkt“, fügte er hinzu. Die Äußerung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als mehrere NATO-Verbündete militärische Truppen in das Hoheitsgebiet Grönlands entsandten.
NATO, Grönland und die dänische Souveränität
Grönland ist ein selbstverwaltetes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark. Es genießt seit 1979 weitreichende Autonomie mit eigener Regierung und eigenem Parlament, doch Außenpolitik und Verteidigung liegen weiterhin in der Verantwortung Kopenhagens.
Trumps Einfluss auf die NATO und die Grönland-Frage
Trumps erneutes Streben nach Kontrolle über Grönland hat einen tiefen Keil zwischen die USA und ihre NATO-Verbündeten getrieben und schürt die Furcht vor einer existenziellen Krise innerhalb des 75 Jahre alten Bündnisses.
Die strategische Lage Grönlands in der Arktis, der Reichtum an seltenen Erden und die beschleunigenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Zugang zu Ressourcen haben die Insel in den Mittelpunkt eines neuen geopolitischen Machtkampfs gerückt.
Auswirkungen von Trumps Äußerungen auf die NATO und den US-Kongress
Trumps Äußerungen – und Washingtons Weigerung, den Einsatz von Gewalt oder einen Austritt aus der NATO auszuschließen – haben zu einem verstärkten europäischen Militäreinsatz in Grönland und zu breiter Besorgnis bei beiden Parteien im US-Kongress geführt. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)