Passionstheater: Mobiles Dach wird untersucht - Zukunft der Stadtgassen auf der Bühne noch unklar

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Oben offen: Die provisorische Überdachung der Stadtgassen musste wieder entfernt werden. © bartl

Das mobile Dach des Oberammergauer Passionstheaters wird derzeit genauer unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis der Untersuchung soll es im Herbst geben.

Oberammergau – Man könnte fast behaupten, sie ist eine kleine Berühmtheit. Zumindest hat die mobile Überdachung in der Vergangenheit schon viel Aufmerksamkeit erregt. Vor allem in ihrer Entstehungszeit vor nicht ganz 20 Jahren. Mit einer regelrechten Pleiten- und Pannen-Serie bei Planung, Koordination und Abwicklung sorgte das Prestige-Projekt für Aufsehen. Vergleichbar still war es zuletzt um die Konstruktion geworden. Jetzt kam das Dach im Bauausschuss zur Sprache. Denn derzeit wird es, wie auch die Fahrschienen, einer turnusgemäßen Bauwerksprüfung unterzogen.

Die Winterverspannung ist bereits abgebaut, aktuell läuft das Dach einwandfrei, urteilte Bauamtsleiter Bernd Sedlmaier in der Sitzung. Allerdings hat sich in einem Träger Wasser gesammelt. Woher es kommt? Gute Frage. Das gilt es herauszufinden. „Wir wissen nicht, ob es Schwitzwasser ist oder von außen eindringt“, erklärt seine Kollegin Ursula Mayr auf Tagblatt-Nachfrage.

Mobiles Dach im Passionstheater: Keine Anzeichen auf große Risse

Die externe Firma IB Förster und Sennewald aus München – sie war bereits 2019 mit gleicher Aufgabe betraut worden – ist nun am Zug. Sie nimmt das Bauwerk genau unter die Lupe, inspiziert Einzelteile, klopft das Dach ab, untersucht es nach beschädigten Stellen et cetera. Laut aktuellem Kenntnisstand „gibt es keine Anzeichen, dass große Risse drin sind“, sagt Mayr. Doch eine abschließende Beurteilung und Einschätzung erfolgt erst.

Im Herbst soll das Büro die Ergebnisse ihrer Prüfung vorstellen und die Sanierungsmaßnahmen vorschlagen. Dann braucht’s Entscheidungen der Ortspolitiker. Eine Sache haben sie bereits Anfang des Jahres festgelegt: Im Haushalt für 2024 sind 200 000 Euro für das Dach einkalkuliert worden.

Stadtgassen der Passionsspielbühne: Provisorium wurde entfernt

Wie es mit der Überdachung der Stadtgassen weitergehen soll, steht auf einem anderen Papier. Zur letzten Passion hatte Spielleiter Christian Stückl gewünscht, die Seitengassen auf der Bühne zu überdachen. Befristet hatte das Landratsamt dieses Provisorium genehmigt, im vergangenen Jahr musste es schließlich entfernt werden.

Welche Vorgehensweisen nun möglich wären, dazu hat er bereits einen Ortstermin mit der Kreisbehörde und dem Denkmalschutz gegeben. Die Rückmeldung – eine eher „sparsamen Aussage“, sagte Sedlmaier im Ausschuss. Wichtig dabei: Die Kreisbehörde signalisierte, das Thema wohlwollend zu begleiten. Allerdings wurde die Gemeinde darauf hingewiesen, dass eine Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege nötig ist. Dafür aber braucht es eine Darstellung des geplanten Vorhabens. Doch ist in dieser Angelegenheit noch nichts beschlossen.

Noch kein Handlungsbedarf

Falls die Überdachung der Stadtgassen ein fester Bestandteil der Bühne werden soll, kann dies nicht so mir nichts dir nichts umgesetzt werden. Es gelte dann als Erweiterung des Bühnenhauses und somit als „richtige Baumaßnahme“, erklärte Sedlmaier. Mit Leistungsphasen, Abstimmungen und mit allem Pipapo. Die Gemeinde müsste auf ein Architekturbüro zugehen und Entwurfsskizzen anfertigen lassen sowie Statiker einbinden. Das Stichwort für Mayr: Denn „immer, wenn man in die Statik eingreift, dann brauchen wir einen Bauantrag, dann ist das Landratsamt und der Denkmalsschutz dabei“.

Schnell kristallisierte sich aber heraus, dass sich die Ausschussmitglieder noch vor einem Entschluss sträuben. Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) empfahl, sich dafür auszusprechen, dass jetzt noch kein Handlungsbedarf besteht. „Solange wir nicht wissen, wie das nächste Bühnenbild aussehen soll.“ Es herrsche noch zu viel Ungewissheit, auch in puncto Brandschutz. Den Vorschlag unterschrieb Karl-Heinz Götz (PWG) sofort. Auch er plädierte dafür, abzuwarten, bis der Gemeinderat den Spielleiter für 2030 gewählt hat. „Man weiß ja jetzt nicht, was kommt.“

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/oberammergau-ort29187/mobiles-dach-unter-der-lupe-93083365.html