Gerichtsverfahren in München: Ingolstädter wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht

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Ein 49-jähriger Mechaniker aus Ingolstadt steht seit Dienstag vor dem Münchner Landgericht. © D.-W. Ebener/dpa

Ein 49-Jähriger soll seine Ex-Freundin in deren Wohnung im Isarwinkel vergewaltigt und geschlagen haben. Im Prozess vor dem Landgericht München sagt er, die neun Jahre ältere Frau habe sich die Vorwürfe nur ausgedacht.

Bad Tölz-Wolfratshausen/München – Eine mehrjährige Haftstrafe droht einem 49-jährigen Mechaniker aus Ingolstadt, der sich seit Dienstag vor dem Münchner Landgericht verteidigen muss. Ihm wird vorgeworfen, im Isarwinkel seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Dazu las der Angeklagte am ersten Verhandlungstag eine Stunde lang aus einer selbst verfassten Erklärung vor. Seine Ex-Freundin habe er 2022 über Soziale Medien kennengelernt, sagte er. Sie habe ihn angeschrieben – wegen der Motorräder und Luxussportwagen auf seinem Profilbild. Die begeisterte Motorradfahrerin sei fasziniert gewesen von seinem Job bei einem „Ingolstädter Milliardär“ und davon, dass er „alle Fahrzeuge persönlich“ habe fahren dürfen, erklärte der Kraftfahrzeugmechaniker stolz.

Vorfall am 19. Juni 2023

Trotz der Entfernung von 150 Kilometern hätten er und die 58-Jährige „so ziemlich die ganze Freizeit“ miteinander verbracht. Und Pläne geschmiedet: So habe sie nach Ingolstadt ziehen und bei seinem Arbeitgeber anfangen wollen. Mitte vergangenen Jahres sei es jedoch immer öfter zum Streit gekommen. Mehrfach habe er versucht, die Beziehung zu beenden. So auch am 19. Juni, als er unangekündigt zu ihr gefahren sei. „Hi, was für eine Überraschung“, habe sie ihn begrüßt. Anstatt Schluss zu machen, sei er jedoch mit ihr zum Baden gefahren. „Ich wusste nicht, wie ich es ihr sagen sollte.“

Anschließend habe man gegessen und sei gemeinsam ins Bett gegangen. „Ich wendete mich ab“, beteuerte er und fügte hinzu: „Bis sie plötzlich auf mir saß.“ Er habe sich auf den Sex lediglich „eingelassen“.

Ingolstädter beruft sich auf Notwehr

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass sich der Angeklagte „plötzlich in sexueller Motivation“ auf die Frau gelegt, ihr die Luft abgeschnürt, ein Handy gegen den Kopf geschlagen und sie vergewaltigt hat. Am nächsten Morgen soll er ihr ein Auge blau geschlagen und gedroht haben: „Ich schlag’ dich kaputt.“

Der Ingolstädter räumte den Schlag zwar ein, berief sich aber auf Notwehr: Die 58-Jährige, die „sehr durchtrainiert“ und schwerer sei als er, sei mit einer Salatschüssel auf ihn losgegangen.

Für den Mechaniker ist klar, warum seine ehemalige Freundin ihn beschuldige. Der Isarwinklerin sei es „nur um den Job bei uns“ gegangen. Sein Chef habe sie aber „nicht einmal als Putzfrau“ einstellen wollen: „Die spinnt doch“, soll er gesagt haben. Der Angeklagte war sich sicher: Darüber sei die 58-Jährige ebenso „stinksauer“ gewesen wie über seine neue, deutlich jüngere Freundin. Außerdem habe sie ihr Veilchen erklären müssen. Deshalb „drehte sie den Sachverhalt so hin, wie sie es brauchte“, schimpfte der 49-Jährige.

Staatsanwaltschaft sieht Sachlage anders

Die Staatsanwaltschaft ist hingegen davon überzeugt, dass der Angeklagte aus Eifersucht gehandelt habe. Dafür spricht, dass er bei seiner Einlassung mehrfach auf zwei Kassenzettel einging, die angeblich belegen, dass seine Ex ihn „ganz bewusst und gezielt belogen hat“. Auf die Frage des Gerichts, warum ihm dies so wichtig sei, wenn er doch ohnehin Schluss machen wollte, hatte er keine schlüssige Antwort.

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Sollte er anklagegemäß verurteilt werden, droht dem Mechaniker eine mehrjährige Haftstrafe: Bei einer Vergewaltigung unter Verwendung eines gefährlichen Werkzeugs – als solches gilt bereits ein Handy – erhöht sich die Mindeststrafe im Regelfall auf fünf Jahre. Hinzu kommt, dass der 49-Jährige schon 13-mal strafrechtlich in Erscheinung getreten ist – unter anderem deshalb, weil er eine frühere Freundin geschlagen hat. Das Gericht hat fünf Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt.

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