Volksfest Murnau: Viel Bewährtes, ein wenig Neues

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Bald geht‘s los: Mitarbeiter von Volksfestwirt Jochen Mörz bauen am Dienstag Biertische und Bänke im Murnauer Festzelt auf. © ANDREAS MAYR

Jahrzehntelang stand der Name Fahrenschon hinter dem Volksfest – ab Freitag, 12. Juli, gibt Jochen Mörz sein Murnau-Debüt. Der neue Wirt tritt mit größerem Zelt und einem ausnahmsweise kleineren Vergnügungspark an. Die Augustiner-Mass wird für 11,80 Euro ausgeschenkt.

Murnau - Der Bierpreis – eine sensible Angelegenheit. Viele staunen jedes Jahr aufs Neue, wenn publik wird, welche Summen die Münchner Wiesnwirte aufrufen werden. Bei 13,60 Euro liegt heuer die unterste Grenze für die Mass.

Jochen Mörz kündigt für Murnau an, den Vorjahrespreis für den Liter Augustiner unterbieten zu wollen, der seinen Angaben zufolge bei 12,60 Euro lag. „Für ein kleines, ländliches Volksfest empfinde ich das als zu teuer“, erklärt der neue Wirt, Nachfolger des Unternehmens Fahrenschon, das in den vergangenen Jahren im Clinch mit der Gemeinde gelegen war und heuer erstmals nicht mehr die lokale Wiesn stemmt. Diese läuft von Freitag, 12., bis Sonntag, 21. Juli. Mörz ruft einen Mass-Preis von 11,80 Euro auf. Auch Karg, die örtliche Weißbier-Traditionsmarke, wird‘s wieder geben.

Volksfest Murnau: Längeres Zelt und kleinerer Vergnügungspark

Manches bleibt wie gewohnt, anderes ändert sich – und soll weiter einem Wandel unterworfen sein, weil Mörz die Murnauer Gegebenheiten erstmals erlebt und Schlüsse daraus ziehen will. Er entschied sich heuer für ein 55 Meter langes Zelt, das damit 5 Meter mehr aufweist als das seiner Vorgänger. „Wir bestuhlen im Zelt nicht so eng, die Leute sollen es gemütlich haben“, sagt Mörz. Etwa 1900 Menschen finden Platz, dazu an die 500 im Biergarten. Da er auf eine andere Versorgung setze, müssten wesentlich mehr Fahrzeuge wie etwa Kühlwagen untergebracht werden. Ein Faktor, den Mörz künftig ändern möchte. Heuer jedoch ist es erst einmal so, dass der Vergnügungspark deshalb kleiner ausfällt. Der Platz sei „absolut ausgereizt“, sagt Mörz. Er gebe optisch mehr her als in der Realität. Die Klassiker sind gesetzt, darunter Autoscooter, überdachte Berg- und Talbahn vom Typ „Musik Express“, Kinderkarussell, Spielgeschäfte, Schießwagen, Süßigkeiten, Früchte, aber nicht wie zunächst gedacht der Salto Mortale. 2025 soll ein weiteres größeres Fahrgeschäft Platz finden. „Wir feilen auf jeder Seite für nächstes Jahr“, sagt Mörz.

Murnauer Probejahr – nach dem Volksfest wird Bilanz gezogen

Ob es eine Fortsetzung gibt, wird sich indes erst nach dem diesjährigen Volksfest zeigen. Mörz und die Marktgemeinde haben einen Ein-Jahres-Vertrag abgeschlossen, quasi ein Probejahr, um zu prüfen, bevor sie sich länger binden. Der Wirt wird nach der Murnauer Wiesn einen Kassensturz machen, Bilanz ziehen: „Die Zahlen sprechen für sich.“ Dann soll eine längerfristige Bindung erfolgen – oder die Partner gehen wieder auseinander, weil‘s für einen oder für beide nicht gepasst hat.

Bürgermeister wird anzapfen

Was ebenfalls bleibt: die legendäre Manyana-Montagsparty. Und auf Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wartet die alljährliche Nagelprobe des Anzapfens, bei der für Rathaus-Chefs stets ein wenig Blamage-Gefahr mitschwingt, wenn sie versuchen, mit dem Schlegel den Wechsel ins Fass zu treiben, dabei trocken zu bleiben und möglichst wenige Schläge zu benötigen. Um 18 Uhr gibt‘s wie gewohnt zunächst Augustiner-Freibier vor dem Rathaus und ein Standkonzert des Jugend- und Blasorchesters, bevor Vereine, zwei Kutschen mit Ehrengästen und das Brauereigespann sich aufmachen zum festlichen Volksfesteinzug.

Täglich gibt es einen Mittagstisch mit extra Speisenkarte

Zehn Tage Volksfest warten auf Murnau. Mörz wird täglich außer sonntags, wenn im Zelt um 10 Uhr der Betrieb anläuft, von 11.30 bis 15 Uhr Mittagstisch mit einer Sonder-Speisenkarte anbieten. Er meint, dass Murnau ein zusätzliches Angebot gut verträgt; Fleisch und Wurstwaren beziehe er von Haller und damit aus dem Ort. Für ihn ist das „regionale Wirtschaftsförderung“. Mörz reist mit großem Tross an, er beschäftigt knapp 90 Leute. Dazu kommen rund ein Dutzend Schausteller mit Personal und Familien.

Das Programm im Überblick

Freitag, 12. Juli: ab 18 Uhr: Freibierausschank vor dem Rathaus mit dem JBO; Volksfesteinzug und Ozapfn, Hopfen und Malz Musi. Samstag, 13. Juli: ab 11.30 Uhr: Mittagstisch; Kinderschminken im Zelt (kostenlos); ab 18 Uhr: Festzeltparty mit Zruck zu Dir (Rock, Pop, Partyhits). Sonntag, 14. Juli: 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr: Unterhaltung mit dem Jugend- und Blasorchester Murnau; ab 18 Uhr: Festzeltabend mit Die 3 Z‘widern. Montag, 15. Juli: ab 19 Uhr: Manyana-Montagsparty. Dienstag, 16. Juli: ab 18 Uhr: Hopfen Musi. Mittwoch, 17. Juli: Familientag; ab 12 Uhr Seniorennachmittag; ab 15 Uhr: Kasperl im Festzelt; ab 18 Uhr: Dreisam. Donnerstag, 18. Juli: ab 18 Uhr: Sunday 3 (Austropop). Freitag, 19. Juli: ab 19 Uhr: Tag der Betriebe und Vereine mit den Alpencasanovas; Samstag, 20. Juli: ab 11.30 Uhr: Mittagstisch; ab 19 Uhr: Partynacht mit Volxxbeat. Sonntag, 21. Juli: 11 bis 16 Uhr: bayerische Unterhaltungsmusik; ab 18 Uhr: Volksfestausklang mit Bavaria 3.

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