Sanierung der Obdachlosenunterkunft - Betroffene werden während Arbeiten dezentral untergebracht

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Unter anderem in dem Haus in der Peitinger Straße, das im Vordergrund zu sehen ist, sollen temporär obdachlose Menschen unterkommen. © Hans-Helmut Herold

Zwei Familien sowie sieben Einzelpersonen sind derzeit in Schongaus Obdachlosenunterkunft untergebracht. Wegen einer nötigen Sanierung sollen sie temporär in drei andere Komplexe ziehen.

Schongau - Der Gebäudekomplex im Tal (8 und 12), in dem neben der Obdachlosenunterkunft auch andere Wohnungen sind, soll saniert werden. Die Wohnungen, die man sich zuletzt im Herbst angeschaut hatte, seien sehr renovierungsbedürftig, sagt Bürgermeister Falk Sluyterman. Eine Wohnbaugesellschaft würde zu diesem Zweck alles entmieten, so Dietrich. Als Stadt gehe man einen anderen Weg. Geplant ist die Sanierung in drei Bauabschnitten. Begonnen werden soll mit dem Bereich, in dem aktuell die obdachlosen Personen wohnen. Für diese sei deshalb temporär eine andere Unterbringung nötig.

Der Stadtrat habe sich für eine dezentrale Lösung – übers ganze Stadtgebiet verteilt – ausgesprochen, so Sluyterman. Drei Objekte wurden gefunden: städtische Wohnungen in der Hans-Böckler-Straße 5-9 und in der Benefiziumstraße 34 sowie ein Haus in der Peitinger Straße 7, das man von der Papierfabrik UPM anmietet.

Haus in der Peitinger Straße wird hergerichtet

Während die eigenen Wohnungen bereits nutzbar seien, muss das seit langem leerstehende und in die Jahre gekommene Haus in der Peitinger Straße noch hergerichtet werden. Rund 100 000 Euro stehen dafür im Haushalt. Allerdings wolle man möglichst viel in Eigenleistung bewerkstelligen, so Dietrich. Also durch Arbeiter, die ohnehin bei der Stadt angestellt sind. Geld werde also quasi „durchgebucht“.

Erste Arbeiten haben begonnen. Der Stadt komme zugute, dass der Winterdienst aufgrund der Witterung aktuell nicht so gefragt ist, und die Mitarbeiter stattdessen in der Peitinger Straße tätig sein können. Im Laufe des zweiten Quartals 2025 soll das Haus so weit hergerichtet sein, dass es genutzt werden kann, so Dietrich. Maximal sieben Personen sollen laut Bürgermeister dort Platz finden. Nach der temporären Nutzung als Obdachlosenunterkunft sei auch eine Wohnnutzung denkbar.

Ein Hausmeisterteam der Stadt kümmert sich um die Häuser. Sie seien außerdem kompetent im Umgang mit den Menschen, könnten, falls es zu Konflikten komme, auch moderieren, so Dietrich.

Weil von den dezentralen Unterbringungen mehrere Stadtbereiche betroffen seien, habe man Nachbarn nicht angesprochen, sondern wolle allgemein über die Presse informieren. Sollte es Redebedarf geben, habe man natürlich ein offenes Ohr, so Sluyterman.

Menschen greifen unterschiedlich lange auf Obdachlosenunterkunft zurück

In der Hans-Böckler-Straße habe man in der Vergangenheit immer wieder obdachlose Menschen unterbringen können. Die Wohnung in der Benefiziumstraße, die sich oberhalb des Kindergartens Luftballon befindet, wolle man einer obdachlosen Familie zur Verfügung stellen. Für die zweite Familie, die aktuell noch in der Obdachlosenunterkunft wohnt, sei man zuversichtlich, diese wieder in den normalen Wohnungsmarkt integrieren zu können. Wie lange Menschen auf Obdachlosenunterkünfte zurückgreifen, sei sehr unterschiedlich, erklärt Dietrich. Manchmal seien es kurze Zeiträume zur Überbrückung, manchmal auch Jahre.

Den Bedarf zu prognostizieren sei schwierig, da man nicht wisse, wann sich Personen obdachlos melden, sagt Sluyterman. Kommunen seien aber in der Pflicht, dann einen Platz anbieten zu können. So sei es in anderen Orten schon vorgekommen, dass Hotelzimmer angemietet werden mussten. In Schongau habe man die Lage durch rund 100 städtische Wohnungen, von denen man immer wieder einzelne nutzen konnte, gut im Griff gehabt. Sluyterman ist außerdem froh über ein Angebot aus Peiting, wonach bei Bedarf auch deren Obdachlosenunterkunft genutzt werden könne. Es sei gut, dass man hier interkommunal zusammenarbeite.

Sanierung wohl bis Ende 2027

Sobald alle obdachlosen Personen anderweitig untergebracht sind, beginnt die Sanierung des Komplexes im Tal. Ist der erste Abschnitt beendet, ziehen die Menschen aus dem zweiten Aufgang in die renovierten Wohnungen. Dann werden deren ehemalige Wohnungen saniert. Es folgt ein ähnliches Prozedere beim dritten Bauabschnitt. Ob die Menschen dann in diesen Wohnungen bleiben oder zurück in ihre ursprünglichen Räume wollen, könne man noch individuell klären, so Dietrich. Geplant ist, dass alle Arbeiten im Tal Ende des Jahres 2027 beendet sind.

Obdachlose könnten dann auch wieder im Tal untergebracht werden, wobei man die Augen auch nach anderen Möglichkeiten offen halte, so Dietrich. Da es sich um einen Zeitraum von knapp drei Jahren handle, könne schließlich noch viel passieren. Zum einmal geplanten Neubau einer Obdachlosenunterkunft sei man unter anderem aus Kostengründen auf Abstand gegangen, erinnert Sluyterman an einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2022.

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