Appelle, aufs Feuerwerk zu verzichten, fruchten zu Silvester kaum. Bad Wiessee will es mit einer anderen Strategie versuchen: Der Gemeinderat will die Feierlaune mit einer Silvesterparty samt Feuerwerk bündeln.
Bad Wiessee – Der Jahreswechsel ist nicht mehr allzu weit. In Bad Wiessee könnte er gesellig ausfallen: Im Gemeinderat sprang der Funke schnell über, als die CSU-Fraktion den Antrag stellte, an Silvester in Bad Wiessee wieder ein kommunales Feuerwerk mit Gastroangebot zu organisieren. Jetzt darf’s sogar eine richtige Silvesterparty werden.
Für CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter war mit der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag der richtige Zeitpunkt gekommen, um über das Feuerwerk zum Jahreswechsel zu sprechen. Seit Jahren streben Schutzgemeinschaft, Grünen-Politiker und Tierschützer im Tegernseer Tal ein Feuerwerks-Verbot an und appellieren an die Bürger, die private Böllerei zugunsten von Natur und Tieren zu unterlassen. Trotz dieser Initiativen und gelungener Alternativen, wie der Silvester-Lasershow in Kreuth, waren private Feuerwerke bislang nicht ganz in den Griff zu bekommen.
„Viele wollen auf ein Feuerwerk an Silvester nicht verzichten“, konstatierte Sareiter und schlug deshalb vor, ein großes, gemeinsames, kommunales Feuerwerk an einem zentralen Punkt in Bad Wiessee zu zünden. An einem Ort, wo der Hall nicht allzu groß ist und die Bürger gemeinsam bei einem kleinen kulinarischen Angebot ins neue Jahr rutschen könnten. Sareiter argumentierte: Würden Gastgeber, Gastronomie und Gewerbe sich – wie früher unter der Ägide von Josef Brenner und Alwin Gericke sen. am Badhügel – wieder zusammentun, würden erfahrungsgemäß die kleineren privaten Feuerwerke wegfallen.
„Wichtig ist das Feuerwerk an einem Ort“
Ob man das kommunale Feuerwerk nun am Badhügel oder an der Seepromenade zünden würde: „Hauptsache, gemeinsam und mit einem kulinarischen Angebot“, fand Sareiter. Letzteres würde er in der Obhut der Vereine gut aufgehoben sehen: „Vielleicht zwei oder drei Buden mit Gulaschsuppe und Chili con Carne“, stellte er in den Raum. Ob man eine Bühne mit Musik bräuchte, sei zu diskutieren: „Wichtig ist das Feuerwerk gebündelt an einem Ort.“
Auf Benedikt Dörders (SPD) Nachfrage nach der Finanzierung des kommunalen Feuerwerks zeigte sich Sareiter optimistisch: „Wenn wir unter den Gastronomen und Gastgebern fragen, was sie zu spenden bereit sind, werden wir eine riesige Summe zusammenbringen.“ Johann Zehetmeier vom Wiesseer Block gefiel die Idee an sich und die Finanzierung eines kommunalen Feuerwerks über Spenden gut. Als Ort für das gemeinsame Silvesterfeiern kam für ihn nur die Seepromenade infrage. Und er forderte, dass die ganze Sache „sauber organisiert“ gehört. Ihm schloss sich Peter Kathan (CSU) an: „Das kommunale Feuerwerk hat ja schon früher funktioniert. Auch damals ist die kleine Ballerei zurückgegangen.“ Mit Blick darauf, dass es den Feinstaub nicht zurück an die Seepromenade blase, schlug er vor, das Feuerwerk in Richtung Zeiselbachmündung zu zünden.
Gemeinde braucht viel Unterstützung
Bürgermeister Robert Kühn (SPD) machte deutlich, dass die Wiesseer Silvesterfeier mit der Beteiligung der Vereine und Wirte stehe und falle. Er könne schlecht beurteilen, wie viel Umsatz damit generiert werden könnte. Aber er wisse, dass viele das gemeinsame Feiern vermissen würden. Und Sareiter ergänzte, dass die Junge Union bei ihrer Silvesterparty am See lange sehr großen Zulauf gehabt habe.
Kühn schlug daraufhin vor, die Organisation des Silvesterfestes, für das die Weihnachtsmarkthütten genutzt werden können, an die TTT zu delegieren. Die Gemeinde sei bereit, das Feuerwerk zu unterstützen, baue aber auch darauf, dass sich durch die Berichterstattung viele Sponsoren aus dem Ort finden. Sareiter appellierte, dass die Gemeinderäte selbst geeignete Spender ansprechen, damit am Ende ein schönes, großes, gemeinsames Feuerwerk zusammenkomme. Dafür sprachen sich am Ende alle Gemeinderäte einstimmig aus.