25 Jahre waren die „Freisinger Gartentage“ eine Institution – bis 2023 Schluss war. Heuer kommen Gartler wieder auf ihre Kosten. Vieles wird allerdings ändern.
Freising – Pflanzenfans und Hobbygärtnerinnen können sich das Muttertagswochenende dick im Kalender markieren: Am 10. und 11. Mai finden auf dem TU-Campus Weihenstephan die „Gartentage Freising-Weihenstephan“ statt. Das Ganze geschieht nicht nur unter einem neuen Namen, sondern auch an einem neuen Standort und unter neuer Leitung. Inhaltlich dreht sich jedoch weiterhin alles um den grünen Daumen.
Veranstaltet wird der zweitägige Gartenmarkt von Robert Sulzberger. Der gebürtige Münchner hat in Weihenstephan Gartenbauingenieurwesen studiert und den Großteil seines Lebens in der Domstadt verbracht. Seit 2006 organisierte er mit seinem Kollegen Tobias Mayerhofer aus Freising die Gartentage in Lindau und Bregenz am Bodensee. Nun kehren die beiden zu ihren Freisinger Wurzeln zurück. „Wir planen eine hochwertige, qualitätsvolle Veranstaltung“, erklärt Sulzberger im FT-Gespräch. Im Fokus sollen Pflanzen und Gewächse stehen, dazu Kunsthandwerk, Schönes und Nützliches rund um den Garten. Umrahmt werden soll das Ganze von Musik sowie einem Bastelangebot mit Naturmaterialien für Kinder.
Neuer Name, neuer Standort
Als Nachfolger der „Freisinger Gartentage“, die bis vor zwei Jahren auf dem Gelände des Landratsamts über die Bühne gingen, will man sich nicht verstanden wissen und daher auch keine Vorschusslorbeeren einheimsen. Die „Gartentage Freising-Weihenstephan“ seien völlig losgelöst davon, betont Sulzberger. Diese Eigenständigkeit soll auch der andere Name verdeutlichen. Der Standortwechsel hingegen habe vor allem praktische Beweggründe: „Durch bauliche Veränderungen konnten im Landratsamt immer mehr Bereiche nicht bespielt werden. Außerdem war die Parkplatzsituation schon immer schwierig“, erklärt der 68-Jährige. Dass die Veranstaltung nun an die „grüne“ Hochschule verlegt wird, sei thematisch perfekt.
Seit dem Herbst arbeiten Sulzberger und Mayerhofer mit Hochdruck daran, Aussteller zu akquirieren. „Im Rahmen der deutschen Gartentage waren die Freisinger ein absolutes Schwergewicht, was die Anzahl der Aussteller angeht. Wir versuchen, in diese Fußstaben zu treten, aber viele Gärtner gibt es wegen Corona inzwischen gar nicht mehr.“ Zusagen gebe es schon von einigen deutschen Gärtnern, aber es gebe auch Anmeldungen aus Österreich, Slowenien und Tschechien. „Wenn wir 100 Aussteller kriegen, sind wir sehr zufrieden.“
Was Besucherzahlen angeht, ist Robert Sulzberger zurückhaltender: Die ließen sich bei Premieren schlecht schätzen, zumal sei das Wetter ein unabwägbarer Faktor. Daher hofft er schon jetzt auf das Beste. Zumindest eine Besucherin dürfte vermutlich schon feststehen: Anita Fischer, Gesicht und Organisatorin der „Freisinger Gartentage“: „Ich wünsche Herrn Sulzberger viel Glück und Erfolg und bin gespannt, wie das Ganze am neuen Standort aufgezogen wird.“
Nach 25 Mal war Schluss bei den Freisinger Gartentagen
Anita Fischer hat nach der 25. Auflage ihrer Gartentage den Schlussstrich gezogen. „Coronabedingt haben wir viele Aussteller verloren“, erzählt sie. „Viele Gärtnereien haben die Pandemie nicht überlebt.“ Zwei Mal, 2022 und 2023, habe man die Veranstaltung zwar noch durchgeführt. „Aber es war total schwierig, gute Aussteller zu bekommen. Wir haben jedes Mal draufgezahlt.“
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Einsparpotenzial habe es allerdings kaum gegeben: „Wir hätten die Vorträge streichen müssen und die Gartentage letztlich komplett verändern und kommerzialisieren müssen.“ Das habe sie jedoch auf keinen Fall gewollt. Also war 2023 Schluss. „Guten Gewissens und ohne Wehmut“, wie Anita Fischer betont, die sich seither wieder voll und ganz ihrem Landschaftsarchitekturbüro widmet.
Gut zu wissen
Alle Informationen zu den neuen Gartentagen auf dem Unigelände finden sich online unter gartentage-freising-weihenstephan.de.