"Merz glaubt man es erst, wenn es vollzogen ist": Leser zu CDU-Plänen

Ein CDU-Konzept für schnellere Unternehmensentlastungen und weniger Anreize für frühen Renteneintritt stößt auf breite Resonanz: Während der Artikel der FOCUS-Online-Redaktion die Vorhaben und deren politische Hintergründe darstellt, positionieren sich Lesende mit klaren Meinungen zu Glaubwürdigkeit, Effizienz und Gerechtigkeit der Pläne. Das größte Lager äußert grundsätzlichen Frust über Umsetzungsdefizite und die Rolle der aktuellen Parteienlandschaft. Andere Stimmen konzentrieren sich auf die befürchtete Benachteiligung von Arbeitnehmern und Rentnern oder bezweifeln den Effekt wirtschaftlicher Entlastungen. Zugleich wird Kritik an zu viel Bürokratie und an Details der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik laut.

Kritik an Politik und Regierung

Mit 48 Prozent ist dieses Lager besonders ausgeprägt: Viele Nutzer beklagen, dass es der CDU an Umsetzungskraft und Glaubwürdigkeit fehlt. Kritisiert wird vor allem, dass auch mit den neuen Vorschlägen keine echten Fortschritte zu erwarten sind. Die Rolle der Koalitionspartner, insbesondere der SPD, wird als Hemmschuh für effektive Politik gesehen. Wiederkehrende Versprechen und angeblicher Reformstau werden angesprochen, außerdem äußern einige Kommentierende Frust über ausufernde Bürokratie und politische Symbolpolitik. Ein weiteres Thema ist die Sorge, dass Unzufriedenheit zu Veränderungen im Wahlverhalten führt.

"Weihnachten ist vorbei. Oder: Warum soll die SPD einer schlechten Wirtschaftspolitik außerhalb des Koalitionsvertrages zustimmen? Dies ja allenfalls nur, wenn die Union der SPD auch etwas anbieten würde."  Zum Originalkommentar

"Von den Bürokratiekosten senken hat schon die Vorgängerregierung rumgeschwafelt und trotzdem ein paar neue Beamtenstellen erfunden und besetzt, und das obwohl Neuwahlen anstanden."  Zum Originalkommentar

"Pläne haben die Genossen von der Union ja, aber beim Umsetzen hapert es gewaltig."  Zum Originalkommentar

Kritik an Rentenpolitik und Frühverrentung

Einige Leser (16 Prozent) widmen sich primär dem Thema Rentenpolitik: Sie sehen die vorgeschlagene Abschaffung von Anreizen zur Frühverrentung kritisch und fürchten spürbare Nachteile für langjährig Beschäftigte. Es wird besonders die mangelnde Balance zwischen Generationen angesprochen und bemängelt, dass vor allem Arbeitnehmer die Last tragen, während etwa Beamte unberührt bleiben. Manche befürworten Reformen aus demografischen Gründen, viele äußern aber Sorgen um die Work-Life-Balance und gerechte Teilhabe im Alter. Die Maßnahmen werden als wenig wirkungsvoll und ungerecht bewertet.

"„Schnellere Entlastungen für Unternehmen, Anreize für frühe Rente weg“ Man muss den Artikel gar nicht lesen, um die Widersprüchlichkeit der Maßnahmen zu erkennen. Man kann doch nicht die Anreize für frühe Rente abschaffen und behaupten, es handle sich um eine Entlastung für Unternehmen. Dabei ist die Frühverrentung (Altersteilzeit) überhaupt die Überlebenschance vieler Unternehmen. Das beste Beispiel ist VW."  Zum Originalkommentar

"Warum schon wieder die Rente? Nach 45 Beitragsjahren hat man seine Pflicht dem Staat gegenüber erfüllt. Anreize? Wie wäre es mit der privaten Baubranche… hier hängen 100te weitere Gewerke dran! Wär wahrscheinlich zu einfach."  Zum Originalkommentar

"Angriff auf Rentner, wie sagte Merz bei der Jungen Union: So gewinnt man keine Wahlen."  Zum Originalkommentar

"Ja. Über den frühen Renteneintritt nach 45-50 Arbeits- und Beitragsjahren Angestellter beim Rentenniveau von 48 %, höheren Sozialabgaben, Renten- und Kassenbeiträgen muss dringend diskutiert werden. Überhaupt nicht diskutabel sind 80 % nichteinzahlender Beamte, die vorzeitig bei 71 % ihres letzten Gehalts in den Ruhestand gehen. Logisch. Ja. Das versteht jeder. Der demographische Wandel und so …"  Zum Originalkommentar

Kritik an Steuer- und Wirtschaftspolitik

Sieben Prozent der Leserschaft äußern sich vor allem zur Steuer- und Wirtschaftspolitik der CDU. Viele zweifeln an der Effektivität der geplanten Entlastungen, da gleichzeitig neue Belastungen wie CO2-Steuern die Vorteile zunichtemachen. Kommentare hinterfragen, ob die Wirtschaft von Steuersenkungen tatsächlich profitiert, oder ob Maßnahmen lediglich symbolischen Charakter haben. Manche halten Entlastungen für notwendig, sehen aber Umsetzungslücken oder falsche Schwerpunkte. Es entsteht der Eindruck, die soziale Balance zwischen Unternehmen und Arbeitnehmerschaft könnte leiden.

"Großartig - man entlastet die Unternehmen also um 0,35 % bei der Körperschaftssteuer. Gleichzeitig werden alle Unternehmen pauschal um ca. 2 % durch die gestiegene CO2-Steuer ab 01.01.2026 belastet. Da werden bei den Unternehmern die Sektkorken knallen."  Zum Originalkommentar

"Wenn wegen Energiekosten und Verwaltungskosten (Bürokratie muss bedient werden) keine Gewinne mehr erzielt werden, ist die Körperschaftssteuer ungemein hilfreich."  Zum Originalkommentar

"Steuersenkungen sind genau richtig. Der einzige Weg, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Aber bei Merz glaubt man es erst, wenn es vollzogen ist."  Zum Originalkommentar

Kritik an Bürokratie und Verwaltung

Ebenfalls sieben Prozent äußern sich kritisch zum angekündigten Bürokratieabbau: Sie glauben nicht an einen spürbaren Rückbau, sondern erwarten sogar mehr Verwaltung und neue Stellen. Die immer neuen Gesetzesnamensänderungen werden als Symbolpolitik aufgefasst. Auch den politischen Prozess halten sie für langwierig und wenig lösungsorientiert. Manche fordern radikales Streichen unnötiger Vorschriften, andere sehen den Reformwillen generell als zu schwach.

"Von den Bürokratiekosten senken hat schon die Vorgängerregierung rumgeschwafelt und trotzdem ein paar neue Beamtenstellen erfunden und besetzt, und das obwohl Neuwahlen anstanden."  Zum Originalkommentar

"Ein neuer Name für die früheren Bürokratieentlastungsgesetze, einfach Klasse, wie die Umbenennung des GEG (vulgo Heizungsgesetz) in Gebäudemodernisierungsgesetz. Auf jeden Fall braucht es zusätzliche Stellen für die Umsetzung des geplanten "Bürokratierückbaugesetzes", denn irgendwer muss das ja den Betroffenen weitergeben und die Umsetzung überwachen, so wie Bas neue Stellen für die Umsetzungen ihrer Reförmelchen braucht."  Zum Originalkommentar

"Die schnellere Entlastung wird zielsicher mit noch mehr Bürokratie erstickt."  Zum Originalkommentar

"Ich dachte jetzt, der Staat baut die eigenen Bürokratiekosten der öffentlichen Verwaltung um 25 % ab. Dann würden auch Arbeitskräfte für produktive Tätigkeiten frei. Und weniger öffentliche Bedienstete können den Bürgern auch weniger Probleme bereiten."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Sozial- und Arbeitsmarktpolitik

Sechs Prozent der Kommentierenden widmen sich vor allem den Themen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Sie kritisieren insbesondere, dass Anreize für die Aufnahme von Arbeit zu schwach bleiben und zu viele Transferleistungen den Anreiz zur Vollzeitarbeit mindern. Einige Kommentierende stellen die Sinnhaftigkeit von Hinzuverdienstregelungen in Frage, andere sehen die geplanten Änderungen als unausgewogen. Migration und Bürgergeld werden als Kostentreiber gesehen, während Arbeitnehmer und Rentner aus ihrer Sicht weiter belastet werden.

"Die Steuern auf eigene Arbeit müssen generell spürbar runter, nur mit mehr Netto vom Brutto steigt die Motivation zur Leistungserbringung. Und, wann ist denn "die Mitte der Legislatur"? Ein festes Datum wäre wohl vernünftiger, ansonsten sehe ich schwarz."  Zum Originalkommentar

"Hinzuverdienst zum Grundeinkommen erhöhen. Das klingt doch gut. Dann braucht man nicht mehr schwarz zu arbeiten. Miete, Heizung, Krankenversicherung und Taschengeld übers Grundeinkommen beziehen. Und dann zwei Tage die Woche im Monat das Taschengeld verdienen. Warum dann Vollzeit malochen gehen."  Zum Originalkommentar

"Wie wäre es stattdessen mal, die Bürgergeldempfänger in Lohn und Brot zu kriegen? Uns wurde nämlich versprochen, dass die neuen Bürgergeldempfänger unsere Renten zahlen… Was daraus geworden ist, ist, dass wir länger arbeiten müssen, um diese sowie die vielen NGOs um diese herum zu finanzieren!"  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Infrastruktur und Staatsausgaben

Zwei Prozent der Kommentare beschäftigen sich hauptsächlich mit den Folgen der Entlastungspläne für Infrastruktur und Staatsaufgaben. Sie bezweifeln, dass nach Steuerentlastungen für Unternehmen noch genügend Mittel für Brücken, Stromnetze oder Katastrophenschutz bleiben. Einzelne Beispiele für politische Fehlprioritäten werden angeführt und die grundsätzliche Funktionalität des Staates wird hinterfragt.

"Dann ist noch weniger in den Kassen des Bundes und der Länder, um z.B. Umspannwerke und andere Stromversorgungsinfrastruktur, Brücken, Straßen und Co. sanieren und instand setzen zu können. Ist sicherlich auch gar nicht weiter schlimm, wie das Desaster vor kurzem in Berlin gezeigt hat. Entlastung von Haushalten, Unternehmen, Krankenhäusern, Feuerwehren, Katastrophenschutz.... kann durchaus auch völlig anders verstanden werden, wie am Beispiel Berlin offensichtlich ganz, ganz leicht bewiesen werden konnte. Dafür braucht man noch nicht einmal irgendwelche teuren Waffentechnologien. Stecker raus und gut ist. Und das alles trotz eines angeblich so perfekt funktionierenden Wirtschaftssystems. Einem Staat, dem es noch nicht einmal mehr gelingt, seine Infrastruktur aufrecht zu erhalten...."  Zum Originalkommentar

"In Berlin für 2 Milliarden Bäume, in Bremen Luxus-Klo für 200 Millionen..."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

14 Prozent der Stimmen teilen unspezifische oder themenübergreifende Einwürfe. Hier werden vereinzelt originelle und ironische Kommentare, Wortspiele oder Meinungen geäußert, die sich keinem der genannten Hauptthemen eindeutig zuordnen lassen.

"Bei mir würde er Glaubwürdigkeit zurückbekommen, wenn er auch mal das Beamtentum auf links dreht, nicht nur beim doofen Steuerzahler."  Zum Originalkommentar

"Erst muss der Lars gefragt werden!"  Zum Originalkommentar

"Tolle Pläne der CDU! Hat Merz denn schon das Bärbelchen gefragt? Sonst darf er nämlich gar nichts!"  Zum Originalkommentar

Wie bewerten Sie die Pläne zur Unternehmensentlastung und zur Rentenpolitik der CDU – ist das ein nötiger Impuls oder werden erneut die Bürger belastet? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Einschätzung zur Zukunft der Wirtschaft und sozialen Gerechtigkeit!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Neuer CDU-Plan: Schnellere Entlastungen für Unternehmen, Anreize für frühe Rente weg
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