"Schlimmer als richtige Feinde sind falsche Freunde": Leser über US-Außenpolitik

Ein politischer Warnruf zu Trumps Grönland-Ambitionen sorgt für unterschiedliche Meinungen: Der CDU-Politiker Kiesewetter fordert in seinem Gastbeitrag ein Umdenken in der europäischen Sicherheits- und Außenpolitik. Die Leser nehmen diese Analyse zum Anlass für eine intensive Debatte. Während ein Lager die mangelnde Einigkeit und militärische Schwäche Europas kritisiert, sehen andere vor allem die US-amerikanische Außenpolitik unter Trump als größte Gefahr. Zugleich rückt die Unzufriedenheit mit EU-Strukturen und politische Skepsis gegenüber Großmachtstrategien in den Fokus.

Kritik an US-amerikanischer Außenpolitik

Einige Leser (19 Prozent) richten ihren Fokus deutlich auf die US-amerikanische Außenpolitik, vor allem unter Trump. Kritisiert werden die imperialistischen Ambitionen und die aggressive Strategie, mit der die USA internationale Machtverhältnisse verschieben. Viele Kommentierende sehen die USA nicht mehr als verlässlichen Partner und warnen vor den Folgen für Europa und die NATO. Die Debatte dreht sich um Bezugnahmen auf Völkerrecht, bestehende Bündnisse und die Sorge, dass die USA zunehmend eigene Interessen über alles andere stellen.

"Mit seinen Drohungen ist Trump eigentlich noch verwerflicher als der miese Putin. Trump will einem Verbündeten quasi den Krieg erklären, um Land zu annektieren. Dabei geht es ihm doch nur um Bodenschätze."  Zum Originalkommentar

"Inzwischen ist doch klar geworden, dass Trump nicht mehr hinter der NATO steht. Im Falle einer Okkupation Grönlands sollten die übrigen NATO-Staaten - in Solidarität mit Dänemark - Trump die Mitgliedschaft aufkündigen und ganz klar darauf hinweisen, dass Amerika im Falle eines Krieges mit China wegen Taiwan keine europäische Hilfe zu erwarten hat."  Zum Originalkommentar

"Schlimmer als richtige Feinde sind falsche Freunde. Die USA sind keine Freunde mehr."  Zum Originalkommentar

Kritik an europäischer Politik und EU-Strukturen

Mit 14 Prozent Anteil äußern sich Leser kritisch zu den politischen und strukturellen Problemen der EU und Deutschlands. Angesprochen werden vor allem die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit bei Handelsabkommen wie Mercosur, aber auch bürokratische Hemmnisse und Führungsschwäche. Die Debatte kreist um die Frage, ob und wie Europa sich künftig international behaupten kann, wenn die politischen Institutionen immer wieder durch interne Blockaden und fehlende Einigkeit ausgebremst werden. Viele fordern strukturelle Reformen und eine stärkere Fokussierung auf europäische Interessen.

"Die EU hat einen großen Mangel: Anstatt sich um die ureigenen Interessen Europas in der Welt zu kümmern, müllt sie die europäischen Bürger und die Wirtschaft mit immer mehr belastender Regulierung zu."  Zum Originalkommentar

"Lieber Herr Kiesewetter, herzlichen Dank für Ihren nachvollziehbaren Kommentar. Sagen Sie diesem bitte Ihrem Bundeskanzler, der offenkundig keine umsetzbare Antwort kennt und sich weiter nur verbal als Großdenker präsentiert..."  Zum Originalkommentar

Kritik an europäischer Sicherheitspolitik

13 Prozent der Teilnehmenden äußern sich kritisch zur europäischen Sicherheitspolitik. Angesprochen werden die mangelnde Einigkeit und militärische Schwäche, die Europa angesichts der zunehmenden Großmachtkonflikte verwundbar machen. Viele diskutieren die Notwendigkeit einer eigenständigen Verteidigungsstrategie jenseits der NATO und fordern einen Ausbau militärischer und geoökonomischer Ressourcen. Gleichzeitig kritisieren sie politische Untätigkeit angesichts der Risiken, die Trumps Kurs für Europa mit sich bringt.

"Den Ausführungen von Kiesewetter ist nichts weiter hinzuzufügen. Exzellente Analyse. Sollten Europas Politiker mal lesen."  Zum Originalkommentar

"Mit anderen Worten: Die NATO ist von Putin und Trump nicht nur gespalten, Europa muss einen Drei-Fronten-Krieg führen. Im Osten greift Russland an, im Westen die USA und im Innern die AfD, die uns an Russland verrät."  Zum Originalkommentar

""Das erfordert zwingend den Aufbau eigener militärischer Fähigkeiten und geoökonomischer Stärke." Wie lange wird noch darüber rumgefaselt, statt endlich Taten folgen zu lassen? 30 Jahre EU und Deutschland haben doch den Machtverfall Europas in der Welt erst ermöglicht mit der Gier, Geschäfte zu machen um jeden Preis und sich auszuliefern, ohne an die eigene Sicherheit zu denken. Die Erkenntnis, eigene Interessen und Machtansprüche zu haben, kommt verdammt spät. Vielleicht zu spät."  Zum Originalkommentar

Kritik an Kiesewetters Haltung

Weitere 13 Prozent wenden sich direkt gegen den Autor des Artikels, Roderich Kiesewetter. Die Kritiker lehnen seine Forderungen und seine politische Persönlichkeit ab, werfen ihm Kriegstreiberei, Realitätsferne oder Doppelmoral vor. Einige fordern einen stärkeren persönlichen Einsatz des Politikers und bezweifeln, dass seine Vorschläge praktikabel sind. Diese Perspektive konzentriert sich weniger auf die geopolitische Gesamtlage, sondern mehr auf persönliche Ablehnung und politische Enttäuschung.

"Ach Herr Kiesewetter, warum hat es Sie in die Politik gezogen? Sie wären so ein guter Pastor geworden. Und Sie sind in der CDU. Glauben Sie mir, Schweigen ist Gold. So sagt man und dann die üppige Pension. Wen wollen Sie noch bekehren? Sie lagen immer falsch, warum sollte es besser werden?"  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur geopolitischen Lage Europas

Elf Prozent der Kommentierenden wählen einen sarkastischen oder ironischen Ton, um ihre Skepsis gegenüber Europas Rolle in der Weltpolitik auszudrücken. Oft wird die politische oder militärische Schwäche Europas belächelt, ebenso die Abhängigkeit von Großmächten wie den USA. Kommentare zeigen resignativen Humor, indem sie etwa die angebliche Ohnmacht oder Überforderung mit aktuellen geopolitischen Herausforderungen überspitzen.

"Halb so wild. Wenn die USA angreifen, kann ja die EU mit Flaschenverschlüssen werfen. Ach nein, die sind ja jetzt von der EU revolutioniert worden und fest. Dann müssen sie halt aus CO2-Zertifikaten Flieger basteln."  Zum Originalkommentar

"Nicht aufregen, das Ganze ist nur eine Vereinbarung zwischen Trump, Putin und Jinping. Trump bekommt Venezuela und Grönland, Putin die Ukraine und sonstige Anrainer und Jinping bekommt Taiwan und alle sind glücklich und keiner kann was dagegen machen, am wenigsten das EU-Bürokratiemonster."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber geopolitischen Großmachtstrategien

Zehn Prozent der Leser begegnen den vorgestellten geopolitischen Strategien mit deutlicher Skepsis. Sie thematisieren die Risiken, die mit einem erneuten machtpolitischen Raumdenken einhergehen, und hinterfragen die Realisierbarkeit der Pläne, etwa einer europäischen Raumverteidigung. Kommentatoren warnen vor der Gefahr, mit Großmachtstrategien neue Konflikte zu schüren, und heben die Unsicherheiten für kleinere Länder oder Regionen wie Grönland hervor.

"Was passiert, wenn China oder Russland einfach mal ein paar hundert Soldaten nach Grönland schicken, die dort nach Rohstoffen suchen? (analog zum Vorgehen der Türkei vor Zypern) Dann schreien alle nach Hilfe aus den USA. Da Dänemark nicht in der Lage ist, Grönland zu verteidigen, sollte das jemand machen, der es kann."  Zum Originalkommentar

"Die USA definieren unter Trump ihren Raum neu und offensiv, genau wie es Russland mit seinem brutalen Angriffskrieg und China im Indopazifik bereits tun. Und die drei kommen sich dabei nicht in die Quere und jeder kann die anderen machen lassen."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Mit einem Anteil von 20 Prozent steht diese Gruppe für gemischte und schwer einzuordnende Beiträge. Die Kommentare berühren verschiedene Aspekte, von historischen Bezügen bis hin zu ironischen und sachfremden Einschätzungen. Die Diskutierenden streifen Themen wie Moral, Abhängigkeiten und die Bedeutung Europas, ohne klare Position zu beziehen. Oft äußern sie Gedanken zur Rolle der USA, zur geschichtlichen Entwicklung Grönlands und zu generellen Ängsten und Erwartungen an die Politik – ohne sich einer der konkreten Debattenlinien anzuschließen.

"Der Fifa-Friedenspreisträger ist doch eigentlich ein ganz lieber. Sonst hätte er den Preis nicht bekommen."  Zum Originalkommentar

"Egal, Deutschland ist und bleibt Moral-Weltmeister. Alles andere spielt doch keine Rolle."  Zum Originalkommentar

Trumps Grönland-Pläne werfen grundlegende Fragen auf: Ist die europäische Sicherheit tatsächlich so labil – oder liegt das Problem eher in politischen Blockaden und mangelnder Einigkeit? Diskutieren Sie mit!

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