Schüsse sollen Gänse vom See vertreiben

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Der Emmeringer See soll als Naherholungsgebiet genutzt werden können. Da stört zu viel Gänse-Kot am und im Wasser. © Peter Weber

Die Gänse-Population am Emmeringer See nimmt überhand. Daher werden die Tiere nun von einem Jäger am frühen Morgen mit Schreckschüssen vertrieben. Zur Not muss die eine oder andere Gans dran glauben. Mit der Vergrämung will man laut Rathaus vorsorgen: Bei zu viel Kot im Wasser könnte der See umkippen.

Emmering - Seit Donnerstag können am frühen Morgen in Emmering Schüsse zu hören sein. Denn der Jagdpächter ist zwischen 4 und 7 Uhr am See unterwegs und schießt zur Abschreckung der Gänse in die Luft oder knapp neben die Wildtiere. Das soll bei den Gänsen zu einer Art Lerneffekt führen: Hier wird geschossen, wir lassen uns lieber woanders nieder.

Seit einigen Jahren wird diese Art der Vergrämung am Emmeringer See praktiziert. Wie Bürgermeister Stefan Floerecke berichtet, fange es meist ganz ruhig mit drei bis vier Gänsen an, dann werden es schnell 15 bis 20. Der Kot auf der Wiese und im Wasser wird mehr. Dann melden sich Bürger im Rathaus. So war es auch dieses Jahr. Badegäste hatten moniert, „dass alles von Gänsen vollgekackt ist“. Diese Rückmeldung bekam Floerecke auch vom Bauhof-Team, das regelmäßig am See nach dem Rechten schaut und den Gänse-Kot entfernt, soweit das möglich ist. Der Pächter des Kiosks Seegartl meldete sich ebenfalls wegen einer Zunahme der Population.

Daher wurde wie in den vergangenen Jahren mit dem Jagdpächter und nach Genehmigung durch die Untere Jagdbehörde wieder die Vergrämung gestartet. Mit Sondergenehmigung sogar: Denn die Jagdzeit für Gänse beginnt in Bayern erst am 1. August. Die Emmeringer wollten und mussten aber früher loslegen, denn die Population am See ist inzwischen auf fast 60 Tiere angewachsen.

Vergrämung bis August genehmigt

„Wenn wir nicht schnell gegen die Gänse vorgehen, werden es schnell zu viele“, berichtet Floerecke. Aber die Vergrämung funktioniere jedes Jahr sehr gut. So hoffe man, die Sache bis 1. August in Griff zu kriegen. Wenn nicht, muss eine erneute Vergrämung beantragt werden. Der Rathauschef räumt ein, dass der Jäger im Notfall, wenn die Schreckschüsse nicht helfen, auch mal eine Gans erlege. Aber natürlich keine Jungtiere. Und ganz wenige Gänse im Jahr, für den Seebereich liege die Zahl wohl im niedrigen einstelligen Bereich. Und erlegen dürfe der Jäger Gänse ohnehin. Das Fleisch werde verwertet.

Nachfragen im Rathaus wegen der Schüsse gibt es übrigens nicht mehr. Nur einmal, erzählt Floerecke, sei die Aufregung groß gewesen: Als jemand am See eine leere Patronenhülse gefunden habe.

Die Vergrämung erfolgt nicht nur, weil die Uferbereiche voller Kot sind. Sondern vor allem, um die gute Wasserqualität des Sees zu erhalten. Man wolle verhindern, dass der See umkippe, sagt der Bürgermeister. Im Vorjahr sei es zuletzt grenzwertig gewesen. Das Baden war zwar nicht verboten oder gefährlich, aber die Wasserqualität hatte stark gelitten.

Gelände darf erst ab 7 Uhr genutzt werden

Weil man aber den See als Naherholungsgebiet nutzen wolle, schaue man sehr genau auf Wasser und Areal. Die Bürger haben durch die Vergrämung nur eine Einschränkung: Sie dürfen das Gelände erst ab 7 Uhr nutzen

Die Vergrämung durch den Jagdpächter kostet die Kommune übrigens nichts. Vielleicht müsse man einen kleinen Betrag für Munition ausgeben, berichtet Floerecke. Er betont abschließend, auch mit Blick auf Einwände von Tierschützern: „Wir gehen wirklich sehr sensibel vor, haben alle Behörden im Boot und halten uns an die Vorgaben.“ Es gehe nicht darum, alle Gänse zu vertreiben. Aber die Population dürfe nicht zu groß werden.

Auch in Germering gab es vor einigen Jahren eine Gänse-Invasion am See.

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