„Seid alle Sieger“: Realschüler feiern glamourösen Abschluss

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Bei der Abschlussfeier der Ferdinand-von-Miller-Realschule wurden die elf Besten geehrt. Sie haben alle in ihrem Zeugnis eine eins vor dem Komma. © Dieter Metzler

Auf den ersten Blick hätte man meinen können, es findet ein Model-Wettbewerb im Stadtsaal statt und nicht die Abschlussfeier der Brucker Ferdinand-von-Miller-Realschule.

Fürstenfeldbruck - Die Zehntklässler hatten sich für diesen besonderen Tag fesch herausgeputzt. Die nächsten Schritte für die Zukunft werden sie meistern, darüber war sich ihre Direktorin in der Festrede sicher. 167 Schüler der zehnten Klassen der Realschule Fürstenfeldbruck bekamen von ihrer Direktorin, Gundula Socher, am Donnerstagnachmittag ihr Mittlere-Reife-Zeugnis ausgehändigt. Elf von ihnen schafften eine eins vor dem Komma, eine Schülerin gar die Traumnote 1,0.

Disco-Nebel

Die Bühne im Stadtsaal war in Disco-Nebel getaucht und die Big Band der Schule sowie die Schulband sorgten zusätzlich für Unterhaltung zur ohnehin fröhlichen Stimmung bei den Absolventen, ihren Eltern, Verwandten und Freunden. Für Schulleiterin Socher war es die letzte Zeugnisausgabe, denn die Direktorin geht im nächsten Jahr in den Ruhestand.

Ungewöhnlich war auch die Reihenfolge der Redner. Nicht die Schulleiterin eröffnete die Abschlussfeier, sondern die beiden Moderatoren Luna Hartl und Ludwig Lübenoff. Sie baten Brucks OB Christian Götz als ersten auf die Bühne. „Herr Götz war mal Lehrer an unserer Schule“, meinte Lübenoff. „Aber ich glaube, niemand von uns hat eine Klasse so oft wiederholen müssen, dass er ihn noch erlebt hat.“

„Wie fühlt es sich an, mit der Mittleren Reife in der Tasche?“, fragte Götz in die Runde. „Ihr seid jetzt mittelreif. Nicht mehr unreif, noch nicht überreif, ähnlich wie ein mittelalter Gouda.“ Keiner werde auf der Straße stehen, bei den vielen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, meinte Götz. Dabei empfahl der OB den Absolventen, auf ihr Bauchgefühl zu hören. „Probiert ruhig ein paar Dinge aus. Umwege sind gar nicht so schlecht. Sie können zu einem Ziel führen, das man zunächst gar nicht erwartet hat.“

Durchhaltevermögen bewiesen

„Ihr seid alle Sieger“, sagte der stellvertretende Landrat Michael Schanderl. Er verglich die Schulzeit mit einem Marathonlauf. „Hohe Ziele werden nur mit einer entsprechenden Vorbereitungsphase erreicht“, meinte Schanderl. „So wie ein Marathonläufer haben auch Sie Durchhaltevermögen auf dem Weg zum Abschluss gezeigt.“ Genau wie die Sportler hätten auch die Schüler ihren Ehrgeiz, ihre unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten zum Einsatz gebracht und mit ihrem Talent ihr Ziel, die Mittlere Reife, geschafft. „Trotzdem werden noch Hürden zu meistern sein, aber Ihr seid in Topform, und werdet eure hochgesteckten Ziele erreichen.“

Realschuldirektorin Gundula Socher bei ihrer Letzten Verabschiedung von Schülern.
Trat ein letztes Mal bei einer Abschlussfeier der Realschule ans Rednerpult: Direktorin Gundula Socher. Sie geht nächstes Jahr in Ruhestand. © Dieter Metzler

So ein Abschluss sei immer geprägt von Abschied und Wehmut sowie von einem Weg in eine ungewisse Zukunft, sagte der ehemalige Schulleiter und jetzige Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Oberbayern, Michael Heimes. „Nur wenn Sie aufrichtig und mit gutem Gewissen durchs Leben gehen und Ihr Handeln vor sich selbst rechtfertigen können, dann wird auch Ihre Welt eine lebenswerte sein.“ 

Mit einem Gedicht

Mit dem Leben von Mogli aus dem Dschungelbuch verglich Ingeborg Jakobi vom Elternbeirat und Förderverein die Schulzeit. Mogli trifft in der Disneyverfilmung auf viele verschiedene Charaktere und lernte dabei nach und nach damit umzugehen, sagte Ingeborg Jakobi. 

Das nachdenkliche Gedicht des libanesischen Dichters Khalil Gibran „Eure Kinder“ würde in gewisser Weise auf die Beziehung zwischen Schüler und Schule zutreffen, eröffnete Schuldirektorin Socher ihre Ansprache. „Als ihr an der Schule angefangen habt, wart ihr Kinder und jetzt seid ihr fast erwachsen, habt konkrete Pläne und Vorstellungen vom Leben“, so Socher. Mit der Abschlussfeier werden sie in eine neue Freiheit entlassen, in der sie Dinge selbst entscheiden können. „Ihr werdet das meistern, daran habe ich keine Zweifel. Ihr habt gezeigt, dass ihr zu Höchstleistungen fähig seid.“

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