Bei schwül-warmem Wetter ging die Abschlussfeier in der Puchheimer Realschule über die Bühne. Es war ein ereignisreiches, aber für viele auch trauriges Jahr. Denn einer konnte an diesem Tag nicht mehr dabei sein.
In der Aula der Realschule Puchheim herrschte am Freitag großer Andrang. Die Zeugnisvergabe wollten auch viele stolze Eltern nicht missen. Bei schwül-warmem Wetter wurden die Plätze rar und die Luft stickig. Manch einer schimpfte gar über die unfertige Turnhalle, die einen geräumigerer Veranstaltungsort abgegeben hätte.
Da traf es sich gut, dass es einen Getränkestand gab und an den Stehtischen Snacks dazu einluden, den Salzverlust auszugleichen. Jedwede Luftzirkulation musste manuell erzeugt werden, wahlweise mit dem Programm oder vereinzelt mit einem Fächer. Die gute Laune trübte all das aber nicht.
Perfekte Vorlage
Christian Grolms aus der erweiterten Schulleitung hatte so eine perfekte Vorlage: „Jetzt haben Sie mal ein Feeling, wie es bei uns in der Pause aussieht.“ Den Schülern wünschte er mit der ausdrücklichen Hoffnung, dass man ihn nicht wörtlich nehme, „ein berauschendes Fest“.
Anschließend sprach die kommissarische Schulleiterin Christine Heimann. Sie erinnerte an ein ereignisreiches, aber auch trauriges Jahr. Eigentlich hätte dies die letzte Rede von Herbert Glauz sein sollen. Der Schulleiter war im Januar unerwartet verstorben – wenige Monate vor seiner Pension. „Ein persönlicher Verlust, der vieles durcheinandergebracht hat“, betonte Heimann.
Vielfalt
Sie fuhr fort: „Aber heute geht es um euch – die Zukunft.“ Mit Verweis auf das Schulmotto: „Gemeinsam Vielfalt leben“ und samt Zitat von Bundestrainer Julian Nagelsmann unterstrich Heimann die Bedeutung von Zusammenhalt. Auch wenn sie nicht Julian Nagelsmann sei und ihre Autogramme entsprechend wertlos, die Botschaft sei eine wichtige, scherzte sie. An ihre Schüler gerichtet, appellierte sie: „Lasst euch nicht blenden von Vorurteilen und Missgunst! Lasst euch von niemandem sagen, welche Werte ihr vertretet – weder von einer Person noch von einer Partei!“
Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) griff die Worte seiner Vorrednerin auf und scherzte „Liebe Frau Heimann, ein Autogramm von Ihnen auf dem Zeugnis ist dann doch was wert“. Den Schülern sagte er, es gelte nun, den eigenen Platz im Leben zu finden. Das habe erstens mit dem Beruf und sozialen Kontakten zu tun. Zweitens damit, für welches Lebenskonzept man sich entscheide und drittens damit, ob man die Welt mitgestalten wolle oder einfach nur Beobachter sei. „Es wäre gut, diese Herausforderung mit Ernst anzugehen, aber nicht verbissen, verkrampft oder spaßbefreit, sondern mit Heiterkeit.“
Meine news
Ehrungen
Die Schülersprecher erinnerten daran, dass „die Zeit an der Schule mehr als Unterricht war, sondern eine Reise, die uns zu dem gemacht hat, wer wir heute sind“ und dankten den Lehrern.
Nach der Zeugnisvergabe standen noch Ehrungen an. Unter anderem wurden Maya Heyland und Jule Zachar gewürdigt. Beide haben mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen. Im Gespräch erzählten beide, dass es jetzt erstmal mit den Eltern in den Urlaub gehe. Danach wollen die beiden am Gymnasium Germering weitermachen.
Die kommissarische Schulleiterin Heimann betonte, dass „es auch wichtig ist, soziales Engagement auszuzeichnen“. Und so kamen Schulsanitäter und Techniker ebenfalls in den Genuss einer Ehrung. Abschließend konnten die Anwesenden den ereignisreichen Tag bei einem kühlen Sekt ausklingen lassen. (Patrick Tietz)