Überraschend breiten Rückhalt erfährt CSU-Kandidat Florian Meier vor Stichwahl ums Bürgermeisteramt in Aschheim am 15. Dezember.
Aschheim – Florian Meier steht ganz knapp davor, die Tradition der CSU-Bürgermeister in Aschheim zu wahren. Im ersten Wahlgang kratzte er mit 48,1 Prozent schon knapp an der absoluten Mehrheit, und im Vorfeld der Stichwahl am Sonntag, 15. Dezember, geben nun auch Grüne sowie SPD ihren Anhängern Wahlempfehlungen für den CSU-Mann.
Duell zwischen Robert Ertl (FW) und Florian Meier (CSU)
Bei der Wahl am vergangenen Sonntag gewann Meier (48,1 Prozent) vor seinem Stichwahlgegner Robert Ertl (37,2 Prozent) und der ausgeschiedenen Grünen-Bewerberin Marion Seitz (14,7 Prozent). Diese kündigte eine Wahlempfehlung nach der Vorstandssitzung der Grünen an und sie entfiel auf den CSU-Bewerber.
Überraschende Empfehlung
Das kommt durchaus etwas überraschend, weil nach der Kommunalwahl 2020 kein Blatt zwischen Freie Wähler und Grüne passte. Die Freien Wähler bildeten mit den Grünen eine Mehrheit, mit der Marion Seitz in das Amt der Dritten Bürgermeisterin gehievt wurde.
Grüne führten Gespräche mit beiden Fraktionen
„Nach Gesprächen mit beiden Fraktionen haben wir festgestellt, dass wir unsere Grünen Ziele mit Florian Meier besser erreichen“, schreibt dagegen jetzt Vorstandsmitglied und Co-Fraktionssprecher Walter Wiedenhofer in einer Mitteilung des Ortsverbandes. Die Grünen sehen mit dem Bewerber der CSU die besseren Chancen, eigene Ziele umsetzen zu können. Als Beispiele nennt Wiedenhofer Umweltbewusstsein, Klimaschonung, Familienpolitik sowie Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit.
SPD schießt gegen die Freien
Zu dem gleichen Ergebnis kam auch der Ortsverein der SPD Aschheim-Dornach. Vor dem ersten Wahlgang hatte sich die SPD, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte, positiv über die Grünen-Kandidaten Marion Seitz geäußert, der man nun auch zu einem guten Ergebnis gratuliert. In der jetzt veröffentlichten Erklärung schießt die SPD gleichzeitig scharf gegen die Freien Wähler: „Die Freien Wähler verkörpern Stillstand und Rückwärtsgewandtheit. Das zeigt die jahrelange Verschleppung des dringend notwendigen Rathausneubaus. Und sie schießen regelmäßig gegen das Parteienspektrum, dem sie selbst angehören. Das ist ein Affront gegen alle anderen Partei- und auch Gemeinderatsmitglieder.“ Man schätze Robert Ertl, sieht aber mit Florian Meier bessere Optionen für eine konstruktive Zusammenarbeit bis zur nächsten Bürgermeisterwahl 2032.
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Wahl ist längst nicht entschieden
Der CSU-Bewerber sieht die beiden Wahlempfehlungen als Bestätigung für sich: „Ich will Brücken bauen und die Empfehlungen sind die Bestätigung, dass man mir das zutraut. Wir haben alle unterschiedliche Meinungen, aber wir arbeiten im Gemeinderat sachlich zusammen.“ Der Erstplatzierte der ersten Wahl macht aber auch deutlich, dass die Wahlempfehlungen von Grünen und SPD keine Vorentscheidung für den 15. Dezember darstellen: „Ich muss weiterhin alles geben, damit alle, die mich gewählt haben, noch einmal ihre Stimme abgeben…“