Ein Anwohner des Putzbrunner Sportgeländes hat eine Lärmschutzwand beantragt. Der Bauausschuss lehnte das Ansinnen nun ab.
Am südwestlichen Zipfel des Sportgeländes Florianseck wurde 1996 eine Lärmschutzwand hin zu einem Wohnhaus errichtet. Diese Wand wurde 2018 entfernt, weil sie laut Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) morsch war. Nach sechs Jahren stellte der Anwohner nun den Antrag, die Lärmschutzwand wieder zu errichten. Doch damit hatte er keinen Erfolg.
„Aktuell befindet sich der Bebauungsplan für das Gebiet in der Aufstellung. Im Zuge dessen haben wir auch ein Schallschutzgutachten bezüglich Sport- und Freizeitgeräuschen eingeholt“, sagte Klostermeier. Dieses Gutachten hat demnach ergeben, dass sämtliche Immissionsrichtwerte eingehalten werden. „Eine Nutzung der Sportanlagen ist uneingeschränkt möglich. Gleiches gilt für den geplanten Jugendpavillon. Weitere Schallschutzmaßnahmen, wie Abschirmungen oder Nutzungszeitenbeschränkungen, sind demnach nicht erforderlich“, so Klostermeier. Der noch anfügte: „Sechs Jahre lang lebte der Anwohner ohne Lärmschutzwand und jetzt sollen wir wieder eine bauen.“
Kosten: bis zu 250.000 Euro
Die Verwaltung hat Angebote für eine mögliche Wand eingeholt. „Je nachdem, wie lange diese Wand würde, sie kann zwischen 70 und 94 Meter variieren bei einer Höhe von vier Metern, und welches Material verwendet wird, ob Holz oder ein massiver Baustoff, würden die Kosten zwischen 160 000 und 250 000 Euro liegen“, sagte David Meßerer von der Bautechnik der Gemeinde. Auf alle Fälle müsste zur Errichtung einer Lärmschutzwand der Bewuchs des Erdwalls zwischen Sportgelände und Wohnhaus entfernt werden.
Martina Hechl (GPP) fragte nach, ob der Anwohner einen Rechtsanspruch habe. „Ich bin kein Jurist, aber ich glaube nicht, dass es da einen Rechtsanspruch gibt, das war damals einfach ein Entgegenkommen der Gemeinde“, sagte Klostermeier. Josef Jakob (FWG) widersprach ihm: „Das kann ich mir nicht vorstellen, dass die Gemeinde aus Goodwill so eine Wand baut. Ich gehe davon aus, dass es einen rechtlichen Anspruch gibt und kann den Antrag auch gut verstehen. Das ist nicht angenehm, wenn sie direkt neben meinem Haus kicken oder sporteln.“ Alfons Meßner (CSU) sagte hingegen, dass das Lärmgutachten klar ergeben habe, dass keine Lärmschutzwand notwendig ist, „also sollten wir auch keine bauen“. Dem schloss sich Sybille Martinschledde (Grüne) an. Michael Adamski (SPD) schlug vor, nur einen kleinen Teil der Wand zu bauen, damit der Antragsteller zufrieden sei. Davor warnte Martina Hechl, „wenn wir eine Wand, egal wie lange, bauen, obwohl wir es nicht müssten, da stehen doch sofort die nächsten da und wollen auch einen Lärmschutz. Das würde ich nicht machen.“
Mit 5:2 Stimmen lehnte der Bauausschuss die Errichtung der Lärmschutzwand ab.