Säcklerei Lichtenauer in Hausham schließt nach fast 80 Jahren – Kunden bis nach New York

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Der Vorstand dankte Fritzi Heil für die jahrzehntelange Zusammenarbeit: Hans Walleitner (r.), Leonhard Röpfl (l.) und Gerhard Niedermeier (2.v.l.). © Privat

Ein Handwerksbetrieb mit internationaler Reichweite verabschiedet sich: Fritzi Heil schließt ihre Säcklerei in Hausham. Ihre Lederhosen wurden nicht nur im Oberland, sondern auch in Übersee getragen.

Hausham – Nach fast acht Jahrzehnten ist Schluss: Fritzi Heil, langjährige Inhaberin der Säcklerei Lichtenauer in Hausham, schließt den Familienbetrieb. Die letzte handbestickte Lederhose hat sie kürzlich persönlich überreicht – an den Vorstand des Trachtenvereins Schlierachtaler Hausham, mit dem sie seit vielen Jahren eng verbunden ist. Ihre Arbeiten gingen weit über die Ortsgrenzen hinaus: Selbst Trachtler des Partnervereins in New York tragen Lichtenauer-Hosen.

Dank vom Trachtenverein

Hans Walleitner, Vorsitzender der Haushamer Schlierachtaler, nahm das Einzelstück entgegen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Leonhard Röpfl und Vereinskassier Gerhard Niedermeier bedankte er sich für die langjährige und verlässliche Zusammenarbeit. Die Beteiligten erinnerten sich dabei auch an viele gemeinsame Anlässe, bei denen Fritzi Heil den Verein stets unterstützt hatte. „Rund 30 Stunden Arbeit stecken in einer handbestickten Lederhose“, sagte Fritzi Heil bei der Übergabe. Jedes Detail entstand in Handarbeit – ein Aufwand, der heute zur Ausnahme geworden ist.

Kunden bis nach Amerika

Die handwerkliche Qualität überzeugte aber nicht nur in Hausham. Viele Mitglieder des amerikanischen Partnervereins Schlierachtaler Stamm New York schwören bis heute auf Qualitätsarbeit aus dem Oberland. „Halb Amerika trägt Lederhosen der Lichtenauers“, sagte Kassier Gerhard Niedermeier mit einem Schmunzeln.

Ein Stück Ortsgeschichte

Das Geschäft gründete Fritz Lichtenauer im Jahr 1947 an der Schlierseer Straße. Seine Tochter Fritzi übernahm den Betrieb 1969 und entwickelte ihn weiter. Zehn Jahre später vergrößerte sie das Ladengeschäft auf das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes. Die Maßanfertigungen aus ihrer Werkstatt wurden zu einem festen Bestandteil des Ortsbilds – und zur Adresse für hochwertige Trachtenmode.

Jahrzehntelange Verbundenheit

Der Trachtenverein Schlierachtaler Hausham zählte zu den treuesten Kunden. Immer wieder stattete Fritzi Heil die Vereinsmitglieder mit Lederhosen und den typischen Haushamer Trägern aus. Hans Walleitner sprach mit Blick auf die jahrzehntelange Zusammenarbeit von der „Hausschneiderei“ des Vereins.

Persönlicher Abschied

Mit dem Abschied von Fritzi Heil und ihrem Geschäft endet ein bedeutender Abschnitt in der lokalen Handwerksgeschichte. Der Haushamer Trachtenverein verabschiedete sich bei einem persönlichen Besuch und überbrachte die besten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt – verbunden mit großem Dank für unzählige gefertigte Gwandstücke.

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