Für die Anlieferung von Fällmittel für die Kläranlage blockiert ein Lkw mehrmals pro Jahr eine Zufahrtsstraße in Osterhofen. Jetzt will die Gemeinde Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.
Bayrischzell – Nicht sehr oft, nämlich nur zwei- bis dreimal im Jahr, wird die Kläranlage in Osterhofen mit Fällmittel für die Phosphatanlage beliefert. Der Lkw blockiert dabei für ein paar Stunden die Zufahrtsstraße. Gemeinderat Georg Reisberger (CSU), der in dieser Zeit nicht zu seinen an dieser Straße liegenden Wiesen kann, hatte den Antrag gestellt, eine Verlegung der Anlage samt Fällmittelbehälter zu prüfen. Möglich wäre dies, hat das Ingenieurbüro Dippold & Gerold ermittelt – allerdings mit Kosten in Höhe von etwa 90 000 Euro verbunden. Im Gemeinderat wurde das Thema nun diskutiert und nach einer anderen Lösung gesucht. Es könnte eine praktizierbare geben.
Prinzipiell wäre es möglich, die Phosphatanlage mit dem Fällmittelbehälter sowie die sogenannte LAU-Anlage (Anlage zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen von wassergefährdenden Stoffen), die neu errichtet werden muss, ins Gelände der Kläranlage hinein zu verlegen. Denkbarer Standort wäre die jetzige Tropfkörperanlage, die abgebrochen wird, erläuterte Geschäftsleiter Josef Acher. Aber: „Das Problem dabei ist, dass die Zufahrt umgebaut werden müsste.“ Der Lkw komme sonst nicht um die Kurve. Zudem müssten Zu- und Ableitungen verlegt werden. „Es wären erhebliche Mehrkosten“, sagte Acher. Geschätzt 90 000 Euro brutto, ohne die LAU-Anlage.
Zu hohe Kosten für nur wenige Anlieferungen pro Jahr
Angesichts der Tatsache, dass das Fällmittel nur wenige Male im Jahr angeliefert wird, schien das einigen Gemeinderäten doch eine erhebliche Kostensteigerung. Ein zweites „Problem“ ist, dass bereits jetzt der anliefernde Lkw mangels Wendeplatz nicht auf der gleichen Straße zurückfährt, sondern über einen öffentlich gewidmeten Wiesenweg wieder auf die Alpenstraße kommt.
Nach längerer Diskussion formulierte Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) eine mögliche Lösung. Die Phosphatanlage mit Fällmittelbehälter könnte am jetzigen Standort bleiben, wenn zum einen der Zaun dort etwas verlegt wird, sodass sich eine Bucht ergibt und der Lkw die Straße folglich nicht mehr komplett blockiert. Zudem will die Gemeinde beim Zulieferer nachfragen, ob das Fällmittel mit einem kleineren Fahrzeug gebracht werden könnte, das dann nur ein Stück zurücksetzen musste und damit auf dem Gelände der Kläranlage wenden könnte. So müsste er auch nicht mehr über den Wiesenweg zurück auf die Alpenstraße. Diese zwei Möglichkeiten – Verlegung des Zauns und kleineres Lieferfahrzeug – sollen nun geprüft werden, beschlossen die Gemeinderäte gegen die Stimme von Reisberger. Dann kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung.