Der Hengst Simba L. beeindruckt bei der Fohlenschau. Seine Nachkommen erzielen seltene Höchstbewertungen. Ein Erfolg, der in Bayern Maßstäbe setzt.
Es war ein Pferde-Event, das Züchterherzen aus ganz Europa höher schlagen ließ. Sowohl Publikum als auch Pferdebesitzer – es waren rund 250 Besucher da – kamen teils von weit angereist. „Bei einer Fohlenschau werden die Fohlen von einem Hengst, der das erste Mal gedeckt hat, präsentiert und bewertet“, erklärt Kappelsberger. „Es geht darum, zu sehen, wie der Hengst vererbt hat.“ Alle Fohlen von Simba L. haben zwischen Februar und Ende Mai das Licht der Welt erblickt. Und da standen sie nun alle da. Imposant und voller Energie liefen sie mit hochgestelltem Schweif neben ihren aufmerksamen Müttern her und präsentierten sich – geschniegelt und gestriegelt.
Deckhengst mit 26 Fohlen
Immerhin hat der Deckhengst Simba L., der Star des Tages, schon 26 Mal Nachwuchs in die Welt gesetzt. Die Stutenbesitzer, die vor einem Jahr zum Decken auf den Kappelsberger Hof waren, haben dafür einige Kilometer zurückgelegt. „Manche kamen aus Holland, der Schweiz, Italien oder anderen Ecken Deutschlands“, so Kappelsberger. Gewertet wurden nun insgesamt 22 der 26 Fohlen des jungen Hengstes. Und freilich bekam auch der vierjährige Schönling einen gebührenden Auftritt unter der Reiterin Maike Obermaier.
Simba L., ist der große Stolz von Johann Kappelsberger. Im November 2023 kaufte er den jungen Burschen aus Mönchengladbach. Er war bereits Sieger der süddeutschen Hengstkörung. „Ein Fehler war es keiner“, meint der Helfertsrieder und schmunzelt. „Kein Fehler, das ist bescheiden ausgedrückt“, betont hingegen Hans Schiller. Er ist Rassevorsitzender der Haflinger und Edelbluthaflinger sowie Vorstandsmitglied des Verbandes Bayerischer Pferdezüchter. „Das heute war die beste Haflinger-Fohlenschau, die es je in Bayern gegeben hat.“
Bewertungen in sechs Kategorien
Bewertet werden die Fohlen, die mit ihren Mutterstuten präsentiert werden, in insgesamt sechs verschiedenen Kategorien. Dabei schätzt eine unabhängige Expertenjury die Pferdebabys nach Typ, Gebäude, den Gangarten und dem Gesamteindruck ein. Für jede Kategorie gibt es zwischen einem und zehn Bewertungspunkte. „Zehn wird ganz, ganz selten vergeben, aber heute haben einige Fohlen in den Kategorien die Höchstpunktezahl eingeheimst“, sagt Schiller, der selbst Teil der Jury war, begeistert. Durchschnittlich bekamen Simbas Fohlen 49 Punkte. „Das ergibt eine Gesamtnote von 8,16. Das ist wirklich Wahnsinn und gab es noch nie.“ Die besten Fohlen werden prämiert und erhalten Auszeichnungen. So an dem Tag auch Hengstfohlen „Sonic“ und ein Stutfohlen, das allerdings noch keinen eigenen Namen trägt.
Beste Haflinger-Fohlenschau aller Zeiten in Bayern
Überglücklich über das Ergebnis strahlte Kappelsberger am Ende der knapp vierstündigen Bewertungs-Show. Kein Wunder, immerhin war es für den Rosserer nicht nur irgendeine Fohlenschau, sondern zugleich sein 50. Züchterjubiläum. Ob er mit dem Erfolg gerechnet hat? „Ich habe sehr gehofft, dass wir heute ein besonderes Ergebnis einfahren, aber genau wissen kann man sowas nie.“ Nachdem die Fohlen verkauft sind, sehe Kappelsberger sie schließlich bis zur Stutbucheintragung auch nicht mehr. „Das kann man dann nie ganz einschätzen.“
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Neben der Fohlenschau mit anschließender Jubiläumsfeier war der Tag auf dem Kappelsbergerhof auch ein „großes Branchentreffen“, wie Florian Schelle, Vorsitzender des Landesverbandes bayerischer Pferdezüchter betont. „22 Pferde in der Bewertung sind schon sehr viel für eine Fohlenschau“, sagt er. „Und der Hengst ist überragend.“ Da sei das große Interesse der Rosserer nicht verwunderlich.