Mietparkplätze für Anlieger am Heiglweg?

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In diesem Haus am Heiglweg in Walpertskirchen sollen Geflüchtete einziehen. Die Anlieger befürchten unter anderem dadurch einen erhöhten Platzbedarf. © Vroni Vogel

Furcht vor beengten Verhältnissen: Walpertskirchen reagiert mit einem Kompromiss auf einen Bürgerantrag.

Mit einem Kompromiss reagiert der Gemeinderat von Walpertskirchen auf den Antrag von Anliegern, auf dem Grundstück am Heiglweg 11 auch öffentliche Parkplätze zu errichten. Wie berichtet, hatte die Kommune das Anwesen erworben, um in dem bestehenden Haus eine Bleibe für Asylsuchende zu schaffen.

In der Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dort bei Bedarf Stellplätze zu bauen, die jedoch nicht öffentlich zur Verfügung gestellt werden sollen, sondern gezielt von Anwohnern angemietet werden könnten. „Sonst ist weiterer Ärger vorprogrammiert“, meinte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) mit Blick auf eine allgemeine öffentliche Nutzung.

Alle Anlieger sollen angeschrieben werden, damit sie sich bei der Gemeinde melden können, falls sie Interesse an einem Mietparkplatz hätten.

Hörmann stellte in der Sitzung den Anwohnerantrag vor. Darin führten die Anlieger an, dass die Parksituation am Heiglweg bereits jetzt sehr angespannt sei. Die schmale Straße werde regelmäßig von Anwohnern, Besuchern oder auch Lieferanten zugeparkt.

Ein geplantes Bauvorhaben am Heiglweg 4 mit acht Wohneinheiten und elf Stellplätzen werde zu einer weiteren Erhöhung des Anliegerverkehrs und zu mehr parkenden Autos führen, so die Befürchtung. Außerdem sei damit zu rechnen, dass vor dem neu entstehenden Gebäude dieses Bauvorhabens mindestens einer der bisher vorhandenen öffentlichen Parkplätze wegfallen werde, wenn die neue Einfahrt einen größeren Platzbedarf haben sollte.

Durch die geplante Flüchtlingsunterkunft am Heiglweg 11 werde nach Meinung der Anlieger ebenfalls ein erhöhter Platzbedarf für Besucher, Betreuer und Rettungskräfte erforderlich sein. Außerdem sei die Straße der primäre Schulweg für alle Kinder und Jugendlichen im nördlichen Teil der Gemeinde, die in Erding zur Schule gehen und zur Bushaltestelle bei der Raiffeisenbank unterwegs sind. Aus diesem Grund stelle eine zugeparkte, enge Straße ein Sicherheitsrisiko dar. Darüber hinaus müsse die Straße zu jeder Tages- und Nachtzeit für Sicherheits- und Rettungskräfte frei befahrbar sein.

Die Argumente der Anwohner stießen im Gremium auf offene Ohren. „Ein vernünftiger Antrag“, sagte Rita Reichwein (SPD). Auch Christian Büchl㈠mann (FW) bewertete ihn „positiv“. Die Parkplatz- und Engstellenproblematik sah der Gemeinderat als gegeben an.

Auf Nachfrage sagte der CSU-Rat und Feuerwehrkommandant Fabian Fellermeier, dass die Feuerwehr bei einer Probefahrt wegen eines geparkten Anhängers einmal auf dem Heiglweg nicht durchgekommen sei.

Man war im Gemeinderat der Meinung, dass Parkplätze, die von der Gemeinde gegen die Zahlung einer Miete zur Verfügung gestellt würden, die Gesamtsituation entschärfen könnten. Jetzt will man die Reaktionen der Anlieger auf dieses kommunale Angebot abwarten.

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