Am 5. Mai sind mehrere Bäume im Schlosspark umgefallen. Ab sofort gilt: Im Zweifel wird gefällt. Das gilt besonders an frequentierten Orten.
Gauting – Zweimal machten in den vergangenen Wochen Bäume im Schlosspark Schlagzeilen. Im ersten Fall ließ die Gemeinde Gauting eine Blutbuche fällen, die genau zwischen Schloss und Salettl stand. Im zweiten Fall, der sich in den Morgenstunden des 5. Mai zutrug, stürzte unmittelbar am Eingang zum Schlosspark eine weitere Buche um. Es hat nicht viel gefehlt, und sie hätte Salettl-Wirt Gennaro Donato getroffen.
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Die Angelegenheit beschäftigt die Gemeinde als Eigentümerin des Schlossparks noch immer. Im jüngsten Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr berichtete Rathausmitarbeiter Andreas Wowra über die Vorkommnisse. Eine Konsequenz zieht die Gemeinde schon jetzt: Wenn in Zukunft ein Baumsachverständiger eine Fällung vorschlägt, und sei es auch nur optional, wird der Baum entfernt. Dies gilt insbesondere für frequentierte Orte. In der Tat ist der Schlosspark stets gut besucht.
Dass die Blutbuche zwischen Schloss und Salettl wegmuss, hatte der Bauausschuss Ende März beschlossen. Damals standen noch mehrere Optionen zur Debatte. Neben einem Rückschnitt wurde auch eine Stabilisierung mit Gummiseilen erwogen. Dass die Entscheidung richtig war, betonte Wowra ausdrücklich. Denn: Nach der Fällung am 30. April zeigte sich, dass der Baum noch viel morscher war als gedacht. „Der Stamm ist anschließend von allein auseinandergefallen“, erklärte er. „Bei der nächsten Sturmböe hätte der Baum fallen können.“
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Genau dies ist dann in den Morgenstunden des 5. Mai passiert. Eine Blutbuche am Eingang zum Schlosspark hielt Regen und Wind nicht mehr stand. Auch eine weitere Buche sowie zwei Eiben fielen um. Menschen kamen nicht zu Schaden. „Gott sei Dank“, sagte Wowra. Es entstand nur Sachschaden, und zwar am Zaun, an zwei Laternen, dem Briefkasten sowie den Resten der Aussichtskanzel. Dies hat die Gemeinde umso mehr überrascht, als kurz zuvor, am 30. April, dieser Baum begutachtet worden war. Die Prüfung auf Standfestigkeit bestand unter anderem aus einem Zugversuch. „Das Gutachten liegt uns bis heute nicht vor“, so Wowra. Es wird in den nächsten Wochen erwartet.
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Im Schlosspark gibt es laut Gemeinde 70 Bäume mit einem Stammdurchmesser von über 200 Zentimeter. Es stehen dort viele verschiedene Sorten wie Ahorn, Apfelbaum, Birke, Buche, Buchsbaum, Eiche und andere mehr. Grundsätzlich werden alle Bäume im Schlosspark dreimal jährlich von einem Baumkontrolleur geprüft, der die Gemeinde regelmäßig auf mögliche Probleme aufmerksam macht. So war es auch bei den Anfang Mai umgestürzten Bäumen. „Leider wurden bei diesem Zugversuch offenbar keine unmittelbare Gefahr erkannt“, heißt es aus dem Rathaus.
Derzeit werden die Schäden im Schlosspark aufbereitet. Alle beschädigten Elemente sollen langfristig exakt so wiederhergestellt werden wie vor dem Vorfall. Eine benachbarte, durch den Sturz freigelegte Buche wird noch stark zurückgeschnitten, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. Näheres dürfte klar werden, sobald das Gutachten vorliegt. Mit der Denkmalschutzbehörde, die ein Wort mitzureden hat, soll es schon bald einen Termin geben.
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