Das mobile Café am Schliersee-Ufer

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Leben ihre Leidenschaft für Kaffee: (v.l.) Nina und Marco Falkenstein und Mitarbeiter Luka Knies. © heidi siefert

Manche Jobs sind nur oder vor allem im Sommer gefragt: Eisverkäufer, Greenkeeper, Bademeister. In einer Serie stellen wir einige davon vor. Heute: Die Falkensteins und ihr Coffee-Bike „Hin & Weg“.

„Der Blick von unserem Arbeitsplatz begeistert uns jeden Tag“, sagen Nina und Marco Falkenstein strahlend. Jeden Ferientag, an dem das Wetter mitspielt, installieren die Schlierseer an der Seewiese zwischen Spielplatz und Vitalwelt ihr Coffee-Bike „Hin & Weg“ und haben von ihrer mobilen Kaffeebar aus See und Berge vor Augen. Ein Panorama, das nicht nur sie und ihr Team genießen. Auch die Kundschaft hat dafür durchaus einen Blick, auch wenn sie in erster Linie wegen der Getränke den einladenden Wagen unterm cremefarbenen Sonnenschirm ansteuert.

Ein Jahr gezögert und davon auf Ebay zugeschlagen

Den hatte Marco Falkenstein (30) ein Jahr lang auf eBay im Auge, bis die Idee vom Café auf Rädern so weit ausgereift war, dass er sich auf den Weg nach Frankfurt machte und das gute Stück kaufte, das eine Maßanfertigung und für den Messebetrieb gedacht war. Doch dem Auftraggeber kam Corona dazwischen, Pläne und Geschäftspartnerschaft zerschlugen sich, und mit dem hochwertigen Stück konnte keiner etwas anfangen. Bis Marco Falkenstein kam.

Viel Leidenschaft für Kaffee: Barista Marco Falkenstein (30) stellt sein Coffee-Bike bei schönem Wetter unweit des Schliersee-Ufers ab.
Viel Leidenschaft für Kaffee: Barista Marco Falkenstein (30) stellt sein Coffee-Bike bei schönem Wetter unweit des Schliersee-Ufers ab. © Heidi Siefert

Der hatte zuvor schon seine Leidenschaft für guten Kaffee entdeckt. Oder war dazu genötigt worden. „Vor sechs, sieben Jahren hat mir mein Vater eine Siebträgermaschine geschenkt, dass er bei mir auch mal einen guten Kaffee bekommt“, erzählt der Schlierseer, und seine Frau Nina ergänzt, mit wie viel Leidenschaft er sich deren ordnungsgemäßer Bedienung widmete: „Wenn Marco sich was in den Kopf setzt, fuxt er sich richtig rein.“

Barista-Kurs beim Chef für jeden Mitarbeiter

Nicht nur ein Barista-Kurs hat ihn am Ende zum gewünschten Ergebnis geführt. Heute bietet er selbst in Zusammenarbeit mit regionalen Gastronomen Kurse an und ermuntert die Teilnehmenden, ihre eigenen Siebträgermaschinen samt Zubehör mitzubringen, damit sie damit zum optimalen Ergebnis kommen. Mit einem Barista-Kurs beim Chef haben auch die neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angefangen, mit denen die Falkensteins das Mini-Café betreiben, mit dem sie bei der Marktgemeinde von Anfang an offene Türen einrannten.

„Hin & Weg“ - der Name ist gleich mehrfach Programm

 „Hin & Weg“ haben sie es genannt, weil sie mit dem Radl hin und auch wieder wegfahren – ohne e-Antrieb und bei einem aufziehenden Gewitter auch innerhalb von einer Viertelstunde. Weil sie ihre Spezialitäten ausschließlich zum Mitnehmen anbieten, und weil die Leute im besten Fall „hin und weg“ sind vom guten Geschmack. Zur Wahl steht neben den Klassikern Cappuccino und Espresso auch Matcha. Immer wahlweise mit Kuh- oder Hafermilch und in den Sommermonaten auch als erfrischende Iced-Variante. Kinder kommen gern vom Spielplatz auf eine Mango- oder Erdbeermilch herüber, während die Kleinsten genüsslich den schokoladebestäubten Schaum vom Babyccinno schlecken. Die heiße Schokolade ist selbst aus Rohkakao gerührt und zunächst ungezuckert. Wer es süß mag, schmeckt mit heimischem Honig oder Kokosblütenzucker individuell ab.

Mehrweg aus Überzeugung

 „Bei uns ist es gesünder, schmeckt aber trotzdem“, sagt Nina Falkenstein und erzählt, dass auch viele Einheimische auf einen Kaffee in entspannter Atmosphäre vorbeikommen. Den Kaffee beziehen die Falkensteins von der Rösterei Bohnenreich in Miesbach. Ausgeschenkt wird aus Überzeugung im Recup-Mehrwegsystem. Das abendliche Tassenspülen nehmen sie aus Überzeugung im Kampf gegen Verpackungsmüll gern in Kauf und freuen sich dabei jedes Mal schon auf den nächsten Tag, der um 11 Uhr mit dem Bestücken des Wagens beginnt. Dann radelt Marco Falkenstein, der jenseits seiner Barista-Leidenschaft mit Nina die Foto- und Social-Media-Agentur Falkehochzwei betreibt, von ihrer Wohnung über dem Kindergarten hinunter zum See, justiert das Mahlwerk und los geht's.

Lesen Sie hierzu auch: Luxusartikel Kaffee: „Einen solch drastischen Preisanstieg haben wir noch nie erlebt“

Bei trockener Witterung ist das Coffee-Bike von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Im Zweifel lohnt ein Blick auf Instagram (cafe.hinundweg) für die aktuellen Öffnungszeiten. Außerhalb der Ferien steht es von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen an der Seewiese.

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