Die Reihen schrumpfen beim SC Riessersee weiter zusammen. Ausgerechnet vor dem richtungsweisenden Wochenende fällt nun auch noch der Top-Stürmer aus.
Der erste Schritt ist getan. Mit dem Sieg gegen Peiting haben die Riesserseer ihre Negativserie nach sechs Spielen durchbrochen. Doch dieser bedeutet in der Oberliga nur einen Mini-Schritt aus der Krise. Noch immer sind die Eishockeyspieler von der sportlichen Führung angezählt, noch immer ist nicht alles Gold, was glänzt.
Das verdeutlicht Hunor Marton vor den Partien gegen Memmingen (heute, 20 Uhr) und in Stuttgart (Sonntag, 17.30 Uhr). Klar ist der Erfolg „erleichternd gewesen“, die Probleme haben sich deshalb aber nicht in Luft aufgelöst. Zu oft vermisst der Trainer eine gesunde Härte in der Defensive. Seine Spieler lassen sich an der Bande abkochen, dann läuft der Gegner in Überzahl im Drittel aufs Tor zu. „Wenn wir diese Zweikämpfe nicht gewinnen, wird es schwierig.“ In ein ähnliches Problem rennen seine Spieler auch auf der anderen Seite des Feldes. Häufig reicht ein beherzter Körperkontakt, damit der Gegner die Scheibe am Schläger hat. „Wir müssen härter kämpfen“, fordert Marton. „Und zwar nicht, weil ich das sage, sondern weil wir diese Duelle gewinnen wollen.“ Das würde weitere Probleme zumindest entschärfen. Die Profis müssten weniger dem Puck hinterherjagen, hätten so mehr Energie für die wichtigen Dinge – wie das Powerplay. Dort offenbaren sie weiter viel Verbesserungspotenzial. Neben der Chancenverwertung ziehen sie zudem viel zu wenige Strafen, weil sie den Gegner gar nicht erst in die brenzlige Lage bringen. Deshalb greifen die Trainer nun zu neuen Maßnahmen und nehmen erstmals einen Teil der Einheiten per Video auf. Das war Marton bereits von seinen Stationen in Finnland und der Slowakei gewohnt. „Das ist eine gute Hilfe. In Spielen passiert genau das, was zuvor im Training passiert.“
Deshalb fordert er von seinen Akteuren immer maximalen Einsatz und unterstützt auch die sportliche Leitung in ihrer Linie, wenn die Spieler dem nicht Folge leisten. „Wir müssen alles probieren, um zurück in die Erfolgsspur zu finden. Aber wir müssen dafür auch offen sein. Denn am Ende muss es von den Spielern selbst kommen.“ So fand er durchaus auch Positives daran, dass Uli Maurer eine Schicksalswoche ausrief. „Das gibt uns Druck“, was man auch auf dem Eis gesehen hat. Seine Truppe sei am Dienstag ein bisschen nervös gewesen, was nach sechs Niederlagen in Folge nur menschlich sei. So ist sein Auftrag für die Partie gegen den aktuellen Zweiten Memmingen klar: „Jeder, der hier einen Vertrag unterschrieben hat, hat einen Job zu verrichten. Jeder muss ein bisschen mehr investieren, manchmal auch 110 Prozent.“
Das gilt gerade fürs Wochenende. Neben Luca Allavena senkt ein weiterer Leistungsträger den Daumen. Bereits seit dem Auftaktspiel gegen Lindau schleppt Robin Soudek eine Armverletzung mit sich. Da auch Alex Benkert, Andreas Schneider (beide krank) und Kilian Raubal (verletzt) fehlen werden, schrumpft das Aufgebot auf drei Reihen zusammen. Der erst 18-jährige Johannes Steinhübl wird dabei Soudeks Rolle in der ersten Reihe übernehmen, seine Partner Leon Neiger (20) und Quirin Glas-Bader (22) sind nur unwesentlich älter.
Ladies Night
Pünktlich zum heutigen Heimspiel gegen Memmingen ruft der SC Riessersee wieder seine Ladies Night ins Leben. Alle Frauen erhalten dabei freien Eintritt. Die Freikarten sind ab 18.30 Uhr an der Abendkasse erhältlich und gelten für die Sitzplatzblöcke K, H und G auf der Südtribüne. Zudem erhalten sie, wenn sie im SCR-Trikot und in Halloween-Verkleidung kommen, einen Prosecco-Gutschein.