Sieg für die Seele: SC Riessersee beendet Niederlagenserie

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Sie können wieder lachen: Die Riesserseer um Tobias Kircher (2.v.l.) bejubeln das 2:1 durch Alexander Höller (r.). © Oliver Rabuser

Nach sechs Pleiten in Folge triumphieren die Riesserseer Spieler dank eines Powerplay-Tores gegen den EC Peiting und können wieder lachen.

Die Sirene ertönt. Mit letzter Kraft rappelt sich Robin Soudek vor dem eigenen Tor auf. Nach zwei Minuten gegen sechs Peitinger Feldspieler hat er es immerhin nicht weit zu seinem Riesserseer Kameraden. Zwei letzte Schritte. Dann fällt er seinem Torwart um den Hals. Ein paar Sekunden lang schnauft er zusammen mit Patrik Mühlberger tief durch, bevor das restliche Team auf die beiden Eishockeyspieler zusprintet. Die Szene fasst den Druck, der von der Mannschaft nach dem 3:2-Sieg gegen den EC Peiting abfiel, treffend zusammen.

Der letzte Warnschuss vor dem Knall. So hatte die sportliche Führung die SCR-Profis nach sechs Niederlagen in Folge ins Gebet genommen und die Woche der Wahrheit eingeleitet. Auch die Botschaft der Kurve war deutlich. Schreien die eingefleischten SCR-Fans sonst mit voller Inbrunst die Namen ihrer Starting-Five heraus, blieb es diesmal erstaunlich still im Olympia-Eissportzentrum. Stattdessen gaben sie genau einen Satz von sich: „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“ Ein Aufruf, der beim Team ankam. Mit Elan kam die Truppe von Trainer Hunor Marton aus der Kabine, der ihr klargemacht hatte: „Es war eine Do-or-die-Situation. Wir mussten hier gewinnen.“ Die Stürmer arbeiteten emsig zurück, von der Spielerbank gab es viel Zuspruch. Das erste Erfolgserlebnis ließ nicht lange auf sich warten. Und ausgerechnet der Spieler, der am unbeschwertesten mit der Situation umgehen konnte, schlug zu. Anselm Gerg wurde für das Oberland-Derby von Ravensburg in die Heimat beordert und sammelte dort in der zweiten Reihe ordentlich Spielzeit. Energisch setzte er nach fünf Minuten nach, verwertete seinen eigenen Schuss und rüttelte das OEZ wach.

Die Führung sollte eigentlich Sicherheit geben. Tat sie aber nicht. Beide Teams waren auf Sicherheit bedacht, hatten Angst, den ersten Fehler zu begehen. Und der folgte: Jesse Roach rutschte an der Bande weg, weg war die Scheibe. Thomas Heger zog ab, und Patrik Mühlberger rutschte der Puck unterm Schoner hindurch – zack, war der Vorsprung dahin und das letzte bisschen Sicherheit gleich mit. Fortan rollte eine Peitinger Angriffswelle in das SCR-Drittel. „Jeder hatte seine Phase“, analysierte ECP-Trainer John Sicinski und mutmaßte: „Wären wir in Führung gegangen, dann wäre es vielleicht anders ausgegangen.“ Denn nachdem die Werdenfelser nach einem Pfostentreffer fast in Rückstand geraten wären, jubelten sie doch selbst. Allerdings mussten sie selbst dabei lange zittern. Die Schiedsrichter überprüften, ob Tommi Steffen die Scheibe bei Alexander Höllers Tor schon sicher hatte. Lange Minuten vergingen, bevor die Gastgeber erneut in Führung gingen. Auch diese hielt nicht an. Wieder änderte sich der Spielverlauf, wieder belohnten sich die Peitinger für ihre Initiative. Den Rest des Drittels hatten sie den SCR im eigenen Drittel fest zementiert.

Doch wie es dieses Spiel wollte, war dann von Peiting im finalen Abschnitt lange nichts mehr zu sehen. Weil der SCR alles in die Waagschale warf und seinen Powerplay-Fluch besiegte. Im dritten Anlauf des Abends schlug er zu, auch wenn es kein klassisches Überzahltor war: Tobias Echtler dribbelte sich an der Mittellinie durch zwei Mann hindurch, spielte einen Doppelpass mit Parker Colley und drosch die Scheibe trocken zum Sieg in die Maschen. Da half es den Gästen auch nicht, dass sie zwei Minuten vor dem Ende den Torwart zogen. Die Weiß-Blauen verbarrikadierten sich vor dem eigenen Tor und brachten das wichtige Erfolgserlebnis über die Bühne. Marton dürfte nach dem wichtigen Dreier deshalb ein bisschen beruhigter das Stadion verlassen haben. „Es tut gut, in der Kabine endlich wieder ein paar lachende Gesichter zu sehen.“