Vor Schicksalswoche: Uli Maurer zählt Riesserseer Spieler an

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Mit ihnen möchte man aktuell nicht den Platz tauschen: Die Sportlichen Leiter Martin Buchwieser und Uli Maurer (r.) müssen den SC Riessersee durch die Krise führen. © Andreas Mayr

Nach sechs Niederlagen in Folge steht beim SC Riessersee die Woche der Wahrheit an. Folgen weitere Pleiten, drohen den Spielern Konsequenzen.

Verheerend liest sich die Bilanz. Sechs Niederlagen in Folge, elf Punkte, Platz zehn. Das ist die Pleitenserie des SC Riessersee in Zahlen. Deshalb leiten die Verantwortlichen die Schicksalswoche ein. „Jeder schreit nach Veränderungen, aber keiner will sich verändern“, fasst Uli Maurer zusammen. „Das schau ich mir nicht mehr lange an. Irgendwann gibt es Konsequenzen.“

Eine Frischzellenkur im Sommer sollte den großen Erfolg bringen. Neues Blut in Form von zehn Zugängen sollte das Team nicht nur verjüngen, sondern auch besser machen. Der Zwischenstand: So schlecht stand der SCR zu diesem Zeitpunkt auch in der vergangenen Saison da, hatte damals mit der maroden Abwehr sogar ein Tor weniger kassiert. Stillstand. Oberliga-Durchschnitt. Das ist die Realität. Dennoch sagt der Sportliche Leiter: „Der Kader spielt schlechter, als er ist. Wir geben es grad selbst aus der Hand.“

Jeder Spieler denkt, er kann sein eigenes Spiel spielen. 

Hoffnung machten Maurer die Vorbereitung sowie der gute Auftakt. Doch seitdem jagt ein negativer Höhepunkt den nächsten. „Da hat sich wieder der Schlendrian eingeschlichen.“ Sein Zorn richtet sich gegen die Profis, Trainer Hunor Marton nimmt er demonstrativ in Schutz. „Er versucht alles, zerbricht sich den Kopf. Wir haben das Problem seit Jahren. Jeder Spieler denkt, er kann sein eigenes Spiel spielen. Wir müssen froh sein, wenn wir als Mannschaft gewinnen und nicht, wenn man einen Scorerpunkt macht.“ Diese Allüren wollte man eigentlich aus dem Team haben, dachte, man wäre dieses Verhalten und Denken im Sommer losgeworden. „Aus der Kritik nehme ich mich nicht raus“, stellt Maurer klar. „Bei mir raucht's auch im Kopf, ob ich Fehler gemacht habe.“

An manchen Stellschrauben waren der sportlichen Führung allerdings auch die Hände gebunden. Einige Profis hatten längerfristige Verträge, das Geld für Zugänge war wie immer begrenzt. So hallt der Ruf der Fans nach Verstärkungen zwar nach, doch Schnellschüsse kann sich der Traditionsclub nicht erlauben. „Wir machen finanziell keinen Schmarrn. Sonst sind wir wieder die Deppen, wenn es aus dem Ruder läuft.“ Was jedoch nicht heißt, dass die aktuelle Truppe einen Freifahrtschein besitzt. Die Verantwortlichen nehmen in dieser Woche jeden Spieler unter die Lupe. Zeigt sich kein Fortschritt, sind sie durchaus gewillt, den Kader nochmals zu verstärken. „Dann haben wir mehr personellen Handlungsspielraum, und dann hock ich halt einfach mal einen Spieler auf die Tribüne.“

Im Fokus steht die gesamte Mannschaft. Doch gerade die Führungsspieler sind gefragt. Sie müssen sich mehr zeigen, auf dem Eis vorangehen, den Talenten mehr helfen. „Wir haben genügend Erfahrung, dass wir die Spiele erfolgreich bestreiten können.“ Nur ist in den 60 Minuten davon meist nichts zu sehen. Als Gipfel der Harmlosigkeit zeigt sich das eigene Powerplay. Inzwischen muss man da bei den Riesserseern mehr Angst um einen Gegentreffer haben, als dass sie selbst gefährlich werden. Gegen Deggendorf riskierten Tobias Echtler und Robin Soudek mit ihren Dribblings im eigenen Drittel Kopf und Kragen – weil die eigenen Mitspieler weit und breit nicht zu entdecken waren. An die Taktik halten sich die Spieler dabei offenbar nicht. „Man zeigt ihnen was, dann kochen sie wieder ihre eigene Suppe.“

Das soll ein Ende haben. Maurer fordert bereits im heutigen Heimspiel (20 Uhr) gegen Peiting eine sichtbare Leistungssteigerung. Als Mannschaft. „Wir müssen uns noch mehr den Arsch aufreißen und einfacher spielen. Aus dem Loch kommen wir nur zusammen raus.“