Ein Schweizer in der ersten Reihe soll den SC Riessersee zum Sieg führen

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Hat sich fest gespielt in der ersten Reihe: Leon Neiger (M.) agiert in seiner ersten Herrensaison selbstbewusst mit der Scheibe. © Andreas Mayr

Nach vier Niederlagen in Folge steht das junge Team des SC Riessersee am Wochenende gegen Bayreuth und Deggendorf unter Zugzwang. Doch ein Schweizer glaubt fest an die Kehrwende.

Auf dem Eis übersieht man ihn schnell: nur 1,81 Meter groß, dazu eine schmächtige Statur. Doch das ändert sich, wenn er an die Scheibe kommt. Blitzschnell lässt Leon Neiger seine Gegenspieler ins Leere laufen und hat immer den Blick für seine Mitspieler. Als der SC Riessersee im Sommer den 20-Jährigen verpflichtet hatte, wollte sich dieser mit reichlich Spielzeit für einen höherklassigen Verein empfehlen. Dass der Schweizer, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, sofort in die erste Reihe beim Oberligisten rutschte, hat er allerdings nicht erwartet: „Ich wollte mich beweisen und habe gedacht, ich muss mich hocharbeiten. So ist es natürlich umso schöner.“

Seine Qualitäten gefielen Hunor Marton auf Anhieb. „Ich bin total zufrieden mit ihm. Er ist ein guter Skater, selbstbewusst mit dem Puck – er hat das ganze Paket.“ Einzig an seiner Entscheidungsfindung könne das Talent noch arbeiten, was stellvertretend für die ganze junge Truppe gilt. Dreimal in Folge haben sich die Weiß-Blauen die Butter vom Brot nehmen lassen und stehen nach vier Niederlagen in Folge an diesem Wochenende gegen Bayreuth (Freitag, 20 Uhr) und in Deggendorf (Sonntag, 18.45 Uhr) unter Zugzwang. „Da zeigt sich jetzt unser Charakter“, betont Neiger. Gerade die Niederlagen gegen Füssen, Passau und Bad Tölz wurmen ihn. „Die Führungen müssen wir auch mal verteidigen. Ein erfahreneres Team kriegt das über die Runden.“ Das ist aktuell das große Problem der Riesserseer: Sie spielen meist ansehnlich und machen ihre Tore. Doch dann passiert die eine unnötige Strafzeit, die eine Unachtsamkeit im Slot – der eine Fehler zu viel. So erklären sich die Verantwortlichen auch die Derbyniederlage im Penaltyschießen, obwohl die Tölzer am Ende verdient gewannen. „Wir haben gekämpft und hatten genug Chancen, um den Sack zuzumachen“, betont Neiger.

Jetzt geht sein Blick nach vorne. Denn auch wenn er mit seinem Team aktuell ein kleines Tal durchschreitet, ist er zufrieden mit seinem ersten Jahr außerhalb der Heimat. „Ich wurde sehr gut aufgenommen.“ Luca Allavena hat ihn bereits durch sämtliche Cafés geschleppt, mit Tim Hettich und Lenny Elwing hat er eine Wohngemeinschaft in Garmisch-Partenkirchen. Letzterer hat ihn freilich sofort mit dem weiß-blauen Golfvirus infiziert. „Mit Lenny werde ich nächstes Jahr bestimmt mal auf die Range gehen.“

Auch auf dem Eis hat Neiger sofort Fuß gefasst. Einzig die Körperlichkeit in Deutschland überraschte ihn ein wenig. „Wenn du in der Schweiz die Handschuhe hinschmeißt, dann bist du gleich mal für ein paar Spiele gesperrt.“ Mit elf Scorern ist er zahlenmäßig aktuell viertbester Werdenfelser, was freilich auch an der Unterstützung von Robin Soudek und Lubor Dibelka liegt. Die beiden Routiniers ergänzt Neiger ob seiner versierten Technik perfekt, wobei er von ihnen sich freilich noch eine Menge abschaut. „Sie zeigen mir viele Kleinigkeiten. Wie ich mich im Slot mit der Scheibe bewege oder dass ich auch mal einen Fake einbaue, anstatt gleich zu schießen.“ Auf diese Qualitäten wird es auch am kommenden Wochenende ankommen. Deggendorf stellt die zweitbeste Defensive der Liga, sodass Marton „mit nicht zu vielen Chancen“ rechnet. Die Lernkurve bei den jungen Riesserseern soll langsam nach oben gehen.

3. Heimatabend gegen Bayreuth

Die Tradition wollen die Fans und die Verantwortlichen des SC Riessersee beim heutigen Heimspiel gegen Bayreuth bewahren. Deshalb haben sie den 3. Bayerischen Heimatabend im Olympia-Eissportzentrum organisiert. Auf und neben dem Eis wird einiges geboten: Vier Dreierteams treten in den Disziplinen Maßkrugstemmen, Zipfelbobrennen und Tauziehen in den Drittelpausen gegeneinander an. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Musikkapelle Oberau – sie wird auch die Bayernhymne vor dem ersten Bully spielen. Außerdem wird es in der Ostkurve eine spezielle Fanbar geben. Jene Anhänger, die heute zünftig in Tracht kommen, werden am Eingang mit einer Freibiermarke empfangen.