„So etwas habe ich noch nicht erlebt“: 57 SCR-Paraden reichen im Derby nicht

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Kaum zu bezwingen: Patrik Mühlberger (r.) bringt die Bad Tölzer reihenweise zur Verzweiflung. © Oliver Rabuser

Der Riesserseer Torwart macht im Derby das Spiel seines Lebens. Die Niederlage gegen Bad Tölz kann jedoch auch er nicht verhindern.

Es ist das Derby der Torhüter gewesen: Was Enrico Salvarani und Patrik Mühlberger am Sonntagabend auf dem Eis veranstaltet haben, brachte ihnen die Auszeichnung als Spieler des Spiels ein und beide Eishockeytrainer zum Schwärmen: „Beide waren herausragend gut“, sagte etwa ECT-Coach Axel Kammerer. Sein Goalie machte fünf Riesserseer Alleingänge zunichte, während Mühlberger die Garmisch-Partenkirchner Mauer erbittert verteidigte. 57 Schüsse wehrte der 21-Jährige ab. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, erzählt der Zugang aus Rosenheim. „Selbst nicht in der Jugend.“ Nach der Partie sehnte er sich nur noch nach seinem Bett, malträtierten die Tölzer ihn doch sehr. „So schlecht ist es mir nach einem Spiel noch nie ergangen. So viele Stockschläge, wie ich abbekommen hab, das spürt man.“ Doch noch viel mehr spürt er den Frust über den späten Ausgleich und 3:2-Penaltysieg des Erzrivalen. „Wenn du 2:0 vorne bist, ist die Enttäuschung größer.“

Kilian Raubal fällt aus

Der SC Riessersee muss in den kommenden Wochen auf Stürmer Kilian Raubal verzichten. Der 23-Jährige zog sich beim Heimspiel am vergangenen Freitag gegen die Passau Black Hawks eine Oberkörperverletzung zu und fehlt dem Team voraussichtlich vier bis sechs Wochen. Zuvor kam das Eigengewächs in allen acht Oberligapartien in der vierten Reihe zum Einsatz.

Sein erstes Oberlandderby wird Mühlberger nicht vergessen. Da ein Schoner, da eine Fanghand, da die Brust – Mühlberger brachte die Bad Tölzer zur Verzweiflung. Von der Tribüne jubelten ihm Vater, Bruder und Freundin zu. „Sie sind bei fast jedem Heimspiel dabei. Es ist schön zu sehen, wenn sie sich freuen. Das gibt mir nochmal einen Extrapush.“ Doch all die Unterstützung half am Ende nichts, selbst der überragende Torwart konnte die Niederlage nicht verhindern. Zurück bleibt daher vor allem ein Wochenende der Enttäuschungen für den SCR. Zweimal nur einen Punkt geholt, dazu Rang neun in der Oberligatabelle, da hatten sich die Profis mehr erhofft. „Die Ansprüche sind höher“, betont Mühlberger. „In der Kabine war es sehr bedrückt und leise. Es wurde nicht viel gesprochen.“ Ein Rückschlag, aber noch lange nicht der endgültige Knockout. 43 Partien sind noch zu gehen, „viel Zeit, um es geradezurücken“. Denn grundsätzlich sieht der 21-Jährige sein Team auf dem richtigen Weg. Gegen Tölz habe der SCR „ein gutes Spiel“ abgeliefert. „Wir sind jung, wir werden uns steigern.“

So schlecht ist es mir nach einem Spiel noch nie ergangen.

Das gilt freilich auch für den jungen Torhüter selbst. Noch wartet er auf sein erstes Shutout in dieser Saison. Auch wenn er gegen Tölz bereits daran schnupperte, das wurmt ihn. Das Gute: Die Saison nimmt langsam Fahrt auf, bereits am Freitag hat er im Heimspiel gegen Bayreuth sowie am Sonntag in Deggendorf hierfür die nächsten Gelegenheiten. Schon steht die erste englische Woche an. Wichtig war es, vorher nochmal Kraft zu tanken. „Lang schlafen, viel ausruhen“, das war das Rezept für den freien Tag. Ein gemütlicher Vormittag, gepaart mit einem Spaziergang und ein bisschen Hausarbeit. Dann hieß es Mund abwischen und weitermachen.