Ohne Chance: SC Riessersee verliert gegen Deggendorf und steckt in Krise

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Nur ein Team hatte etwas zu feiern: Der SC Riessersee muss den Deggendorfern sechsmal beim Jubeln zu sehen, Jesse Roach (l.) kann nicht mehr hinsehen. © Rappel

Trainer Marton hat alles versucht. Doch selbst die Personalwechsel konnte die Pleite gegen Deggendorf nicht verhindern. Der SC Riessersee taumelt in der Oberliga weiter.

Es ist ein Auftritt gewesen, der am Selbstverständnis der Riesserseer genagt hat. Die 4:6-Pleite gegen Bayreuth am Freitagabend war keine wie jede andere. Sie hat Spuren hinterlassen. Das wurde schon beim Blick auf die Aufstellung am Sonntagabend gegen Deggendorf deutlich. Trainer Hunor Marton ließ keinen Stein auf dem anderen: Die Angriffsreihen würfelte er komplett durcheinander, in der Verteidigung wurde er zu einer Änderung gezwungen, und auch zwischen den Pfosten war der Name ein anderer. Doch all die Maßnahmen änderten auch nichts an den Fakten: Der Tabellenzweite der Oberliga ist aktuell zwei Nummern zu groß für die Weiß-Blauen. Die Werdenfelser Eishockeyspieler brachten den Favoriten bei der 2:6-Niederlage nie in Bedrängnis.

Eins vorweg: Mit der Leistung zwei Tage zuvor hatte die des SCR diesmal nichts gemein. Von Anfang an hielt man dagegen, ein schlafmütziges Drittel leistete sich das Team diesmal nicht. Neben einem starken Andreas Mechel, der den Vorzug vor Patrik Mühlberger erhielt, das Positive an diesem Tag. Das war es dann aber auch schon mit den Lichtblicken. Denn die Rotation des Trainers verpuffte: Quirin Glas-Bader nahm den Platz von Lubor Dibelka in der ersten Reihe ein. Die Trennung des kongenialen tschechischen Sturmduos begründete Marton so: „Wir wollten etwas versuchen und neue Gesichter in die Reihen bringen.“ Der 42-jährige Dibelka lief diesmal mit Parker Colley und Jannick Stein auf, während Alexander Höller in die dritte Formation rutschte. Das sorgte jedoch nicht für den erhofften Wirbel auf dem Eis. Weil der Gegner das laue Lüftlein sofort im Keim erstickte. Die Topreihe um die kanadischen Brüder Dylan und Ty Jackson brachte eine Handlungsschnelligkeit, Geschwindigkeit und Übersicht mit, der der SCR zu keinem Zeitpunkt etwas entgegensetzen konnte.

So zerstreuten sich die leisen Hoffnungen der mitgereisten Fans auf einen ähnlichen Auftritt wie gegen Heilbronn (6:4-Sieg) sowie Selb (0:3-Niederlage) binnen Minuten. Die Niederbayern schnürten die Weiß-Blauen im eigenen Drittel ein und legten sie sich zurecht. Zunächst war Mechel gegen Ondrej Pozivil noch zur Stelle, nach drei Minuten zappelte die Scheibe aber erstmals im Netz. Vorausgegangen war eine Strafzeit. In Unterzahl ließ Tobias Echtler dann Dylan Jackson zu viel Raum. „Wir spielen aktuell ständig Unterzahl. Das können wir uns nicht leisten“, ärgert sich der Coach. Danach ging es schnell – binnen drei Minuten stellte Deggendorf auf 2:0. Es bahnte sich ein frühes Debakel an, doch Dibelka nutzte einen Fehlpass von Ty Jackson aus. Der Center machte diesen jedoch wieder wett und sorgte mit einem Tor und Assist bereits im zweiten Durchgang für die Entscheidung. Wenn die Kanadier einmal das Tempo anzogen, kam die Riesserseer Defensive nicht mehr hinterher und wusste sich meist nur mit einem Foul zu behelfen. Da half es freilich nicht, dass mit Luca Allavena ein Fels in der Brandung verletzt fehlte – und dies noch länger tun wird. Nach einem harten Check in die Bande musste er mit einer Kopfverletzung am Freitagabend vom Eis und fällt auf unbestimmte Zeit – wohl mindestens bis zur Länderspielpause Anfang November – aus.

So fuhr Deggendorf einen komfortablen Sieg ein, ohne sich großartig verausgaben zu müssen. Während der Frust bei Marton nach der sechsten Niederlage in Folge groß ist: „Wir durchleben aktuell eine schwierige Phase und wussten, dass es hier sehr hart wird. Wir wollten einfach spielen, aber haben uns einen Turnover nach dem anderen geleistet.“