Viele Originalwerke von Benno Hauber und einiges mehr gibt es in der Ausstellung zu seinem 100. Geburtstag im Erdinger Frauenkircherl.
Der letzte Akt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Erdinger Künstlers Benno Hauber (1924-1994) ist eröffnet: Am Mittwochabend wurde im Frauenkircherl die Ausstellung mit zahlreichen Originalgemälden, Fotos und Werkzeugen eröffnet.
Museumsleiter Harald Krause und Kunsthistorikerin Heike Kronseder konnten neben OB Max Gotz auch viel Lokalprominenz, Familienangehörige und Weggefährten begrüßen. Auch der ehemalige Stadtpfarrer Josef Mundigl war gekommen.
„Bis jetzt waren ja hauptsächlich Reproduktionen zu sehen – sowohl im Buch von Albrecht Gribl als auch auf den Plakaten auf dem Künstlerweg. Hier können wir nun verschiedenste Originalbilder bewundern, die von vielen Privatleuten zur Verfügung gestellt wurden“, sagte Krause erfreut. Er dankte den vielen Unterstützern und Helfern, die diese Aktionen das ganze Jahr über erst möglich gemacht hätten.
„Hauber war ein Kreativgenie in Technik, Farben und Motiven“, würdigte Kronseder den Künstler und regte an, die Ausstellung noch einmal in aller Ruhe zu besuchen, wenn es mehr Platz zum Betrachten der Bilder gibt. „Er war ein Künstler, der seine Stadt geliebt hat und in ihr tief verwurzelt war“, sagte Gotz, der auch Haubers schwere Zeiten, in denen er Mühe hatte, finanziell über die Runden zu kommen, nicht unerwähnt ließ.
Der OB durfte eine Nachbildung des Wasserspiels „Moosgeschichte“ enthüllen, das lange hinter dem Schönen Turm stand und nun im Stadtpark zu finden ist. Die kleine Replik, die einen Fischreiher im Kampf mit dem Tatzlwurm darstellt, stammt aus dem 3D-Drucker und wird später im Museum Erding stehen.
Extra aus Schwabing angereist war Künstlerkollegin Magda Bittner-Simmet (in Gestalt von Renate Eßbaumer) und war sichtlich angetan von der Ausstellung, auch wenn kein Champagner gereicht wurde, wie sie bedauerte.
Während Michael Schirmer die Besucherschar mit stimmungsvollen Liedern auf dem Akkordeon unterhielt, entwickelten sich vor den Bildern anregende Gespräche. Viele hatten Benno Hauber noch persönlich gekannt und erinnerten sich an so manches Werk.
Die Vielseitigkeit des Künstlers wurde in den unterschiedlichsten Ausstellungsstücken sichtbar – wie einem bunt bemalten Kasperltheater, einer bedruckten Vereinsfahne oder einer schön gestalteten Schützenscheibe. Haubers Werbegrafiken für längst nicht mehr existierende Geschäfte weckten nostalgische Gefühle, während eine Auswahl seiner Werkzeuge die handwerkliche Seite seiner Arbeit deutlich machte. Mache von ihm entworfenen Schriftzüge wie für das Modehaus Kraus oder das Gewandhaus Gruber sind bis heute in Betrieb.
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Neben vielen Darstellungen aus seiner Heimatstadt bevorzugte der bodenständige Maler auch Motive aus dem Erdinger Moos, das er durch den Bau des Flughafens gefährdet sah. Die Ausstellung im Frauenkircherl ist bis 3. November täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.