Absolventen der Isar Sempt Werkstätten Erding begeistern mit Fleiß und Zuverlässigkeit

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Große Freude bei der Zertifikatsverleihung (v.l.): Geschäftsführer Albert Wittmann, Claudiu Kreischer, Faris Abakar, Leon Bokr, Maria-Julia Lönner, Sabrina Blechmann, Vitus Meidinger, Stefan Geiger und Markus Vater, Leiter Berufsbildung. Es fehlt Leon Stanic. © Bernd Heinzinger

Aufregung, Freude, Schüchternheit: Bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate zum Abschluss ihrer Berufsausbildung zeigten die Absolventen der Isar Sempt Werkstätten für Menschen mit Einschränkungen unterschiedlichste Emotionen. Großes Lob gab es für alle.

Acht junge Leute durften ihre Zeugnisse in Empfang nehmen: Faris Abakar, Sabrina Blechmann, Maria-Julia Lönner, Leon Bokr, Claudiu Kreischer, Stefan Geiger, Vitus Meidinger und Leon Stanic hatten zuvor in den Werkstätten in Erding, Freising und Burgharting erst eine dreimonatige Kennenlernphase und anschließend eine zweijährige Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen absolviert. Etwa in der Metall- und Holzverarbeitung, Montage, Verpackung oder der Hauswirtschaft.

Bei der Übergabe lobte Geschäftsführer Albert Wittmann, sie allesamt hätten Tolles geleistet: „Jetzt dürft ihr erst einmal genießen und feiern. Das habt ihr euch verdient.“ Die acht Absolventen seien freundlich und stets pünktlich gewesen, bekräftigte Markus Vater, Leiter des Berufsbildungsbereichs der Werkstätten.

Die Ausbilder hätten sich immer über die Zuverlässigkeit freuen dürfen, führte er fort. Bei dem einen oder anderen hätte man anfangs noch mangelndes Vertrauen in sich selbst bemerkt. Da habe sich im Laufe der Ausbildungszeit aber deutlich verbessert. Eines einte alle: Die grenzenlose Herzlichkeit, mit der sie in den Werkstätten auftraten. Selbstverständlich habe es auch einmal Streit gegeben, die Leute würden sich jedoch nie verbiegen. Die Ausbildung sei zwar geschafft, das Lernen gehe aber immer weiter, sagte Wittmann zu den acht jungen Leuten.

Insgesamt arbeiten rund 380 Menschen mit Einschränkungen an den Standorten der Isar Sempt Werkstätten. Und hinter der Einrichtung würden schwere Zeiten liegen. Der Geschäftsführer betonte, dass es nach der Corona-Pandemie in den Jahren 2022 bis 2024 stets ein finanzielles Minus gegeben habe.

Die Werkstätten verstehen sich als sogenannte Spitzenfänger: Was die Firmen selbst mit eigenen Mitarbeitern nicht fertigstellen können, landet als Auftrag bei der Einrichtung: „Nur hatten diese selbst weniger Aufträge, und daher kam bei uns fast nichts an.“

Aktuell bemerkt Wittmann eine leichte konjunkturelle Verbesserung, die absolut nötig sei. Denn durch die Minusjahre wären die zuvor geschaffenen Rücklagen praktisch aufgebraucht. Eine gute Million Euro bekommen die Mitarbeiter insgesamt an Lohn ausbezahlt, und der Geschäftsführer bekräftigt: „Der Aufschwung muss weitergehen. Sonst bleibt uns als letzter Schritt nichts anderes übrig, als die Löhne zu kürzen.“ Das wolle man aber unbedingt vermeiden: „Bei uns handelt es sich schließlich nicht nur um einen Arbeitsplatz, sondern um einen Raum zum Wohlfühlen.“

Wenn die Mitarbeiter am Ende des Tages glücklich nach Hause gehen, habe man alles richtig gemacht. Dass Kürzungen der Förderungen für solche Werkstätten im Gespräch sind, konnte Wittmann daher überhaupt nicht verstehen.

Qualität bei den Produkten stehe ebenfalls im Vordergrund, und das Repertoire ist riesig. Vom Adventskranz über Auspuffaufhängungen für BMW oder die Landefeuer am Flughafen bis zu Stromzangen oder das Bedrucken und Beflocken von Textilien. Für viele Bereiche gibt es in den Isar Sempt Werkstätten Experten, und Wittmann betont: „Wir passen uns an die Aufträge der Kunden an und finden immer eine Lösung.“

Dafür sorgen künftig auch die acht Absolventen, die es sich bei Musik und einem feinen Buffet an ihrem Ehrentag erst einmal gut gehen ließen.

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