Spätere Erdbeer-Ernte wegen Kälte und Trockenheit

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Frische, regionale Erdbeeren wie auf dem Notzinger Feld von Werner Ippisch und Tochter Helena soll es im Landkreis weiterhin geben. Auch wenn das Wetter nicht immer die besten Voraussetzungen für die Sommerfrüchte bietet. © Julia Adam

Die Erdbeeren sind heuer eine Woche später reif als geplant. Der Grund ist die Kälte bis hin zu Nachtfrost im Mai und die allgemeine Trockenheit seit dem Winter.

Erding – Das Geschäft mit den Erdbeeren ist kein leichtes. Zumindest nicht in Deutschland. Nachdem die Erdbeerbauern im Landkreis im vergangenen Jahr mit häufigem Regen und schnell verfaulenden Früchten zu kämpfen hatten, müssen sie heuer auf Kälte und Trockenheit reagieren.

Drei Landwirte bewirtschaften derzeit Erdbeerfelder im Landkreis. Schwierigkeiten, die die wechselnden Wetterverhältnisse mit sich bringen, ist Werner Ippisch gewohnt. Seit 30 Jahren sorgt er in jedem Frühsommer für frische Erdbeeren aus der Region. Ippisch betreibt Felder in Erding-Aufhausen, Bockhorn, Notzing und Hallbergmoos. Er weiß, welches Wetter die süßen Beeren perfekt reifen lässt: „Tagsüber zwischen 20 und 25 Grad und nachts Regen. Das würde den Erdbeeren guttun.“

Doch in diesem Jahr konnten sich die Erdbeerbauern weder auf den Regen noch auf die Wärme verlassen. Nachdem die Früchte im vergangenen Sommer aufgrund des starken und häufigen Regens schon an der Pflanze verfault waren, fehlt in diesem Jahr das Wasser.

BU Frostschaden: Einen Teil der Erdbeerpflanzen hat, wie hier auf dem Feld von Markus Mayer, der späte Nachtfrost erwischt.
Frostschaden: Einen Teil der Erdbeerpflanzen, wie hier auf dem Feld von Markus Mayer, hat der Nachtfrost erwischt. © Julia Adam

Georg Eschbaumer hat seine Pflanzen dieses Frühjahr deshalb regelmäßig selbst mit Wasser versorgt. Seit 25 Jahren pflanzt er die Sommerfrüchte an seinem Hof in Notzing. „Wenn ich es mit letztem Jahr vergleichen müsste, würde ich sagen, dass es dieses Jahr etwas einfacher ist. 2024 sind uns viele Beeren verfault. Außerdem kommen die Leute nicht zum Pflücken, wenn es regnet.“ Ihm ist jedoch auch bewusst, dass die Bewässerung vermehrten Aufwand bedeutet und, dass diese nicht jeder bewerkstelligen kann.

Das fehlende Wasser ist jedoch das geringere Problem. „Dazu kommt die extreme Kälte in der Nacht, die wir bis vor Kurzem noch hatten. Zusammen mit dem fehlenden Regen sind das zwei Faktoren in Kombination, die die Erdbeeren nicht vorangebracht haben“, erklärt Markus Mayer, der seit sieben Jahren ein Erdbeerfeld in Erding bewirtschaftet.

Recht spät im Mai hat in einigen Nächten der Frost die Pflanzen erwischt. „Wir hatten bei uns dadurch einen größeren Frostschaden“, bedauert Mayer. Viele Erdbeeren haben die Kälte nicht überstanden. „Natürlich kann man die Pflanzen nachts zudecken. Tagsüber müssen sie aber wieder abgedeckt werden, weil es sonst zu warm wird. Das wäre ein extrem großer Aufwand. Außerdem kam der Frost teils überraschend.“

Insgesamt sei das Frühjahr zwar sehr mild gewesen und die Pflanzen haben sich entsprechend gut entwickelt. Im Mai sei das Wachstum dann jedoch nahezu zum Stillstand gekommen. Aufgrund der witterungsbedingten Umstände verlagert sich die Ernte um etwa eine Woche nach hinten, wie Mayer erklärt. Geöffnet haben die Felder der drei Anbauer seit Ende Mai.

Grundsätzlich müsse man auch bei den Erdbeeren mit der Zeit gehen, ist Eschbaumer überzeugt. „Wir spritzen unsere Pflanzen nicht, sind aber auf eine resistentere Sorte umgestiegen“, erklärt er. Alle drei Erdbeerbauern haben auch spätere Sorten, die weniger mit der Kälte zu kämpfen haben dürften. Ans Aufhören denkt keiner von ihnen, obwohl nicht nur das Wetter, sondern auch der steigende Mindestlohn zunehmend Schwierigkeiten bereiten.

„Es gibt nichts Frischeres als die regionale Erdbeere“, sagt Ippisch. Auch Mayer ist von seinem Produkt überzeugt: „Entweder hat die Erdbeere Geschmack oder sie ist lange haltbar. Beides geht eben nicht.“ Hinzu kommen Umwelt- und Gesundheitsaspekte, die für Beeren vom heimischen Feld sprechen. „Wenn ich im Supermarkt die Erdbeeren aus Marokko hole, gebe ich meiner Meinung nach jegliches Recht ab, mich darüber zu beschweren, was in der Welt falsch läuft“, wird Mayer deutlich.

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