Bekannt bei Outdoorkleidung: Textilspezialist muss Insolvenz anmelden

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Auch 2026 reißt die Pleitewelle nicht ab. Nun hat es ein Textilunternehmen in der Nähe von München getroffen. Rund 70 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.

München – Die Zahl der Insolvenzen bleibt weiterhin hoch. Nun hat es die Sympatex Technologies GmbH aus Unterföhring bei München getroffen. Der Mitteilung des Unternehmens zufolge wurde am 22. Januar 2026 ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht München gestellt, woraufhin dieses am Montag (26. Januar) die vorläufige Insolvenzverwaltung anordnete.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter fungiert der Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen aus München. Auch über das Vermögen der Smart Solutions Holding GmbH, Muttergesellschaft der Sympatex Technologies GmbH, wurde ein Insolvenzantrag gestellt.

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Die Zahl der Insolvenzen bleibt weiterhin hoch. Nun hat es die Sympatex Technologies GmbH aus Unterföhring bei München getroffen, die  Funktionsmaterialien für die Textil- und Bekleidungsbranche liefert. (Archivbild) © Matthias Bein/dpa/dpa-tmn

Sympatex insolvent: Funktionsmaterialien für Outdoorkleidung

Sympatex liefert laut dem Fachmagazin Retail News seit Jahrzehnten Funktionsmaterialien für die Textil- und Bekleidungsbranche - ähnlich wie sein Wettbewerber Goretex. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung von Membranen, die wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv sind und bei Outdoor-Ausrüstung, Sportbekleidung und professionelle Arbeitskleidung eine große Rolle spielen. Dabei setzt das Unternehmen auf Umweltverträglichkeit und hat die Stoffe auch so entwickelt, dass diese nachhaltigen und ökologischen Anforderungen entsprechen.  

2025 hat Sympatex laut Wirtschaftswoche einen Umsatz von rund 22,8 Millionen Euro erzielt. Nun ist das Unternehmen aber zahlungsunfähig. Die rund 70 Mitarbeiter erhalten bis Ende März Insolvenzgeld. „Die Antragstellung ist das Ergebnis schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die zuletzt nicht mehr allein durch das operative Geschäft ausgeglichen werden konnten“, sagte Kim Scholze, alleinige Geschäftsführerin der Sympatex Technologies GmbH seit Ende September 2025 laut einer Mitteilung des Unternehmens. Das Insolvenzverfahren schaffe den notwendigen Rahmen, um das Unternehmen in einem strukturierten Sanierungsprozess neu aufzustellen.

Insolvenz soll Start ohne die Altlasten der Vergangenheit ermöglichen

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass das Unternehmen bzw. seine Muttergesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Die Wirtschaftswoche berichtet von einem Urteil des Landgerichts München I vom 17. Oktober 2025, das besagt, dass Anleger bei einer früheren Restrukturierung getäuscht wurden. Sie sollten auf ihr Kapital verzichten, um das Unternehmen zu retten - ohne dass es ernsthafte Kaufinteressenten gegeben habe. Inwieweit mögliche Forderungen von Anlegern bei dem Insolvenzverfahren eine Rolle spielen, sei aber noch unklar, so das Magazin. Derzeit sei dies laut der zuständigen Kanzlei nicht zu erwarten.

Insolvenzverwalter Bierbach will laut Mitteilung nun die Insolvenz nutzen, Sympatex neu zu strukturieren und einen Start ohne die Altlasten der Vergangenheit ermöglichen. „Sympatex verfügt über eine technologisch starke Position im Markt und Mitarbeitende mit umfassendem Spezialwissen. Ziel des Verfahrens ist es, diese Substanz zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln“, sagte er. In den kommenden Wochen werde man in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung prüfen, wie das Unternehmen wirtschaftlich stabilisiert und für die Zukunft neu aufgestellt werden kann. Quellen: Mitteilung Sympatex, Retail News, Wirtschaftswoche

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/muenchner-textilspezialist-sympatex-muss-insolvenz-anmelden-94141506.html