Die Entwicklung des ehemaligen Kasernenareals ist ein Dauerbrenner in Lenggries – und das wird sie auch noch eine ganze Weile bleiben.
Lenggries – Seit über 20 Jahren stehen weite Teile der Kasernenliegenschaften leer. Ein Großteil des Areals gehört der Gemeinde. Der Gemeinderat hatte Ende 2023 die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Im Laufe des Jahres 2024 wurden die Nutzungen für das Areal und die Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, konkreter. Eine Kindertagesstätte soll dort entstehen, bezahlbarer Wohnraum ist angedacht und ein Multifunktionsplatz. Auch Raum für gewerbliche Nutzungen soll bleiben.
Bei der Verlagerung des Bauhofs gehen die Meinungen auseinander
Bei diesen Themen war sich das Gremium im Prinzip einig. Die Meinungen auseinander gehen beim Plan, den Bauhof aus Anger auf das Kasernenareal zu verlagern. Vor allem die CSU sträubt sich dagegen, auch mit dem Verweis darauf, dass man nie wirklich untersucht habe, was Sanierung und Erweiterung des Bauhofs am aktuellen Standort im Vergleich zur Verlagerung kosten würden. Die Freien Wähler dagegen hatten damit argumentiert, dass es zu wenig Entwicklungspotenzial in Anger gebe, man viel Geld in eine Sanierung stecken müsse, die Liegenschaft dann aber immer noch zu klein wäre. Mehrheitlich hatte das Gremium seinerzeit für die Verlegung gestimmt.
Zukunftsworkshop sorgt für ein Umdenken
Eigentlich war man im Bebauungsplanverfahren schon vorwärtsgekommen. Der Grünordnungsplan wurde fertiggestellt, genauso wie das Verkehrsgutachten. Im August oder September sollte der Bebauungsplanentwurf erstmals öffentlich ausgelegt werden. Allerdings traf sich Anfang August eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe, der auch der Bürgermeister und Vertreter der Verwaltung angehörten, zu einem Zukunftsworkshop in Thierhaupten. „Wir haben uns zwei Tage lang intensiv mit dem Kasernenthema beschäftigt“, sagt Rathauschef Stefan Klaffenbacher (FWG). Moderiert wurde der Workshop von einem Stadtplaner und einer Vertreterin des Amts für ländliche Entwicklung. Später wurde noch der Hausjurist beteiligt.
Vorgeschlagen wurde nun in der aktuellen Sitzung des Gemeinderats, erst noch sogenannte „vorbereitende Untersuchungen“ in Auftrag zu geben. Im Prinzip geht es dabei um eine genaue Untersuchung, in welchem Gebäude welche Nutzung umsetzbar wäre – vor allem auch mit Blick auf das Thema Emmissionsschutz. Das ist auch wichtig, falls die Gemeinde später plant, Teilflächen zu veräußern.
Vorbereitende Untersuchungen dauern etwa ein Jahr
Natürlich sei das nun ein weiterer Schritt, der dazwischengeschaltet werden müsse, sagte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU), „aber es ist ein absolut notwendiger“. Man müsse einfach genauer hinschauen, „bevor wir einen Bebauungsplan vorantreiben und dann feststellen, dass diese oder jene Nutzung gar nicht möglich ist“. Besser dauere das Verfahren jetzt länger, „als später in einer Sackgasse zu landen“. Roman Haehl (Unabhängige Fraktion) setzt auch darauf, dass die Voruntersuchung „Grenzen aufzeigt, wo es wirklich nicht weitergeht“. Zudem seien Scopingtermine vorgesehen, an dem alle Beteiligten an einen Tisch kommen. „Und da geht mein Appell an die Behörden.“ Gerade im Bereich Denkmalschutz wäre etwas Bewegung wünschenswert, so Haehl.
Für die Voruntersuchung – sie wurde einstimmig beschlossen – brauche es vermutlich ein Planungsbüro, fragte CSU-Fraktionschef Josef Wasensteiner. Das stimmt, sagte Klaffenbacher. Im nächsten Schritt werden entsprechende Angebote eingeholt – in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern, weil die Kosten förderfähig sind. Da die Untersuchungen umfangreich sind, geht Klaffenbacher davon aus, dass sie „uns das ganze Jahr über begleiten werden“. Es sei aber sinnvoll, sich diese Zeit zu nehmen „und nichts übers Knie zu brechen“.