Kasernen-Areal: Lenggries geht nächsten Schritt zur Entwicklung – Kritik an den Grünen

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Das ist die grobe Planung fürs Kasernen-Karree: Links sind die Gewerbeflächen. Dort soll unter anderem der Bauhof Platz finden. Rechts sind Mischgebietsflächen vorgesehen. Dort sollen unter anderem ein Multifunktionsplatz, bezahlbarer Wohnraum und eine Kindertagesstätte entstehen. © Gemeinde Lenggries

Der Bebauungsplan für die ehemalige Kaserne beschäftigte den Lenggrieser Gemeinderat. Dabei wurde es durchaus emotional: Auslöser war Kritik des Grünen-Ortsverbands im Vorfeld.

Lenggries – Eigentlich bringen Bebauungsplanverfahren selten Gefühle in Wallung. Bei der Kaserne ist das anders – nicht wegen der künftigen Nutzungen, sondern wegen der Querschüsse des Grünen-Ortsverbands im Vorfeld (wir berichteten). Vermutet worden war, dass die künftige Nutzung der gemeindeeigenen Flächen auf dem ehemaligen Militärareal „im Hinterzimmer“ ausgekartelt wurde und der Öffentlichkeit am Montag im Gemeinderat Lenggries nur noch vollendete Tatsachen präsentiert werden sollten. „Das möchte ich vehement dementieren“, sagte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). Alles werde hier öffentlich behandelt. Er habe immer zugesichert, dass es nach der ersten Auslegung der Pläne eine Veranstaltung vor Ort für die Öffentlichkeit geben wird. „Und dazu stehe ich auch.“

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Gascha äußert sich zutiefst enttäuscht über die Grünen

Noch deutlicher wurde Peter Gascha (FWG) nach den Beratungen. Er richtete „einen Appell an die Grünen im Ortsverband“, ihr Verhalten zu ändern. Wer solche Äußerungen in die Welt setze, „hat keine Ahnung von Kommunalpolitik“. Hier würden, ungerechtfertigter Weise, Menschen angegriffen, „die immens viel Zeit“ in ihr kommunalpolitisches Ehrenamt stecken. Dass die Presse das aufgegriffen habe, empfindet Gascha ebenfalls als falsch. „Wir sitzen alle in diesem Gremium und wollen das Beste für Lenggries und etwas voranbringen. Wir wollen keinen ausschmieren.“ Er sei „zutiefst enttäuscht vom Vorgehen des Grünen-Ortsverbands“, sagte Gascha und bat in Zukunft um ein anderes Verhalten. Denn wenn es mit den Angriffen weitergehe, befürchte er, dass sich immer weniger Menschen für ein politisches Ehrenamt zur Verfügung stellen. Zustimmendes Klopfen seiner Mit-Gemeinderäte folgte.

Bebauungsplan enthält Gewerbe- und Mischgebietsflächen

Deutlich unspektakulärer verlief dann die eigentliche Beratung des Bebauungsplanentwurfs. Der zeigt, wo Gewerbeflächen entstehen und wo ein Mischgebiet angedacht ist. Baugrenzen sind eingezeichnet und der mögliche Verlauf der verkehrlichen Erschließung. „Es geht um eine grobe Festlegung“, verdeutlichte Bauamtsleiter Ronny Bousseljot. Was momentan noch fehlt, ist der Grünordnungsplan. „Der kann erst mit Beginn der Vegetationsperiode erstellt werden.“ Er gehe aber davon aus, dass sich das Büro ab nächster Woche mit der Grünordnung beschäftigt. Auch verschiedene Fachplaner können derzeit noch nicht beauftragt werden. Das geht erst, wenn die Regierung von Oberbayern die Förderung bewilligt hat. Für den Bebauungsplan gibt es Mittel aus dem Programm „Innen statt Außen“.

Klaffenbacher drängt zur Eile

Erst wenn alles vorliegt, geht der Plan für vier Wochen in die öffentliche Auslegung. Dann können unter anderem Fachbehörden ihre Stellungnahmen dazu abgeben. Da der Billigungs- und Auslegungsbeschluss aber bereits am Montag einstimmig gefasst wurde, ist vor der Auslegung keine weitere Runde durchs Gremium notwendig. Geht alles glatt, könnte die erste Auslegung noch im April oder Mai erfolgen. Dann werden die Bedenken und Anregungen, die bei der Gemeinde eingehen, abgewogen und gegebenenfalls eingearbeitet. Eine zweite öffentliche Auslegung ist auf jeden Fall notwendig, eventuell wird es auch eine dritte geben. Ziel ist es, den endgültigen Satzungsbeschluss noch in diesem Jahr zu fassen. Klaffenbacher betonte, dass es keine Zeit zu verlieren gebe. Denn einige der geplanten Nutzungen, „brennen uns auf den Nägeln“. Das gelte für die Einrichtung einer weiteren Kindertagesstätte genauso wie für die Schaffung von günstigem Wohnraum für Pflegepersonal. „Das müssen wir vorantreiben.“

Braucht es eine Tiefgarage?

Eine Detailfrage hatte noch Daniela Werner (Unabhängige Fraktion). Man habe ja mal über eine Tiefgarage unter dem geplanten Multifunktionsplatz nachgedacht. „Müssten wir dafür nicht ein Baufenster einzeichnen?“, fragte sie. Auch Peter Gascha fand die Idee gar nicht dumm. Tatsächlich müsste man ein Baufenster einzeichnen, bestätigte Klaffenbacher. Er glaube aber nicht, dass eine Tiefgarage wirklich notwendig sei. „Wir haben sehr große Flächen.“ Er glaube, dass dort Stellplätze in ausreichender Anzahl nachgewiesen werden könnten.

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