Unten Gemütlichkeit, oben Party: Das Weinhaus Moschner mit Bar und Diskothek ist in Rottach-Egern eine Institution. Ende März schließt es.
Rottach-Egern – Das Weinhaus Moschner in Rottach-Egern ist legendär. Für Bräustüberl-Wirt Peter Hubert war die Übernahme der Bar im Jahr 1997 das allererste gastronomische Projekt. 2001 pachtete er zusätzlich das Weinhaus und damit den gesamten Betrieb. Jetzt verabschiedet er sich davon und macht Ende März dicht. „Schweren Herzens“, wie er sagt.
In einer Pressemitteilung nennt Hubert als Grund eine deutliche Mieterhöhung. Von dieser, so heißt es dort, wolle der Vermieter „trotz der – gerade für die Gastronomie – bekannt schwierigen Zeiten“ nicht absehen. Darum werde Hubert den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängern.
Institution seit 1954
Die Nachricht dürfte den Einheimischen ebenso hart ankommen wie Urlaubern und Ausflüglern. Das Moschner mit seiner Kombination von Weinhaus im Erdgeschoss und Bar mit Diskothek im ersten Stock ist eine Institution. Und dies generationenübergreifend. Oben Party, unten Gemütlichkeit: Je nach Alter und Gemütszustand findet im Moschner jeder seinen Platz für einen vergnüglichen Abend. Nicht selten flirtet die Jugend am selben Tresen, an dem einst die Eltern anbandelten.
Eröffnet wurde das Traditionslokal 1954 von Paul Moschner. Auf ihn folgte „Fidi“ Vögele als Wirt, dann übernahm Hubert. Im Moschner führt seit über 20 Jahren Susanne Eichler die Geschäfte, unterstützt von ihrem Partner Manfred Hofmann. Eichler sei „das Gesicht und die Seele des Moschner“, heißt es in Huberts Pressemitteilung. Das Paar habe aus dem Betrieb einen Ort gemacht, der für viele zur Lieblingseinkehr geworden sei. Leider werde das Moschner nach 71 Jahren nun bald Geschichte sein.
Gastronom Hubert wird auch danach noch viel zu tun haben. Neben dem Tegernseer Bräustüberl führt er auch die Schlosswirtschaft und die Gebirgsschützenhütte.
Zukunft von Gebäude offen
Die Zukunft des Moschner-Gebäudes ist nach Auskunft von Eigentümer Stefan Windschiegl derzeit völlig offen. Für eine weitere gastronomische Nutzung stünden die Zeichen aber schlecht. Mit dem Rückzug Huberts ende die Konzession. Wer eine neue beantrage, müsse wegen der heute geltenden Auflagen gewaltige Investitionen in das Gebäude tätigen. Es fehle am Brandschutz, insgesamt müsse das gesamte Lokal modernisiert werden.
Hoher Sanierungsbedarf
Planungen für eine umfassende Sanierung habe es schon vor ein paar Jahren gegeben, berichtet Windschiegl. „Aber wir haben keinen Pächter gefunden.“ Hubert wiederum habe seinen Rückzug schon länger angekündigt, die Vereinbarung sei dann aber doch um je ein Jahr verlängert worden. Es sei richtig, so Windschiegl, dass er jetzt eine Mieterhöhung angesetzt und Hubert diese nicht akzeptiert habe.
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„Aber wir haben auch jahrelang die gleiche Miete verlangt, zu Corona-Zeiten weniger“, erklärt der Eigentümer. Dabei sei alles teurer geworden, auch in der Gastronomie. Der Vertrag mit Hubert, meint Windschiegl, wäre aber ohnehin nicht mehr von langer Dauer gewesen: „Jetzt ist halt ein Jahr früher Schluss.“