Kinder sind häufig krank – und das ist aus medizinischer Sicht zunächst ganz normal. "Die Kinder, die sind natürlich oft krank, und das ist ja auch nicht falsch", sagt Oliver Abbushi, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin. Krankwerden gehört zur Entwicklung dazu, denn "das Immunsystem muss lernen, Infekte zu bekämpfen". Besonders beim ersten Kontakt mit neuen Erregern reagiert der Körper, was vor allem in jungen Jahren häufig vorkommt.
Maßnahmen gegen Virenverteilung
Ein zentraler Ort für Ansteckungen ist die Kita. Viele Kinder, enger Kontakt und gemeinsame Räume begünstigen die Verbreitung von Viren und Bakterien. "Da ist natürlich viel Kontakt", erklärt Abbushi, der eine Praxis in München-Deisenhofen hat. Ganz vermeiden lasse sich das nicht, aber einfache Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Lüften und das getrennte Aufbewahren von Kita-Kleidung zu Hause könnten das Risiko senken.
Während Kinder Infekte meist gut verkraften, werden Erwachsene oft stärker krank. Einen vollständigen Schutz gibt es jedoch nicht: "Das heißt, hier und da erwischt es einen dann." Masken bei Krankheitssymptomen, Abstand zu gefährdeten Personen und Hygiene können dennoch helfen, Ansteckungen zu reduzieren.
"Die Impfungen sind ganz entscheidend", betont Abbushi. Sie schützen vor schweren Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Meningitis. Gerade bei älteren Kindern und Jugendlichen würden jedoch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen häufiger vergessen, etwa die HPV-Impfung oder notwendige Auffrischungen.
"Ernährung ist also ein ganz wichtiges Thema"
Für ein starkes Immunsystem nennt der Arzt weitere wichtige Faktoren: eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und soziale Bindungen. "Ernährung ist also ein ganz wichtiges Thema", ebenso wie Sport, Zeit an der frischen Luft und ein bewusster Umgang mit digitalen Medien. Auch Schlaf sei entscheidend – Kinder und Jugendliche sollten möglichst regelmäßig mindestens acht Stunden pro Nacht schlafen.
Nicht zuletzt seien soziale Kontakte für die Gesundheit essenziell. Sich geliebt und gut aufgehoben zu fühlen, stärkt Kinder langfristig. Oder wie Abbushi es zusammenfasst: "Soziale Kontakte […] das sind Sachen, die sind wahnsinnig wichtig, auch für die Gesundheit. Und zwar für das ganze Leben."