Vor dem Geburtstermin organisiert ein Vater seinen Bauernhof, um sich auf den Vaterschaftsurlaub vorzubereiten

Einen Monat vor der erwarteten Geburt seiner dritten Tochter organisiert Battitt Crouspeyre seinen Betrieb für den Vaterschaftsurlaub. Der Winzer aus den Pyrénées-Atlantiques möchte nach der Geburt Zeit mit seiner Familie verbringen – trotz einer der arbeitsintensivsten Phasen im Weinbau.

"Bei meinen ersten beiden Kindern war ich angestellt und konnte den 14-tägigen Vaterschaftsurlaub nutzen. Es gibt keinen Grund, warum ich das jetzt als selbstständiger Landwirt nicht auch tun sollte“, erklärt Crouspeyre. Hinzu kommen schulpflichtige Kinder und ein Entbindungskrankenhaus, das 40 Kilometer vom Wohnort entfernt liegt, berichtet die französiche Plattform "Reussir".

Winzer muss für Vaterschaftsurlaub Ersatz organisieren 

Die Geburt fällt in die Zeit des Rebschnitts – eine entscheidende Phase für die kommende Kampagne. Laut "Reussir" nahm Crouspeyre deshalb früh Kontakt mit der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (MSA) und dem lokalen Ersatzdienst auf. Das Formular ist bereits eingereicht, nun läuft die Suche nach einer geeigneten Vertretung.

Auf Empfehlung des Ersatzdienstes wandte er sich direkt an zwei potenzielle Kandidaten mit ähnlicher Ausbildung. Alternativ könnte er über eine Arbeitgebergruppe aus seiner Winzergenossenschaft Ersatz finden. "Vor der Geburt werde ich alles vorbereiten, damit der Mitarbeiter nicht selbst an die Maschinen muss“, sagt er. Geplant ist zudem ein halber bis ganzer Tag Einarbeitung.

Klare Abläufe und finanzielle Absicherung

Crouspeyre plant, die gesamten 28 Tage am Stück zu nehmen, um Stabilität für den Ersatz zu gewährleisten, berichtet "Reussir". Sein Vater wird als Familienhelfer unterstützen und die Arbeit begleiten. "Mir ist wichtig, dass der Rebschnitt so gemacht wird, wie ich es gewohnt bin“, betont der Winzer.

Die Kosten für Lohn und Sozialabgaben übernimmt die MSA. Für Crouspeyre fallen lediglich rund 300 Euro für Sozialabgaben und mögliche Fahrtkosten an. "Wenn der Ersatz mehr als 50 Kilometer pendelt, muss ich die Reisekosten übernehmen“, erklärt er.

Vaterschaftsurlaub in Frankreich – ein Überblick

  • Drei Tage Geburtsurlaub
  • 25 Tage Vaterschaftsurlaub, davon vier Tage direkt im Anschluss an die Geburt
  • 21 Tage flexibel innerhalb von 6 Monaten nutzbar
  • Mindestdauer pro Abschnitt: Fünf Tage