Hochwasser-Katastrophe: Stallbesitzer verliert Ernte und Geräte

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Noch immer steht das Wasser auf den Plätzen und den Paddocks in dem Stall von Joseph Oswald. © hab

Joseph Oßwald, ein Stallbesitzer, hat durch ein verheerendes Hochwasser seine Ernte und Geräte verloren. Die Flut hat nicht nur seine Wiesen zerstört, sondern auch sein Futter für das nächste Jahr. Nun hofft er auf Spenden, um seine Verluste auszugleichen.

„Wir hatten schon Hochwasser, aber so schlimm war es noch nie.“ Joseph Oßwald blickt auf seinen Hof und auf seine Wiesen. Am Sonntagabend spielten sich hier dramatische Szenen ab. Mehrere Pferde mussten aus den Sturzfluten gerettet werden, ein Pony ertrank. Außerdem wurden Werkzeuge, Anhänger, Geräte weggespült, kilometerlange Koppelzäune sind kaputt, außerdem schwemmte die Flut massenweise Heu an, vermischt mit Sand und Schlamm, das jetzt auf den Wiesen liegt – und somit die Ernte für den Stallbesitzer zunichte macht. „Ich habe kein Futter für das nächste Jahr“, sagt der 51-Jährige.

Die Wucht des Wasser brach die Zäune der Pferdekoppeln ab. Tonnenweise Heu wurde angespült.
Die Wucht des Wasser brach die Zäune der Pferdekoppeln ab. Tonnenweise Heu wurde angespült. © hab

So schlimm war das Hochwasser noch nie

„Wir hatten am Sonntag Heuernte und sind gerade ins Haus gegangen, als es angefangen hat zu tröpfeln“, berichtet Oßwald. Während er das Abendessen herrichtete, wurde der Regen stärker – und ihn erreichte ein Foto aus Altomünster: der überlaufende Stumpfenbach. „Dann war mir klar, dass das zu uns kommt.“ Er trat vor die Tür – „und ich hab nur Wasser gesehen“. Er setzte einen Fuß hinein, „aber die Strömung war so reißend“. Oßwald fuhr mit seinem Schlepper über Unterzeitlbach zu den Koppeln, „anders bin ich nicht mehr hingekommen“. Von den fünf Pferden schauten nur noch die Köpfe raus, die Tiere versuchten schwimmend, sich in Sicherheit zu bringen, vom Pony fehlte jede Spur. „Allerdings konnten sie nicht auf die höher gelegenen Wiesen, weil die Zäune dazwischen waren.“

Diese fünf Pferde fanden im Eckhof von Andi Höchtl ein vorübergehendes Zuhause.
Diese fünf Pferde fanden im Eckhof von Andreas Höchtl ein vorübergehendes Zuhause. © privat

Dramatische Rettungsaktion der Pferde

Oßwald versuchte zu den Pferden zu gelangen, er stand bis zu den Schultern im Wasser. Er und seine Helfer schafften es schließlich, die fünf Pferde rauszuziehen und in den Stall zu bringen, der höher liegt. Die zweite Herde stand auf einer höher gelegenen Wiese, „die waren schon bis zum Karpalgelenk im Wasser“. Oßwald bat Andreas Höchtl vom benachbarten Eckhof um Hilfe, der sofort in seinem Stall Platz schuf, mit Helfern kam und die Tiere aufnahm. „Dann haben wir noch drei Stunden lang das Pony gesucht, aber nicht gefunden.“ Helfer der Feuerwehr entdeckten es um 1 Uhr nachts, traurigerweise tot.

Erschöpft von den Arbeiten: Joseph Oßwald (3.v.l.) mit Familie und Einstellern vor dem Stall.
Erschöpft von den Arbeiten: Joseph Oßwald (3.v.l.) mit Familie und Einstellern vor dem Stall. © hab

Ein Autoanhänger wurde weggespült, genauso die tonnenschwere Schlepperschaufel

Das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde erst am Montag sichtbar: Ein Autoanhänger wurde weggespült, genauso die tonnenschwere Schlepperschaufel, Schubkarren, auch ein Elektroschubkarren, Motorsägen, Werkzeuge. „Manches ist weg, manches kann man reparieren, manches nicht“, so Oßwald, der den Stall seit 2002 im Nebenerwerb betreibt. Er hat rund zehn Einstellerpferde und arbeitet im Veterinäramt. Seine Familie und die Einsteller arbeiten seit Montag und versuchen, Stall, Hof, Wiesen wieder herzurichten.

Kilometerlange Zäune sind kaputt, die Wiesen sind voller angespültem Heu

Kilometerlange Zäune sind kaputt, die Wiesen sind voller angespültem Heu von einem anderen Landwirt, es verfing sich in Zäunen und Geräten. Schlamm und Sand wurden angeschwemmt, somit sind die Pferdeweiden unbenutzbar, denn der Sand würde von den Pferden mit aufgenommen werden und sich im Pferdedarm ablagern, was gesundheitsgefährdend ist. Bisher konnte Oswald seine Bachwiesen noch nicht mähen, weil sie nach dem Hochwasser Anfang Juni zu feucht waren. „Und jetzt ist die ganze Heuernte kaputt“, er habe kein Futter für den Winter und das nächste Jahr. Um sich wieder neue Geräte und Werkzeug anzuschaffen und um Futter für die Pferde kaufen zu können, hofft Oßwald auf Spenden (Stichwort Pferdestall). Die Kette der helfenden Hände unterstützt den Nebenerwerbslandwirt.

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