Stadt Dachau erhöht Kitagebühren deutlich

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Eltern in Dachau müssen für die Kinderbetreuung künftig mehr zahlen. © THOMAS PLETTENBERG

In Dachau wächst das Defizit in der Kinderbetreuung unaufhaltsam. Die Eltern müssen sich daher auf eine weitere Erhöhung der Gebühren einstellen. So soll die Betreuung um 20 Prozent und die Verpflegung um zehn Prozent mehr kosten.

Dachau – Die Stadt Freising hat vor wenigen Wochen eine richtungsweisende Entscheidung getroffen. Um ihr Defizit in der Kinderbetreuung zumindest zu verkleinern, werden die Gebühren für Kindergarten, Krippe und Hort künftig einkommensabhängig gestaffelt. Konkret bedeutet das, dass die Gebühren erstmal deutlich nach oben geschraubt und – je nach Einkommen der Eltern – Ermäßigungen gewährt werden. Auch die Stadt Starnberg geht nach diesem Modell vor und erlaubt Ermäßigungen in Höhe von 30, 40 oder 50 Prozent.

Für Sarah Jacob und Martin Modlinger (Grüne) wären Freising und Starnberg ideale Vorbilder für die Große Kreisstadt Dachau. Denn auch hier wächst das Defizit in der Kinderbetreuung seit Jahren. Im Jahr 2024 etwa zahlte die Stadt pro betreutem Kita-Kind 5286 Euro drauf, im Jahr 2022 waren es nur 4726 Euro. Für 2026 sagt Kämmerer Thomas Ernst ein Gesamt-Defizit von 17 Millionen Euro voraus.

Wie Oberbürgermeister Florian Hartmann am Mittwoch im Familien- und Sozialausschuss erklärte, habe die Stadt in den vergangenen Jahren regelmäßig die Kitagebühren erhöht, aber dies habe „das Wachstum des Defizits bestenfalls verlangsamt“. Und ohne ein Hellseher zu sein, legte er sich fest: „Wir sehen einen immer weiteren Anstieg.“

Denn nicht nur, dass Bund und Freistaat die Stadt beim Bau der Einrichtungen im Stich lassen, übernimmt der Freistaat auch lediglich nur rund 35 Prozent der laufenden Betriebskosten. Weitere zehn Prozent kommen aus den Elternbeiträgen, der Rest wird von der Stadt finanziert. Hartmann sprach denn auch von einer „multiplen Problemlage“, die die klamme Stadt aktuell nicht mehr zu lösen imstande ist.

Höhere Gebühren für Kinderbetreuung

Deshalb war sich der Ausschuss einig, dass die Eltern erneut zur Kasse gebeten werden – zum sechsten Mal seit 2013. Demnach sollen die Besuchsgebühren für die Kitas ab 1. Januar 2027 um 20 Prozent und die Verpflegungsgebühren um 10 Prozent steigen. 414 000 Euro Mehreinnahmen bedeutet dies für die Stadt pro Jahr. Für die Eltern heißt es, dass sich die Buchungsdauer – entsprechend der städtischen Gebührensatzung – zum Beispiel bei einer siebenstündigen Betreuungszeit für ihr Krippenkind von monatlich 375 Euro auf 450 Euro verteuern wird; für die Verpflegung werden statt 70 Euro nun 84 Euro fällig.

Für die Grünen Modlinger und Jacob ist dies nicht gerecht. Ja, angesichts der schwierigen Haushaltslage sei die Gebührenerhöhung notwendig, erklärten beide. Dennoch müssten reiche Eltern stärker zur Finanzierung der Kitabetreuung herangezogen werden.

Anke Drexler (SPD), Elisabeth Zimmermann (CSU) und auch OB Hartmann widersprachen. Um etwa das Freisinger oder Starnberger Modell umzusetzen, bräuchte es mehr Personal, was sämtliche Mehreinnahmen „auffressen“ würde. Hartmann erklärte: „Für mich ist wichtig: kein Bürokratieaufbau! Das passt einfach nicht in diese Zeit.“

Kleiner Erfolg für die Grünen: Die Einzelheiten der 20-prozentigen Gebührenerhöhung sollen nach einstimmigen Beschluss des Gremiums nun im kommenden Jahr besprochen werden. Bis dahin, so Sarah Jacobs Hoffnung, „sehen wir ja, wie es in Freising läuft“.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachau-ort28553/dachau-erhoeht-kitagebuehren-deutlich-eltern-muessen-mehr-zahlen-93992076.html