Das neue Caritas-Heim St. Jakob ist bezogen. Trotz Regen lief alles reibungslos. Heimleiterin Gmeiner blickt mit gemischten Gefühlen zurück.
Es ist geschafft: Am Donnerstag zogen die 37 Bewohner des bisherigen Lenggrieser Kreispflegeheims in das neu gebaute Caritas-Heim St. Jakob gleich nebenan um. „Es war total unkompliziert und ist sehr gut gelaufen“, sagt Heimleiterin Sigrid Gmeiner im Telefoninterview mit dem Tölzer Kurier. „Ich glaube, dass ich aufgeregter war als die Bewohner.“
Zimmer mit Blick aufs Brauneck gefragt
Nach der Grundreinigung des schmucken Neubaus Mitte des Monats konnten sich die Bewohner schon einmal ein Bild von der zukünftigen Heimat machen. Gemeinsam mit den Angehörigen wurden auch bereits erste Einrichtungsgegenstände nach drüben gebracht. Bereits im Vorfeld hatte Sigrid Gmeiner mit allen Bewohnern besprochen, wo sie wohnen möchten: Erdgeschoss oder erster Stock, Blick auf Geierstein oder Brauneck. „Die meisten haben sich fürs Brauneck entschieden, weil sie natürlich persönliche Erlebnisse und Erinnerungen damit verbinden“, erzählt sie.
Am Donnerstag wurde im Altbau noch gemeinsam Mittag gegessen. Weil sich aber die meisten nach dem Essen gerne schon im neuen Bett hinlegen wollten, startete der Umzug. „Wir haben das ganz ohne Zeitdruck gemacht“, sagt Gmeiner. Alles habe hervorragend geklappt – daran änderte auch der Platzregen nicht, der zwischenzeitlich auf Lenggries herniederging. „Zum Kaffeetrinken um 15 Uhr waren wir schon drüben und eigentlich fertig.“ Für die perfekte Begrüßung sorgte Interimsleiter Franz Bachleitner mit der Orgel und aus Luftballons gedrehten Blumen. Nur eines wurmt Gmeiner ein kleines bisschen: „Die Gardinen in den Zimmern fehlen noch. Darüber war ich ein wenig traurig.“ Nächste Woche sollen sie nun aber geliefert werden und die Räume noch gemütlicher machen.
Umzug Pflegeheim: Mehr Personal für erste Nacht
Die Bewohnerinnen und Bewohner würden sich über ihr neues Zuhause freuen, sagt die Heimleiterin. Auch die erste Nacht sei gut gelaufen. „Wir hatten extra mehr Personal hier“, berichtet Gmeiner. Aber die Nachfrage am nächsten Morgen ergab: „Die meisten haben tief und fest geschlafen.“
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Sie selbst freut sich über das neue Haus und die neue Herausforderung. Allerdings fiel ihr am Abend, als sie die Türen im Kreispflegeheim abschloss, der Abschied schon auch ein bisschen schwer. „Heuer werden es 35 Jahre, die ich hier arbeite“, sagt Gmeiner. „Und natürlich war das Haus alt, hatte aber auch seine Gemütlichkeit.“ Da sei bei ihr schon das eine oder andere Tränchen geflossen, gibt sie zu, kann aber schon wieder lachen.
Einweihung wohl erst nächstes Jahr
21,4 Millionen Euro hat die Gemeinde in den Neubau investiert, dazu kamen rund 2,5 Millionen Euro von der Caritas für die Ausstattung. St. Jakob bietet insgesamt 90 Plätze, also deutlich mehr als das Kreispflegeheim. Auch das Personal wird aufgestockt. Die bisherigen Mitarbeiter sind fast alle mit umgezogen. „Ich habe so ein tolles Team“, sagt Gmeiner. Einige seien sogar vorzeitig aus dem Urlaub zurückgekommen, um beim Umzug zu helfen. Und auch mit den neuen Kollegen habe sich schon alles richtig gut eingespielt. Sie selbst bekommt noch einige Zeit Unterstützung von Franz Bachleitner, um sich im neuen System der Caritas zurechtzufinden. Vor allem freut sie sich nach dem Umzugsstress jetzt aber darauf, wieder mehr Zeit für „ihre“ Bewohner zu haben. Die offizielle Einweihung des Neubaus soll Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres geschehen.