Motorradunfälle am Sylvensteinsee: „Ehrenamt wird missbraucht“ – Bürgermeister fordert Streckensperrung

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Beim Termin in Fall tauschten sich aus (v. li.): Oliver Malik (Feuerwehr Fall), Kommandant Christian Eberl, Landtagsabgeordneter Florian Streibl, Bürgermeister Stefan Klaffenbacher und Werner Bünger, Vorstand der Feuerwehr Fall. © Kirstein/Gemeinde Lenggries

Landtagsabgeordneter Florian Streibl macht sich vor Ort ein Bild von der Belastung der Faller Feuerwehr. Die zahlreichen Unfälle rund um den Sylvenstein fordern die Einsatzkräfte.

Lenggries/Fall – „Unser Ehrenamt wird hier gnadenlos missbraucht“, fassen Landtagsabgeordneter Florian Streibl (Freie Wähler) und der Lenggrieser Bürgermeister Stefan Klaffenbacher die Situation der Freiwilligen Feuerwehr in Fall zusammen. Beim Ortstermin mit Kommandant Christian Eberl und Vorstand Werner Bünger informierte sich Streibl wie berichtet ausführlich über die Lage vor Ort.

Anspruchsdenken uneinsichtiger Fahrer

Die Situation ist angespannt. Seit die beliebten Motorradstrecken am Kesselberg und Sudelfeld gesperrt sind, zieht es immer mehr Biker auf die Strecken rund um den Sylvensteinsee. Die Unfallzahlen steigen – vor allem auf dem 1,6 Kilometer langen Teilstück zwischen Damm und Faller Klammbrücke. Die Einsätze mit Schwerverletzten und Toten bringen die Aktiven der Feuerwehren Fall und Vorderriß an ihre Grenzen. Schnell waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, dass die vermehrten Einsätze und das „Anspruchsdenken“ uneinsichtiger Fahrer („dafür seid ihr doch da“) nur noch sehr schwer hinnehmbar seien. Auch die stärker werdenden mentalen Belastungen seien eine große Gefahr für das Ehrenamt. Für den Eigenschutz der Feuerwehr forderte der Rathauschef einmal mehr eine teilweise Sperrung der Strecken als letztes Mittel.

Strecke zwischen Damm und Fall ist „lebensgefährlich“

Auf der Strecke zwischen Dammkrone und Fall/Vorderriß sei das Radeln mittlerweile „lebensgefährlich“, befand Klaffenbacher. Einheimische mit ihren Familien trauten sich dort nicht mehr zu fahren. Klaffenbacher wies darauf hin, „dass für dieses Teilstück zwischen Sylvensteindamm und Fall/Vorderriß dringend ein Radweg für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erforderlich sei“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Möglichkeiten der Entschärfung auf Länder- und Bundesebene suchen

Florian Streibl sprach sich dafür aus, aufgrund der Lärm- und Abgasbelastung zu prüfen, inwieweit diese Situation in einem Naturschutzgebiet überhaupt hinnehmbar sei. Der Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag versprach außerdem, auf Länder- und Bundesebene weitere Möglichkeiten für eine Entschärfung der Lage zu prüfen und wird hierzu weiter im Austausch mit der Gemeinde und Bürgermeister Klaffenbacher bleiben.

Heuer haben sich bereits mehrere Unfälle mit Schwerverletzten auf den Straßen am Sylvenstein ereignet. Zwei Menschen starben. Ein 22-jähriger Österreicher verlor Anfang April nach einem missglückten Überholmanöver auf der B307 sein Leben. Mitte Juni kam ein Berliner (30) mit seiner Maschine von der Töl24 ab und prallte gegen einen Baum. Die kurvenreichen Straßen locken aber nicht nur Biker an, auch getunte Autos sind auf der Strecke immer wieder unterwegs. Wegen eines mutmaßlich illegalen Autorennens, das fatale Folgen hatte, mussten sich zwei junge Männer vor dem Amtsgericht verantworten.

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